Nationalpark Cantanhez

Wir verzichten auf das Frühstück im Hotel und fahren direkt ins Café Imperio. Davor holen wir uns noch eine SIM-Karte um im Cantanhez Park anzurufen. Zunächst erfolglos, wir erreichen niemanden. Wir machen noch einen kurzen Abstecher in die Kirche und an den Hafen, dann fahren wir los.

Auf dem Weg versuchen wir nochmals zu telefonieren. Zwecks Netz und mangelnden Französischkenntnissen auf beiden Seiten verstehen wir nur, dass es Guides gibt, ob sie englisch sprechen ist unbekannt, und Zimmer gibt es anscheinend. OK, also fahren wir hin. Auf dem Weg fahren wir dann noch an schönen Wasserfällen vorbei und halten kurz an.

Wasserfälle von Campáta

Kurz hinter Quebo biegen wir links auf die Piste ab. 60km sollen es noch sein, mal sehen wie das so läuft.

Zu Beginn ist die Piste OK und wird dann langsam etwas anspruchsvoller. Nach ca. 1/4 der Strecke graben wir uns gut in ein Matschloch ein und glauben schon, dass wir nicht mehr rauskommen. Erster Gedanke: gut, dass wir in einem Dorf sind, da helfen sicher viele mit beim schieben. Aber mit Gefühl und Geduld schafft es der Pajero allein wieder aufs Festland. Wir sind mal wieder erstaunt.

Zwischenzeitlich wird die Straße dann wieder deutlich besser, es wurden einige „Brücken“ gebaut bzw. Befinden sich im Bau. Wir glauben schon, dass wir es so recht zügig schaffen können, aber irren uns gewaltig. Denn nach ein paar Kilometern wird es erst richtig schlecht: stellenweise ist es komplett zugewachsen, tiefe Schlaglöcher und matschige Pfützen machen ein schnelles Vorankommen unmöglich, aber wir schaffen es. Das ist jetzt Dschungel pur. Uiuiuiui.

Piste durch den Dschungel

Im Camp angekommen lernen wir zwei Spanier kennen, die auch noch nicht lange da sein können. Wir unterhalten uns nett. Wir treffen auf eine weitere Spanierin, die hier lebt und Affenforschung betreibt. Kaum zu glauben dass man freiwillig langfristig hier wohnen will. Es hat eine Luftfeuchtigkeit von 80% und das ist auch bei nur 27°C unerträglich. Wir nehmen ein Zimmer, wo wir uns mit ihr das Bad teilen. Ist immerhin besser in Schuss als die anderen runden Hütten.

Abendessen gibt’s im Restaurant: Hühnchen in Zwiebelsoße mit Wedges und Reis. Schmeckt lecker, wäre aber besser wenn keine Viecher rumfliegen würden.

Abendessen im Dschungel

Von 19 bis 23 Uhr läuft der Generator. Danach ist nicht mal mehr das Lüftchen vom Ventilator zu spüren. Es wird eine schwitzige Nacht.

Der Wecker klingelt um 4.30Uhr. Es ist stockfinster und richtig schön schwül heiß. Da der Schlaf eh nicht so tief ist, fällt das aufstehen nicht ganz so schwer.
Abfahrt ist um 5 Uhr. Wir packen den teils spanisch, teils französisch-sprechenden Guide ein und die Spanier fahren uns hinterher. Wir fahren ca. eine dreiviertel Stunde durchs dunkle Gebüsch, dann parken wir und es geht zu Fuß weiter. Ein weiterer Guide mit Machete ist irgendwo aus dem Gebüsch getreten und begleitet uns. Gut, dass mein Handy recht viel Akku hat und als Taschenlampe dienen kann, wir uns NoBite draufgeschmiert haben und unsere Wanderstiefel dabei haben. Wir laufen durchs Gestrüpp, waten durch Sümpfe und irgendwann sagt einer Guides: jetzt Handylichter aus. Wir laufen weiter und irgendwann bleiben wir stehen. Der Guide flüstert uns zu, dass oben auf der einen Palme, deren Krone flach ist, ein Schimpanse schläft. Noch sehen wir nichts, da es erst langsam beginnt zu dämmen. Die Vögel fangen an zu zwitschern und die gesamte Geräuschkulisse des Urwalds nimmt zu. Als es hell genug ist, kann Robert mit der großen Kamera den Schimpansen ausmachen und ihn gelingen ein paar Bilder, wie dieser in seinem Nest sitzt. Dann klettert dieser langsam runter. Leider schaut er dabei weg, als wäre er scheu. Weil es so sumpfig ist können wir leider auch nicht näher hinlaufen.

Naja sobald es ganz hell ist, laufen wir zurück zum Auto. Ehrlich gesagt sind wir etwas enttäuscht. Zumindest sehen wir auf dem Rückweg noch ein paar Meerkatzen in den Bäumen rumspringen. Zurück im Camp gibt es Frühstück, danach laufen wir mit unserem Guide noch durch das Dorf. Das ist ziemlich beeindruckend, wir sehen viele Kinder, die Moschee, die Schule, das Krankenhaus, die Disko. Strom gibt’s wenn dann über Generatoren, Wasser aus Brunnen. Hier ein paar Eindrücke:

Drei kleine Jungs, die uns durchs Dorf begleiten

Moschee in Jemberem

Ein Restaurant in Jemberem

Frauen am Brunnen in Jemberem

Schule in Jemberem

Jemberem – Eines der Dörfer im Nationalpark Cantanhez

Danach setzen wir uns ins Auto und fahren los Richtung der beiden Orte, wo es theoretisch Grenzübergänge nach Guinea geben soll. Auf dem Weg schauen wir noch in einem Ort vorbei wo ein Babyschimpanse lebt, das haben uns die Spanier erzählt. Julio ist sein Name und er sitzt ohne Scheu auf einem Dach und spielt vor sich hin. Der ist fast interessanter als die Aktion heute früh.

Julio – Der Baby Schimpanse

Wir fahren weiter. Leider wird uns an beiden Orten für den Grenzübergang von der Piste abgeraten. Beim ersten heißt es, es sei noch zu viel Wasser auf der Piste und wir kämen da trotz unserem Auto nicht durch. Beim zweiten Übergang heißt es, die Fähre würde momentan nicht fahren, man kann nur mit dem Motorrad fahren, was auf eine Pirogge passt. Gut, dann heißt es wohl doch den Umweg über Pitche nehmen. Wir fahren also weiter bis Gabu. Dort nehmen wir uns ein (überteuertes) Hotel mit Klima und Pool.

Wir gehen baden, geben Wäsche zum waschen und danach essen. Wir suchen erst ein Restaurant in der Stadt, vieles ist aber geschlossen oder sagt mir nicht zu, sodass wir doch im Hotel essen. Draußen am Pool ist es schön. Der Chef bemüht sich sehr. Wir essen beide Rindfleisch mit Reis, Pommes und Salat. Bei mir ist noch ein Ei drüber. Schmeckt gut. Dazu portugiesisches Bier. Robert will danach unbedingt noch das lokale Bier trinken gehen, direkt neben dem Hotel ist eine Bar. Leider schaffen wir es nicht auszutrinken, da der Geschmack wirklich scheußlich ist. Zum Unverständnis der lokalen Bevölkerung, lassen wir die halb vollen Gläser stehen. Tun wir nicht gerne, aber wir können das bei bestem Willen nicht trinken.

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