Von Cap Skirring nach Bissau

Genau einen Monat sind wir unterwegs. Nach dem Frühstück spazieren wir am Strand entlang. Wir sind uns einig: definitiv einer der schönsten Strände an dem wir je waren.

Cap Skirring

Wir sehen eine Ansammlung von Geiern am Strand. Als Robert näher hingeht um ein Foto zu machen, bemerkt er eine Schildkröte, die auf dem Rücken liegt, und von den Geiern verspeist wird.

Geier essen Schildkröte

Wir laufen zurück und gehen nochmal baden. Das Meer ist super sauber, angenehm warm und verhältnismäßig ruhig. Traumhaft.

Danach packen wir zusammen und fahren los zurück nach Ziguinchor. Von dort fahren wir weiter zur Grenze. Die Ausreise aus dem Senegal verläuft problemlos, die Einreise Guinea-Bissau auch, allerdings ist der bürokratische Aufwand der hier betrieben wird durchaus nennenswert. Um einzureisen werden unsere persönlichen Daten zweimal aus den Pässen in große Bücher geschrieben, die persönlichen Daten unseres Pajeros gleich dreimal (wohlgemerkt natürlich immer an verschiedenen Orten) und zusätzlich nochmal der Pass kontrolliert. Dennoch müssen wir im nächsten Ort zum Zoll, um einen Passavant ausgestellt zu bekommen. Da wird dann unser Auto nochmal in ein großes Buch eingetragen. Es klappt alles wunderbar, aber diese Abschreiberei ist echt mühsam. Afrika halt…

Wir passieren zwei weitere Kontrollstellen, wo jedes mal das Passavant gestempelt wird. Der eine will 1000 CFA fürs Stempeln. Ich schicke Robert nochmal hin. Er klärt das, danach fahren wir weiter, ohne gezahlt zu haben.

Die Straße ist zwar immer noch geteert, aber die letzten Regenzeiten haben ihre Spuren hinterlassen. Immer wieder Schlaglöcher. Dafür tolle Landschaft. So stellt man sich Dschungel vor.

Gegen 18h sind wir dann in Bissau. Das Hotel ist sehr versteckt und es steht auch kein Name und nichts dran. Schwierig zu finden, da Booking und Google es auch noch an unterschiedlichen Stellen vermerkt haben, die aber beide inkorrekt sind, aber wir fragen nach dem Weg und irgendwann stehen wir davor.

Kommunikation ist in diesem Land nicht leicht. Alle sprechen portugiesisch, bzw. kreol, und nur teilweise, und wenn dann eher schlecht, französisch. Wenig englisch. Zwei Portugiesinnen, die wir später treffen werden, gestehen uns, auch lange nicht alles zu verstehen, was hier auf kreol geredet wird.

Am Abend gehen wir in ein Restaurant, das nicht all zu weit weg ist und an welchem wir schon vorher vorbeigefahren sind. Ich bestelle einen Burger, Robert gemischtes Gegrilltes. Beides Dinge, die wir zumindest annäherungsweise auf der Karte entziffern können. Die Qualität eher unterdurchschnittlich, zumindest mein Burger ist eher mau bis nix. Dafür müssen wir aber trotzdem ordentlich löhnen, zusammen ca. 15€. Wir laufen zurück ins Hotel und gehen schlafen.

Nachdem wir am nächsten Morgen im Hotel entdeckt haben, wo es Frühstück gibt, was nicht gerade berauschend ist, laufen wir los in die Stadt. Wir schlendern Richtung Zentrum, was nicht weit entfernt ist. Zuerst stellen wir fest, dass der „Park“ um die Ecke tatsächlich ein Park ist. Bei Dunkelheit sah das nach einem verkommenen Platz aus. Danach kommen wir an einer Kirche vorbei und laufen weiter Richtung Präsidentenpalast.

