Pjöngjang II

Ich wache auf, weil ich bei offenem Fenster schlafe und es ziemlich stark regnet draußen. Zum Frühstück bin ich beim Essen zum ersten mal allein. Es gibt auch gar nichts besonderes, nur ein Omlette, etwas Toastbrot und Marmelade, dazu Kaffee (auch eher dünne Nescafe – Plörre). Auf jeden Fall nichts, was man in einem fünf Sterne-Hotel erwarten würde. Nach dem Frühstück treffe ich die anderen, die offenbar im Auto übernachtet haben. Wir schauen uns noch kurz hinter dem Hotel um, wo das Skigebiet zu finden ist. Der eine Lift wird gerade angeschmissen. Es handelt sich um Sessellifte, zwar nicht die neuesten Modelle, aber auch nicht antiquiert. Außerdem liegen in einer Ecke noch Teile rum für einen weiteren Lift, der noch aufgebaut werden soll. Und Schneekanonen stehen auch zu Genüge herum. Die meisten Gäste des Skigebiets und des Hotels sind anscheinend Chinesen, für welche die ganze Anlage letztes Jahr errichtet wurde. Das Ziel sind offensichtlich Devisen (zu welchen meine Führer auch ganz unumwunden sagen, dass Nordkorea diese dringend benötigt).

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Skilift hinter dem Hotel

Wir fahren dann weiter Richtung Pjöngjang. Kurz vor Pjöngjang fahren wir ab von der Autobahn und sehen uns ein Mausoleum eines alten koreanischen Königs an. Daneben ist ein buddhistischer Tempel, den wir uns auf meinen Wunsch hin auch ansehen. Drin ist ein Mönch, der den Tempel aufschließt. Dann geht es weiter nach Pjöngjang.

Dort geht es erstmal zum Essen in ein Restaurant. Kurz davor fotografiere ich eine Baustelle, an der gerade ein Wohnhaus errichtet wird. Ich werde umgehend dazu aufgefordert, das Bild zu löschen, weil Baustellen fotografieren verboten ist (neben Soldaten und Militäreinrichtungen, was mir aber schon ganz zu Anfang gesagt wurde, im Gegensatz zu den Baustellen). Ganz überrumpelt lösche ich das Bild auch brav, was mich danach etwas ärgert.

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Skyline von Pjöngjang

Nach dem Essen laufen wir zu Fuß über die Brücke zum Juche Turm. Dort werden mir erstmal 10 € Eintrittsgeld abgeknöpft, weil im Reisepreis nicht inbegriffen (und es steht tatsächlich nicht auf dem Programm). Aber von oben hat man dafür eine wirklich schöne Aussicht auf ganz Pjöngjang. Danach gibt für mich ein Eis neben dem Turm (zum Trost dann kostenfrei). Dann fahren wir mit dem Auto, welches in der Zwischenzeit nachgekommen ist, wieder auf die andere Flußseite und gehen in einem Park spazieren.

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Blick vom Juche - Turm

Von dort fahren wir mit dem Auto zu einer Bierhalle. Angeblich hat jedes Wohnviertel eine solche Bierhalle, die täglich von 17 bis 19 Uhr geöffnet ist. Drin gibt es, wie der Name schon ankündigt, Bier, und zwar sieben verschiedene Sorten: Gerstenbier, Reisbier, dann 3 verschiedene Mischungen aus Gersten- und Reisbier sowie zwei dunkle Biere, eines mit Schokoladen- und eines mit Kaffeegeschmack. Ich bestelle ein Gerstenbier und wir warten an einem Stehtisch auf das Bier. Es gibt nur Stehtische, angeblich damit die Leute nicht zu lange bleiben und zu viel trinken. Aber die Bierhalle füllt sich während unserer Anwesenheit trotzdem sehr gut, als wir gehen stehen an jedem Tisch viele Leute. Nach dem Gerstenbier probiere ich noch ein Reisbier und dann ein schwarzes Kaffee-Bier. Alle trinkbar, am besten ist das Gerstenbier. Als Snack dazu gibt es getrockneten Tintenfisch.

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Bierhalle in Pjöngjang

Nach den 3 Bier geht es weiter mit dem Auto nach Sariwon, einer Stadt südlich von Pjöngjang, auf dem Weg nach Kaesong. Dort ist es schon dunkel als wir ankommen und es gibt Essen im Hotel. Das Hotel ist relativ einfach, und andauernd fällt der Strom aus. Dann dauert es ein paar Sekunden bis der Generator angeht, und dann geht das Licht wieder an, aber nur halb so hell. Irgendwann wird das Licht dann wieder heller und der Generator geht aus (was man am fehlenden Geräusch merkt). Auf dem Zimmer ist der Wasserdruck sehr niedrig, wenn der Strom weg ist kommt gar nichts aus der Leitung. Dafür steht ein großes Fass mit Wasser im Bad, aus dem man sich bedienen kann um sich zu waschen.

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