Gambia

Heute heißt es schon wieder früh aufstehen. Zum Frühstück gibt es Omelett mit baked beans. Was die Briten nicht alles hinterlassen haben…

Abfahrt ist um 8.00Uhr mit der Piroge in die Bao Bolong Wetlands. Zuerst fahren wir an der Erdnussfabrik und Ladestelle vorbei, dann queren wir den Fluss, bevor wir in den Bao Bolong einbiegen, einen Zufluss des Gambia. Obwohl wir über 100km von der Küste entfernt sind, gibt es hier immer noch Gezeiten und daher auch viele Salzwasserfische. Der Besitzer des Camps meint sogar, dass er im Januar schon mit Delfinen im Gambia geschwommen ist. In dieser Gegend haben sich Mangrovenwälder gebildet, die gerade bei Ebbe toll aussehen:

Mangrovenwälder

Der Park ist ein Paradies für Vögel und somit auch für Ornithologen. Die Fahrt dauert knapp 3 Stunden und wir sehen viele tolle Vögel: diverse Störche, Pelikane, Kormorane, den Hammerkopf, einen Fischadler, viele Reiher und viele mehr, die wir nicht benennen können. Zudem gibt es ganz viele Krebse am Ufer. Wirklich ein schöner Trip. Hier ein paar Bilder:

Gelber Vogel

Schöner Vogel

Hammerkopf

Reiher

Tauchender Vogel mit erbeutetem Fisch

Pelikan beim Abflug

Krebse

Kormorane

Auf der Rückfahrt wird es dann schon ordentlich heiß. Wir entscheiden uns, am Abend noch die Safari zu machen und erst am nächsten Tag weiter nach Banjul zu fahren.

Den Nachmittag verbringen wir am Pool. Um 16h fahren wir dann mit Omar, einem Nationalparkranger, in den Kiang West National Park. Der Weg in den Park und im Park ist eher spektakulär, da wir offensichtlich die ersten Touristen sind, die seit der Regenzeit hier her kommen. Das Gestrüpp, über das wir fahren ist z. T. Höher als unser Auto.

Dann heißt es aussteigen. Um uns rum lauter Fliegen und Bremsen. Ich frage unseren Guide ob das auch wirklich ernst gemeint ist, er sagt, dass es OK ist, wenn wir Anti-Mücken-Spray drauf haben, dann tun sie uns nichts. Er soll recht behalten und ich werde zunehmender Fan von no bite. Zu Fuß geht es durchs Gestrüpp weiter. Gleich zu Beginn hören wir schon die Paviane bellen, und kurz drauf sehen wir sie auch. In freier Wildbahn. Schon cool. Sie halten sich im Gestrüpp auf, aber nicht zu weit weg. Sie beobachten uns aus der Ferne, sie sind offensichtlich genauso neugierig wie wir.

Pavian beobachtet uns

Kleiner Pavian

Und noch ein großer Pavian

Wir laufen runter zum Wasserloch. Aktuell ist es ein See, aber Omar sagt uns, dass in wenigen Wochen das Wasser zurück geht und sich erst später die Tiere dort sammeln. Momentan finden die Tiere noch an vielen anderen Stellen genug Wasser, deshalb hält es momentan kein Tier für nötig, hier vorbei zu schauen.

Das Wasserloch, das aktuell ein See ist

Im Park gibt es Hyänen, Antilopen, Warzenschweine, Affen, Schlangen und natürlich viele Vögel. Abgesehen von ein paar Vögeln und Affen, viel Gestrüpp und den See sehen wir leider nichts, obwohl wir sowohl an eine zweite Stelle des Sees fahren, als auch versuchen, auf die andere Seite des Sees zu gelangen. Letzteres scheitert daran, dass sie Straße kaum noch auffindbar ist und zudem umgestürzte Bäume den Weg versperren. Also drehen wir um.

Am Abend gibt es nochmal Essen im Restaurant. Danach folgt noch eine live Darbietung afrikanischer Tänze. Immer wieder holen sie mich zum tanzen und sagen dann: nice try. Anscheinend liegt mir die Art von Tanz nicht ganz so.

Das Frühstück am nächsten Morgen besteht aus baked beans und Pasta mit Sardellen. Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Ufer entlang. Wir quatschen nochmal mit Omar, packen zusammen, zahlen und fahren weiter Richtung Banjul. Auf dem Weg dorthin passieren wir ca. 12 Kontrollstellen. Bei den meisten werden wir allerdings durchgewunken. Alle sind sehr freundlich und keiner fragt nach einem Präsent oder ähnlich.

Gleichzeitig ist eine große Horde von Kleinbussen unterwegs. Alle massiv überladen, geschmückt mit grünen Zweigen, fast alle Passagiere tragen grün.

Überladene (Party-)Busse

Zwischendurch fährt immer mal wieder ein Pick-up, der Boxen geladen hat, die den ganzen Konvoi beschallen. Alle Dörfer am Rande haben auch grüne Flaggen gehisst und die Bewohner wirken den Vorbeifahrenden zu. Wir wissen nicht, was es zu bedeuten hat. Eine Polizistin erklärt auf unsere Nachfrage hin, es sei eine Rallye.

Angekommen in Serekunda suchen wir uns erst mal ein Café. Im Reiseführer steht, dort gäbe es guten Kaffee und WLAN. Damit wollen wir uns ein Hotel suchen. Leider funktioniert das WLAN eher schlecht. Trotzdem finden wir was nettes, wollen aber vorher nochmal bei dem Campingplatz vorbeischauen, der von einem Deutschen geleitet wird, der auch beim Autoverkauf behilflich sein soll. Er ist super nett, erzählt uns viel, sagt aber auch, dass wir den Preis, den wir uns vorstellen wahrscheinlich vergessen können. Vielleicht bekämen wir ein Viertel davon. OK, das ist eine klare Ansage, dann verkaufen wir eben nicht – zumindest nicht in Gambia.

