Von Tambakunda über Kaolack und Touba an den Lac Rose

Beim Frühstück morgens im Hotel gibt es nach Wochen endlich mal wieder ein Croissant, und nicht nur Baguette, und dazu einen Saft – oh wie schön!

Wir entscheiden uns die Werkstatt im Ort aufzusuchen, da das ABS trotz Autowäsche und Reifen abspritzen nicht aufhört zu leuchten. Außerdem wäre ein Ölwechsel nach 9000km fällig und Abschmieren macht auch Sinn.

Wir sind vielleicht eine halbe Stunde in der Werkstatt, lassen alles machen, auch das ABS-Problem scheint behoben und wir fahren gleich noch wegen unseren Reifen schauen, da die hinteren beiden konstant Luft verlieren. Nicht viel, aber regelmäßig.
Beide haben kleine Löcher, die sind schnell gefunden und geflickt. Weiter geht’s.

Nach circa 30km leuchtet das ABS erneut und wir drehen um. Nochmal in die Werkstatt. Leider finden sie die Ursache nicht gleich und Robert begibt sich mit dem Chef auf Suche nach einem Diagnosegerät. Leider sind die Läden zu, wir sollen bis Dakar fahren, das wäre soweit kein Problem. Dort könnten die das sicher richten.

In Kongheul biegen wir links ab auf eine Piste, denn angeblich soll es nicht weit vom Ort Megalithen bzw. Steinkreise zu sehen geben. Ähnlich zu Stonehenge wird darüber gerätselt, was sie zu bedeuten haben. Wir finden erst mal nichts. Kein Schild, kein nichts. In einer unserer Apps ist ein POI eingezeichnet, wir latschen quer durch die Felder, fragen Kinder die auf dem Feld arbeiten, nichts. Wir nehmen nochmals eine Abzweigung, die wir schon versucht hatten, fahren dieses Mal aber weiter. Sowohl ein Mann, als auch ein Kind, die wir fragen, deuten uns nun die Straße entlang – anscheinend ist da also doch was. Wir gelangen in den nächsten Ort, der zumindest auch im Reiseführer steht. Dort fragen wir wieder vier Mal, bis wir in der richtigen Richtung unterwegs sind. Viele sprechen leider kein Französisch, erstaunlicher Weise aber 2 Personen Englisch. Irgendwann sind wir zu weit und drehen um. Der nächste deutet uns in eine andere Richtung – also wieder zurück. Dann kommt eine größere Gruppe auf uns zu, und sie deuten uns, wir sollen parken und laufen, sie zeigen uns den Weg. Wieder durchs Gestrüpp und auf einmal liegen die großen Steine vor uns. Die hätten wir bei dem hohen Gras nie selbst gefunden. Das Licht ist gerade sehr schön und wir können ein paar schöne Fotos machen:

Wir fahren durch die Piste zurück wieder auf die Hauptstraße Richtung Kaolack. Es ist noch ein gutes Stück. Langsam wird es dunkel und ehrlicherweise fährt Robert nur auf meine Bitte hin bis Kaolack, da er dort ein schönes Hotel gefunden hat und ich da unbedingt hin will. Im Gegensatz zu den sonstigen Strecken, die wir hin und wieder bei Nacht gefahren sind, ist hier recht viel los. Das macht es wirklich gefährlich. Viele fahren ohne Licht (vor allem hinten), es sind Eselskarren unterwegs, natürlich gänzlich ohne Beleuchtung, massiv überladene LKWs, die oft vergessen, das Fernlicht auszumachen, und stark blenden, und immer mal wieder springen ein paar Fußgänger über die Straße. Immerhin ist die Straße gut, sodass es nicht noch zusätzlich zig Schlaglöcher gibt. Die Warnungen vor Nachtfahrten sind also nicht ganz unbegründet und wir entscheiden uns, das zukünftig noch mehr zu vermeiden, als wir es eh schon tun.

Im Hotel angekommen freuen wir uns über ein sauberes Zimmer, schönes Ambiente, nettes Personal und zuletzt noch fantastisches Essen. Robert isst eine Art Rindfleisch Eintopf mit Gemüsespaghetti, ich Rindfleisch mit Pilzen in Rahmsoße dazu Kartoffeln. Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal etwas mit Rahm gegessen habe und freue mich unendlich drüber.