Präsidentenpalast in Bissau

Dort gehen wir in das im Reiseführer angepriesene Café des Hotel Impérial. Wir gönnen uns süße Pastéis de Nata und einen Kaffee. Danach laufen wir über die Nebenstraße wieder zurück, da das ethnologische Museum geschlossen hat. Auf dem Weg werden wir hin und wieder von Geldwechslern angesprochen. Sie bieten einen überdurchschnittlichen Kurs an (in Bissau ist die Währung, wie auch im Senegal, der CFA-Franc, der eigentlich fix an den Euro gekoppelt ist). Komisch, vielleicht hat das was mit den Drogengeschäften zu tun, für die Bissau so berühmt-berüchtigt ist?

Wir laufen weiter zur Burg, die von Militärs bewacht wird, und fragen „auf blöd“ ob man rein darf. Also mit Händen und Füßen. Der Soldat deutet uns, wir mögen warten. Wir glauben eigentlich nicht, dass wir die Burg besichtigen können, aber kurz später werden wir dann doch gebeten einzutreten. Ein Soldat und eine Soldatin, die allerdings keine Uniform trägt, da Feiertag ist, laufen mit uns rein. Uns wird der General vorgestellt, nachdem man uns Besucherausweise ausgehändigt hat. Ein netter, etwas älterer Herr. Wir stellen fest, dass die einzige Sprache, auf der wir uns zusammen verständigen können, spanisch ist. Nun ja irgendwie geht es. Es folgt eine einstündige Führung durch die Festung, mit reichlich Geschichtsinfos zur großen Revolution von 1963-1974. Wir besuchen einige Gräber von wichtigen comandantes, sowie das Grab von Amilcar Cabral, einem der wichtigsten Unabhängigkeitskämpfer und dem Nationalhelden schlechthin.

Grabstätte von Amilcar Cabral

Während wir an den Gräbern stehen, kommen 2 Portugiesinnen dazu. Anne und Raquel übersetzen teilweise für uns. Danach werden uns stolz die Konferenzräume gezeigt, wir verstehen zunächst nicht ganz wieso. Aber später sehen wir, dass sie das alles erst im letzten Jahr wieder aufgebaut haben. 2017 war alles noch eingestürzt:

Aufnahmen der Festung von 2017

Zum Vergleich ein aktuelles Bild der Festung

Es folgen drei weitere Räume, in denen die Waffen der Freiheitskämpfer ausgestellt sind. Spannend zu sehen, wer hier alles Waffen und Zubehör geliefert hat: vorrangig die Sowjets, aber auch die Chinesen, Tschechen und Italiener tauchen dort wieder auf. Zu guter letzt ist der alte Käfer von Amilcar Cabral ausgestellt, und wir dürfen uns sogar rein setzen und Fotos machen:

Der alte Käfer von Amilcar Cabral

Danach dürfen wir noch die Büros anschauen, vorrangig weil es dort eine Klimaanlage gibt und wir uns dort noch ins Gästebuch eintragen und einen Obulus da lassen sollen. Zum Schluss stellt sich heraus, dass der General drei Jahre in Lviv gelebt hat und fließend russisch spricht. Robert ist begeistert und ab dann verstehen wir anderen gar nichts mehr.

Am Ausgang gibt’s noch eine Fotosession, dann gehen wir mit den beiden Mädels noch Mittagessen. Wir entscheiden uns danach, noch gemeinsam mit ihnen in ihr Hotel zu gehen, da sie meinen, dass wir dort an der Rezeption nähere Infos zum Nationalpark Cantanhez sowie den Straßenbedingungen auf den verschiedenen Wegen nach Conakry bekämen. Sie sollten recht behalten: der Park ist angeblich offen, man vermutet, dass es englischsprachige Guides gibt und bei der Straße ist der Rezeptionist erst unsicher, aber als er hört, dass wir einen Pajero haben, meint er, dass das passen sollte.

Wir treffen uns abends nochmal mit den Portugiesinnen und gehen gemeinsam Abendessen. Es ist noch eine Freundin der beiden dazugekommen, die in Bissau lebt und das Leben dort sehr schätzt. Ich kann es mir nicht vorstellen, aber das hat womöglich auch was mit der Sprache zu tun.

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