Wir fahren weiter in das Hotel und beziehen dort unser Zimmer. Wir werden bereits gewarnt, dass hier heute ein Shooting stattfindet, denken uns aber nicht viel dabei. Nach kurzem Ausruhen gehen wir an den Strand und danach noch in den Pool. Anscheinend wird das Shooting eine größere Angelegenheit, da sich wirklich viele Menschen im Außenbereich aufhalten. Als wir in unser Zimmer gehen wird in der Lobby bereits gedreht. Es scheint so eine Art Gangster-Rap-Video zu werden, die Musik dröhnt von überall. Einige Kerle schauen auch echt aus wie der prototypische Gangsterrapper in Musikvideos, voll behangen mit Goldketten. Die Besitzerin (eine Britin) erklärt uns, dass es sich um einen Britisch-Jamaikanischen Star handelt, die dezent 4 Stunden nach offiziellem Drehbeginn auftaucht.

Wir essen zu Abend und schauen dem Spektakel zu. Die Röcke der Mädels gehen kaum kürzer, alles Nigerianerinnen, wie uns die Besitzerin erzählt – die Gambianerinnen seien zu prüde für so etwas.

Gegen 22.30 Uhr gehen wir ins Bett, die Musik geht noch ein bisschen weiter, aber um Mitternacht ist Schluss.

Es ist Montag, wir sind nun schon 4 Wochen unterwegs. Wir entscheiden uns, eine weitere Nacht hier zu bleiben. Nach dem Frühstück wollen wir zuerst zur Botschaft von Guinea und dort ein Passavant beantragen, was die Einreise mit unserem Auto erheblich vereinfachen soll. Zuerst finden wir die Botschaft ewig nicht, aber dann stehen wir auf einmal davor. Gleichzeitig klopft einer an die Scheibe und will was von uns. Robert bleibt stehen. Der Typ meint, ob wir ihn denn nicht wiedererkennen würden. Er wäre doch der vom Hotel. Wir seien so nette Weiße, alle würden über uns sprechen, weil wir so nett wären. Ob wir ihm nicht den Gefallen tun könnten und ihn mitnehmen? Wir müssen erst mal in die Botschaft, sagen wir ihm. Dort ist das alles kein Problem, der Sekretär kopiert unsere Unterlagen, kassiert die Gebühren, und wir sollen am Nachmittag wieder vorbeikommen und alles abholen. Zwischenzeitlich haben wir festgestellt, dass wir den Typ beide nicht kennen und wir ihn auf keinen Fall irgendwo hin mitnehmen. Wir wimmeln ihn erfolgreich ab und fahren weiter nach Banjul.

Zunächst fahren wir zur großen Moschee, die wir besuchen und sogar fotografieren dürfen. Wir sind ganz erstaunt. Danach fahren wir zum Fährterminal, wo schon viele LKW warten – gut das wir da nicht über den Fluss müssen. Dann zum großen Markt. Auto abgestellt und schon wieder kommt einer, der unser Auto kaufen will. Das ist vermutlich der 8. oder so. Aber keiner will unseren Preis zahlen. Wir tauschen mal Nummern aus, vielleicht entscheiden wir uns ja noch anders.

Am Markt angekommen werden wir von einem Bumpster zugequatscht, der einfach nicht weggehen will. Es kommt ein anderer der uns fragt, ob wir ihn kennen würden, und ihn dann wegschickt, und einen Ausweis zeigt und meint er arbeite hier um Touristen von Bumpstern fern zu halten, damit sie einen besseren Eindruck haben und wiederkommen. Wir laufen mit ihm zum Markt und sagen ihm dann, dass wir alleine gehen möchten. Er lässt uns allein und keine 2 Meter später ist der andere Typ wieder da und labert uns zu. Wir sagen ihm, wir wollen ohne ihn gehen und da kommt schon wieder der andere und schickt ihn weg. Vermutlich ist es das kleinere Übel einfach mit ihm zu laufen. Er zeigt uns den Markt, und wir erstehen ein paar Kleinigkeiten. Als wir wieder aus dem Markt rausgehen geben wir ihm ein Trinkgeld.

Wir fahren zum Museum und laufen durch. Die Geschichte von Gambia ist ganz nett dargestellt, natürlich eher mit einfachen Mitteln, aber gut gemacht. Interessant sind vor allem die historischen Fotos. Danach gehen wir noch auf den Arch 22. Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt.

Museum in Banjul

Blick über Banjul vom Arch 22

Auf dem Rückweg ins Hotel halten wir noch bei der Botschaft von Guinea und holen unser Passavant ab.

Danach gehen wir baden, zuerst im Meer, dann im Pool, wobei am Meer uns gleich schon wieder der Barbesitzer nahelegt, wir mögen doch zu ihm kommen (auf dem Hin- und Rückweg). Langsam nervt es. Wir haben glaube ich in den letzten 10 Tagen 100 Menschen erzählt wer wir sind, wo wir herkommen und alle sagen wie schön und wie toll, aber eigentlich wollen sie einem nur irgendwas andrehen. Und sei es, dass man sie mitnimmt und sie einem die Sehenswürdigkeiten zeigen. Robert sieht es noch entspannt, mir geht’s langsam ziemlich auf den Senkel.

Abends essen wir nochmal im Hotel, Robert Burger und ich Rinder-Domoda – eine Art gambisches Gulasch. Selbst der Security vom Hotel quatscht uns dann noch voll wie toll doch Deutschland ist und gerade Bayern München, das ist sein Team. Ich kann es nicht mehr hören.

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