Kaesong

Das Frühstück in Sariwon ist auch relativ einfach. Der Speisesaal ist zwar nicht leer, aber auch nicht komplett gefüllt. Trotzdem frühstücke ich allein, und die anderen an einem separaten Tisch hinter einer Trennwand. Dann fahren wir mit dem Auto nach Kaesong, zur Demilitarisierten Zone (DMZ) an der Grenze zu Südkorea.

image

Reisebusse an der DMZ

Dort müssen wir zunächst kurz warten, während mehrere Reisebusse mit Chinesen und ein Kleinbus mit Russen ankommt. Dann dürfen wir in die DMZ. Dort fährt man erstmal durch einen Engen weg, an dessen Rand lauter Hindernisse in Form von Betonklötzen parat liegen, die bei Bedarf auf die Straße geschoben werden können, um diese bei Bedarf zu blockieren. Es gibt auch 2 Gräben, die mit Stahlplatten bedeckt sind, die sich bei Bedarf auch entfernen lassen um den Weg unpassierbar zu machen. Außerdem gibt es mehrere Falltore. Zunächst besichtigen wir ein paar Baracken, wo während des Krieges der Waffenstillstand verhandelt wurde. Das ganze geht relativ hektisch vonstatten, weil nach uns nämlich noch mehr Reisebusse mit Chinesen angekommen sind, die draußen schon warten. Dann geht es weiter zu der Stelle, an der sich die Nord- und Südkoreaner gegenüber stehen. Dazwischen stehen 7 Baracken, von denen 3 blau sind. Diese sind von den Amerikanern gebaut worden und werden auch von diesen verwaltet. Eine davon besichtigen wir. Dort wurde nach dem Krieg verhandelt, und auch hier wird von den anwesenden Soldaten gedrängelt, weil die nächste Gruppe kommt. Danach gibt es noch kurz vom Dach des Gebäudes hinter den Baracken einen Blick nach Südkorea. Dort ist kein Mensch zu sehen, dafür jede Menge Kameras. Aber angeblich sieht man auf der anderen Seite auch oft Touristen, die von Südkorea aus kommen. Außerdem darf man an der DMZ die Soldaten fotografieren, wovon auch reger Gebrauch gemacht wird.

image

Blick nach Südkorea. Die Grenze verläuft zwischen den blauen Baracken

Nach dem Besuch der DMZ geht es mit dem Auto zurück nach Kaesong, und noch etwas weiter fahren wir von der Autobahn ab. Dort werden die Fahrräder abgeladen und Herr Kim und ich Fahren (Herr Jong war eh schon nicht so schnell mit dem Fahrrad und ist dann auch noch hingefallen, von daher nimmt er dankenswerterweise meine Kamera an sich um uns während der Fahrt zu fotografieren – ich tausche vorher sicherheitshalber noch die SD-Karte, nicht dass da noch aus Versehen Bilder gelöscht werden).

image

Die Fahrräder in unserem Bus

Es geht erstmal ein schönes Stück bergauf, da hänge ich Herrn Kim ziemlich schnell ab, der auch schnell aufgibt und schiebt. Hinter dem Pass warten wir (die anderen sind mittlerweile mit dem Auto vorgefahren) auf ihn. Der Fahrer und Herr Jong sammeln Kastanien unter einem Baum, die man dort (roh) essen kann. Dann fahren wir noch ein paar Kilometer durch die Landschaft. Einerseits sehr schön, auch das Wetter, aber andererseits sieht man dort auch die extreme Armut auf dem Land: die Leute tragen Reisigbündel auf dem Rücken. Ab und zu fahren Ochsenkarren, die schon fast auseinanderfallen, sehr quietschen und die Räder alles andere als rund sind. Nach ein paar Kilometern kommen wir zu einem Wasserfall, an dem wir Picknick machen. Auch einige Koreaner sind dort und machen dort Picknick und tanzen (es ist ja Sonntag).

image

Ich beim Radeln

image

Ochsenkarren

Von dem Wasserfall sollten wir eigentlich zu einem nahe gelegenen Tempel fahren, allerdings ist die Straße gesperrt weil dort irgendeine politische Veranstaltung stattfindet. Stattdessen fahren wir mit dem Auto zurück nach Kaesong um den Tempel von der anderen Seite aus anzufahren. Die Straße von Kaesong zum Tempel ist nicht asphaltiert, sondern eine Staubstraße. Trotzdem ist diese gut in Schuss, mit akkuraten angeordneten Steinen am Rand. Auch hier wieder viele Fußgänger die Holz durch die Gegend schleppen.

image

Buddhistischer Tempel

Der Tempel ist zwar fast 1000 Jahre alt, wurde aber vor 500 Jahren durch die Japaner (die wie die Amerikaner immer als Imperialisten bezeichnet werden) zerstört und erst 2005 wieder aufgebaut. Jetzt wohnen dort 6 buddhistische Mönche. Ich vermute mal, der Tempel wurde auch aus Devisengründen da hingestellt, damit man auch Pilger melken kann.

image

Mais und Eicheln werden für die Schnapsproduktion auf der Straße getrocknet

Vom Tempel fahren wir wieder nach Kaesong, und dort ins Museum. Dort darf Herr Jong mal üben, Herr Kim beschreibt auf koreanisch die Exponate und Herr Jong muss auf Englisch übersetzen. Dort kaufe ich noch etwas Ginseng-Extrakt und ein paar Postkarten und Briefmarken, dann geht es mit dem Auto zurück nach Pjöngjang, wo wir in ein Grill-Restaurant gehen und Ente essen. Danach geht es ins Hotel vom ersten Tag. Ich bekomme dasselbe Zimmer wie das letzte mal. Die Betten sind zwar gemacht, aber nicht neu bezogen. Naja, zum Glück habe ich ja nicht so viel Schmutz gemacht.

image

Bär hält Verkehrsschild

Advertisements

Senf dazugeben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s