Zurück nach Norden

Dalaba wird der südlichste Punkt unserer Reise bleiben, ab hier fahren wir wieder Richtung Norden. Auf dem Rückweg machen wir noch kurz hinter Dalaba einen Abstecher zum Garten von Auguste Chevoir, einem Franzosen, der versucht hat, in einem botanischen Garten fremde Pflanzen zu kultivieren. Von dem Garten ist aber nur noch ein wilder Wald übrig, durch den wir etwas spazieren, nachdem wir das Auto vor einem Matschloch abgestellt haben. Wegen eines umgefallenen Baumes wären wir eh nicht weiter gekommen.

Garten von Auguste Chevoir

Der nächste Stopp ist beim Wasserfall von Kinkon. Hier muss man Eintritt zahlen, da das Gelände zum Elektrizitätswerk gehört, das aus der Wasserkraft des Flusses Strom gewinnt. Der Wasserfall ist toll, man kann ihn von verschiedenen Aussichtspunkten aus bewundern. In der Nähe gibt es auch noch den dazugehörigen Stausee mit Staudamm, zu dem wir auch noch hinlaufen.

Wasserfall bei Kinkon

Wasserfall bei Kinkon

Wir fahren zurück an die Hauptstraße nach Pita und gehen dort einmal über den Markt. Das ist hier wirklich eine sehr angenehme Erfahrung, da wir nicht angesprochen oder genervt werden um etwas zu kaufen, aber wenn wir dann jemanden etwas fragen sind alle sehr freundlich. Wir finden auch was wir suchen. Anschließend essen wir noch Fleischspieße am Straßenrand und trinken Kaffee. Kaffee wird hier aus Espressotassen (oft ohne Henkel und bis zum Rand befüllt) getrunken, kommt meist aus bunten Thermoskannen, aber schmeckt tatsächlich sehr gut. Gekocht wird er auf offenem Feuer in Bialetti-Kannen.

Weiter geht es nach Norden bis nach Labé, wo wir angesichts der anbrechenden Dunkelheit übernachten. In der Unterkunft sind auch zwei Jungs aus Holland, die mit ihrem Peugeot Boxer noch weiter nach Ghana wollen, mit ihnen unterhalten wir uns am Abend.

Piste zum Wasserfall

Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Norden, aber kurz vor Popodara biegen wir nochmal auf eine Piste ab, um zum Wasserfall von Sala zu fahren. Die Piste zieht sich etwas, aber die Anfahrt lohnt sich, denn der Wasserfall ist noch größer als der vom Vortag. Zudem liegt er mitten im Urwald und es sind keine anderen Menschen um uns herum. Wir schauen uns den Wasserfall von einer Klippe aus an – ein wunderbarer Ort. Danach laufen wir zu einer anderen Stelle, wo man im Fluss baden kann, kurz bevor er rauschend in die Tiefe stürzt.  Neben der Badestelle ist ein verlassenes Camp, vermutlich konnte man hier mal übernachten, aber jetzt ist alles geschlossen und kein Mensch weit und breit. Schade, eigentlich ein super schöner Platz.

Wasserfall von Sala

Badestelle in der Nähe des Wasserfalls

Zurück an der Hauptstraße geht es weiter nach Norden, wieder durch den 25km langen schlechten Straßenabschnitt. Wir entschließen uns trotz Dunkelheit noch bis nach Koundara zu fahren. Dort fahren wir ein Hotel an. Die Zimmer sollen zwar nur 10€ kosten, sind dafür aber richtig schön versifft. Wir entschließen uns im Dachzelt zu schlafen und mieten uns ein Zimmer nur, um Toilette und Dusche zu benutzen. Für die Nichtbenutzung des Betts bekommen wir dann sogar noch einen Rabatt von 2€.

Gut beladener Gegenverkehr

Abendessen bekommen wir in einem Restaurant neben dem Hotel, das aus einer kleinen Blechhütte direkt an der Straße besteht. Wir essen Rindfleisch mit Spaghetti bzw. Reis. Das Bier wird extra für uns mit dem Motorrad herbeigeschafft. Das Essen ist lecker, aber leider voll mit Knochensplittern.

Abendessen: Fleisch mit Reis

Am nächsten Morgen schlafen wir recht lange, obwohl ich eigentlich befürchtet hatte, dass wir wegen der naheliegenden, lauten Straße keine Ruhe hätten. Dann unterhalten wir uns noch mit zwei Deutschen, die auch auf dem Hof des Hotels in ihrem Auto übernachtet haben. Letztlich kommen wir erst gegen 11 Uhr los und fahren weiter zur Grenze.

Vor der Ausreise muss unser Passavant an vier verschiedenen Zollstationen gestempelt werden. Dazu kommen Gendarmerie-Checkpoints, die unsere Pässe abschreiben. Zwischendurch versuchen wir, unser letztes Geld in Wasser und Kaffee zu investieren, was daran scheitert, dass wir den Kaffee nicht bezahlen können, weil das andere Gäste für uns erledigt haben. Wir sind nochmal positiv überrascht, wie freundlich die Guineaner sind. Ganz am Schluss bekommen wir dann noch unsere Ausreisestempel.

Der senegalesische Grenzposten befindet 13km hinter der Grenze. Als wir dort ankommen ist gerade Mittagspause. Angeblich geht es ab 15 Uhr weiter, wir haben also ca. 1,5h zu warten. Wir beschließen, die Zeit zu nutzen und einen Kanister Diesel vom Dach in den Tank umzufüllen. Dabei bricht ein Schlüssel in einem Schloss ab, das den Kanister auf dem Dach sichert. Unsere Versuche, das Schloss mit diversem Werkzeug zu öffnen scheitern, aber schnell ist ein Kerl aus einer Fahrradwerkstatt mit einer Säge zu Hand und öffnet das Schloss in Sekunden. Durch die ganze Aktion verpassen wir, dass die Grenzer ihren Posten wieder eingenommen haben und landen am Ende der Schlange.

Nach dem Einreisestempel müssen wir zu einem Checkpoint, an dem unsere Impfpässe auf Gelbfieberimpfungen kontrolliert werden. Danach kommt erst der Zoll wegen den Fahrzeugpapieren.

Feuer am Straßenrand

Am Straßenrand sieht man oft Buschfeuer, zum Teil reichen sie bis an die Straße heran. Wir fragen uns, ob die Feuer künstlich gelegt wurden. Wir fahren bis Tambacounda und gehen dort in ein Hotel. Temperaturmäßig ist es hier zwar wieder sehr heiß, da es aber relativ trocken ist merkt man die Temperaturen gar nicht mal so.

Advertisements

Senf dazugeben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s