Wir würden gerne noch eine Nacht bleiben, aber am nächsten Tag erfahren wir, dass unser Hotel kein Zimmer für eine weitere Nacht frei hat. Wir telefonieren mit einem weiteren Hotel, was etwas teurer ist, die haben noch etwas frei und wir buchen direkt.

Zuerst entspannen wir noch eine Runde am Pool, packen zusammen und checken aus. Schön in der Mittagshitze laufen wir dann zum Markt. Gut, dass zumindest ein wenig Wind weht, das macht die Temperatur von 34°C deutlich angenehmer. Der Markt ist riesig, nur ab und zu werden wir angesprochen, ob wir was kaufen wollen. Hier kaufen ganz klar die Einheimischen ein. Zurück am Auto freue ich mich auf die Klimaanlage. Wir fahren zur großen Moschee, aber da gerade Gebetszeit ist, laufen wir aber nur einmal drum herum – ist ganz nett, aber nicht super aufregend.

Ausnahmsweise wird in unserem Hotel diese Nacht Vorkasse verlangt. Unsere Hütte ist groß, sauber und nett gemacht, könnte aber noch ein oder zwei weitere Möbelstücke vertragen. Die Anlage ist toll und es ist nichts los. Den Rest des Nachmittags verbringen wir am Pool.

Nachdem wir uns aber die Speisekarte  des Hotelrestaurants angesehen haben, entscheiden wir uns in die Stadt zum Essen zu fahren. Dort essen wir beide Rinderfiletspieße mit Pommes und ein großes Bier zum Teilen dazu für ca. 14€. Definitiv der bessere Deal als im Hotel, wo wir für das Geld nicht mal eine Hauptspeise bekommen hätten.​

Am nächsten Morgen fahren wir los Richtung Touba – das Mekka des Senegal. Dort angekommen, bekommen wir gleich Gesellschaft am Auto und ein Führer bietet sich an. In diesem Fall ist das sinnvoll, da man deutlich mehr erfährt über die heilige Stadt und vor allem so nicht gegen irgendwelche Regeln verstößt. Ich muss mir ein Tuch als Rock umbinden, denn lange Hosen sind bei Frauen dort nicht erwünscht, die Arme sowie die Haare bedecken. Gut dass es nur 32 Grad hat.

Über das komplette Areal der Moschee hinweg muss man die Schuhe ausziehen, auch in den Abschnitten, wo es wegen Renovierungsarbeiten super dreckig ist. Nichts desto trotz ist es ein toller Ort. Es ist eine der wenigen Moscheen, die wir betreten dürfen auf unserer Reise und sie ist wirklich schön, mit vielen tunesischen sowie marokkanischen Dekorelementen:

P1330604

Die große Moschee in Touba

P1330614

Ehemalige Brunnen

P1330621

Moschee von innen

P1330624

Marokkanische Dekorelemente

In Touba leben laut unserem Führer, Ali, 2,5 Mio Menschen. Angeblich kann jeder, der sich dort niederlassen möchte, Grund bekommen, ohne ihn kaufen zu müssen. In Touba gibt es keine Hotels, zum großen Fest Magal, an dem in diesem Jahr 4 Millionen Menschen in die Stadt gepilgert sind, schlafen die Menschen bei den Einheimischen zu Gast.

Nach der Besichtigung laufen wir noch zum Friedhof – auch der ist beeindruckend. die Gräber stapeln sich gerade nur so. Uns wird erklärt, dass die Toten hier mumifiziert werden und dann seitlich mit Blick nach Mekka vergraben werden.

P1330646

Friedhof in Touba

Anschließend fahren wir fahren weiter Richtung Thiès. Dort angekommen steigen wir bei der Kathedrale aus und laufen dann über den Markt. Danach suchen wir ein Campement auf, welches aber leider nicht so toll aussieht, sodass wir uns entscheiden, doch noch bis zum Lac Rose zu fahren. Angekommen im Le Calao du Lac Rose nehmen wir uns ein Zimmer bzw. mal wieder einen kleinen Bungalow und essen auch dort zu Abend. Da wir jetzt wieder an der Küste sind, gönnen wir uns wieder mal Fisch – den hatten wir schon länger nicht mehr – und er schmeckt fantastisch.

Thiof mit Reis

Advertisements

Senf dazugeben

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s