Chongchon

In Pjöngjang am Flughafen gibt es erstmal Mittagessen. Da es im Flugzeug nur Getränke gab wird hier das Essen anscheinend nachgeholt, denn es wir auf Flugzeugtabletts und -geschirr serviert. Dazu gibt es Plastikbesteck. Ich sitze nochmal zusammen mit der deutschen Botschaftsgruppe.

Vom Flughafen fahren wir weiter mit unserem alten Auto und der Stammbesatzung Richtung Myohyang-Gebirge, ca. zwei Stunden nördlich von Pjöngjang. Dort bekomme ich das Fahrrad und darf eine sehr Steile Strecke bis zum Ende der Straße fahren. Ich werde darauf hingewiesen, hier nicht zu fotografieren, weil sehr viele Soldaten unterwegs sind. Man hört auch öfters Knallgeräusche, vermutlich Schießübungen irgendwo in der Nähe. Am Ende der Straße gibt es eine kurze Pause, dann geht es mit Herrn Jong eine steile Treppe nach oben, ca. 1 km bis zu einem Wasserfall. Dann wieder zurück zum Parkplatz und weiter mit dem Fahrrad. Herr Jong hat sich überreden lassen, wieder mit dem Fahrrad zu fahren, aber man muss eigentlich fast nicht treten weil es eh nur bergab geht. Nach ein paar Kilometern laden wir die Fahrräder wieder ein und Fahren zum Hotel in einer nahen Stadt, ich glaube sie heißt Chongchon. Ab sieben gibt es Wasser, ich dusche also erstmal. Dann geht es zum Abendessen, welches ich allein zu mir nehmen darf (an einem anderen Tisch sitzen aber ein paar Koreaner). Die anderen drei essen im Nebenzimmer. Nach dem Abendessen falle ich sofort hundemüde ins Bett.

Auch beim Frühstück darf ich wieder allein am Tisch sitzen. Danach fahren wir mit dem Auto zu einem buddhistischen Tempel, den wir besichtigen. Dann geht es weiter zur nahegelegenen internationalen Freundschaftsausstellung. Dort sind alle Geschenke ausgestellt, die Kim Il Sung, Kim Jong Il und Kim Jong Un erhalten haben. Ich besuche die Ausstellung zusammen mit einer vierköpfigen Gruppe aus England.

Am Eingang muss man zunächst alles abgeben, fotografieren ist verboten. Man darf nur einen Geldbeutel mitnehmen. Es gibt eine LED-Anzeige, die die Anzahl der Geschänke und die Anzahl der Länder, aus denen diese stammen, zählt. Momentan sind es über 100.000 Geschenke aus 184 Ländern. Außerdem gibt es eine Weltkarte mit einer LED an Stelle jeder Hauptstadt. Brennt die LED bedeutet dies, dass es mindestens ein Geschenk aus dem betreffenden Land gibt. Welche Länder haben noch nichts geschickt? Hauptsächlich ein paar europäische Kleinstaaaten (Andorra, Monaco, Liechtenstein, Vatikan) sowie diverse pazifische Inselstaaten. Die Karte ist jedoch schon etwas älter, manche erst neuerdings eingerichteten Länder wie Kosovo oder Südsudan sind noch gar nicht eingezeichnet.

Und was steht so im Museum herum? Hauptsächlich natürlich Gegenstände wie Vasen, Teller, Bilder, ausgestopfte Tiere, Waffen, aber auch Alltagsgegenstände wie Digitalkameras und Laptops. Aus Russland gibt es drei Autos (nie benutzt). Außerdem gibt es zwei Eisenbahn-Salonwagen (einen aus Russland, einen aus China, beide unbenutzt). Größtes Ausstellungsstück ist eine Ilyuschin 114 (?) aus Russland, die nur einmal für einen Flug nach Moskau benutzt wurde. Wir sehen natürlich lange nicht alles, es heißt, man bräuchte zwei Jahre um alle Geschenke zu sehen. Die kleineren Geschenke sind nach Kontinenten und Ländern in Räume sortiert, wir dürfen uns einen aussuchen und gehen dementsprechend in den Raum für Westeuropa. Deutsche Geschenke stammen hauptsächlich aus der DDR, aber auch aus dem Westen wurden hauptsächlich von Chefs irgendwelcher Import-/Exportfirmen Geschenke geschickt. Interessant auch die Galerie von lebenden Tieren, die verschenkt wurden. Diese befinden sich zum Glück nicht in dem Museum, sondern hauptsächlich im Zoo von Pjöngjang. Äthiopien hat ziemlich viele verschiedene Tiere hier abgeliefert. Ältestes Geschenk ist ein Mantel aus China von 1945, den wir aber nicht gesehen haben.

Ein Highlight sind außerdem drei Wachsfiguren, die jeweils in eigenen Räumen stehen. Sie stellen jeweils Kim Il Sung, dessen Frau und Kim Jong Il dar. Man muss sich jedes mal verbeugen vor den Figuren. Interessant auch die Umgebung, die um die Figuren herum gestaltet ist: eine steht an der Spitze des Paekdu, eine am See am Fuß des Berges, wo ich auch das Großmonument besucht habe. Zum Abschluss der Ausstellung gibt es Tee, man wird durch den Souvenirshop geschoben, und ich trage mich in das Gästebuch ein.

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LKW mit Kohlevergaser

Von der Ausstellung fahren wir nochmal zurück ins Hotel, dort gibt es Mittagessen. Ich sitze wieder allein, aber der Speisesaal ist sonst randvoll mit einer chinesischen Reisegruppe.

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Baustelle auf dem Weg nach Pjöngjang

Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zurück nach Pjöngjang.

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