Lac Rose bis Saint Louis

Vom Lac Rose fahren wir mal wieder nach Dakar. Ziel sind ein paar Erledigungen für das Auto. Der Verkehr nach Dakar ist nervig. Wir brauchen eine dreiviertel Stunde von einer Autobahnausfahrt über einen Kreisverkehr zur Brücke über die Autobahn, keine 300m. Es wird kreuz und quer gefahren, jeder quetscht sich rein wo er kann, egal ob man damit alles blockiert.

Unser erster Stopp ist die offizielle Mitsubishi-Niederlassung, aber dort ist man nur bedingt hilfreich: erst will man uns gar nicht weiterhelfen, weil man sich nur um Autos kümmere, die auch hier gekauft wurden. Dann sagt man uns, dass man morgen zumindest mal für knapp 50€ den Fehlerspeicher auslesen kann.

Wir probieren unser Glück nochmal bei einer Tankstelle, die hat sogar ein Diagnosegerät und einen passenden Stecker, doch auslesen lässt sich nichts. Sie schicken uns zu einer anderen Tankstelle, dort hätte man ein besseres Diagnosegerät. Das funktioniert dann zwar auch nicht, aber immerhin sind sie sonst recht hilfreich, wir tauschen ein paar Aufhängungen für den Auspuff. Außerdem werden wir an einen Platz weiterverwiesen, wo man unseren Auspuff schweißen kann, was wir dann auch dort erledigen lassen.

Auspuff schweißen

Angesichts der fortgeschrittenen Zeit entschließen wir uns, nochmal im Stadtzentrum zu übernachten und checken daher in dem Hotel ein, in dem wir schon einmal waren. Abends gehen wir auch nochmal im Institute Français essen, und nach langer Zeit bekommen wir mal wieder Schweinefleisch.

Am nächsten Tag fahren wir wieder zum Mitsubishi-Händler, verzichten aber auf die Fehlerspeicherauslesung (das haben wir nämlich mittlerweile mittels eines Tricks selbst hinbekommen, man kann den Fehlercode auch über eine Art Morsecode im Armaturenbrett auslesen), sondern fragen nur nach wegen Teilebestellungen. Alles, woran wir Interesse hätten, wäre innerhalb von 45 Tagen (!) lieferbar, und dazu noch zu Preisen als wären die Teile aus purem Gold: ein paar Bremssättel für 800€ muss man sich schon mal gönnen wollen. Öl für das Verteilergetriebe verkaufen sie erst gar nicht, aber wir bekommen einen Tipp, wo wir das bekommen könnten. Dort fahren wir auch hin (nicht weit, aber dank Verkehr zeitraubend), bekommen das gewünschte Öl und lassen es bei einer naheliegenden Tankstelle auch gleich einfüllen. Länger als der Ölwechsel dauert die Rechnungsstellung danach, da wird minutiös alles mögliche abgefragt, steht dann aber trotzdem falsch auf der Rechnung. Zumindest dieses Thema haben wir mal erledigt.

Verkehr in Dakar. Man beachte die IKCO-Niederlassung, die iranische Autos verkauft

Anschließend stellen wir uns nochmal ein bißchen in den Stau Richtung Autobahn, dann fahren wir wieder zum Lac Rose.

Dort machen wir zuerst eine kleine Bootsfahrt. Der Bootsführer stochert mit einem Stock in den untiefen See und erzählt uns ein paar Sachen dazu. Leider ist es etwas bewölkt, daher ist der See eher orange statt rosa. Trotzdem ist es interessant, aus dem See wird viel Salz gewonnen, und zwar komplett durch manuelle Arbeit. Die Arbeiter holen das Salz mit Körben vom Seegrund. Sie müssen sich dazu mit Sheabutter eincremen, da die Haut das sonst nicht lange aushalten würde.

Salzgewinnung am Lac Rose

Salzgewinnung im Lac Rose

Nach der Rundfahrt fahren wir ins Hotel und quartieren uns diesmal auf dem zugehörigen Campingplatz ein. Zum Abendessen bekommt Fabi Rindfleischspieße und ich Rochen in Panade.

Am nächsten Tag wollen wir den Strand entlang nach Saint Louis fahren, das war früher mal die letzte Etappe der Rally Paris-Dakar. Das geht nur bei Ebbe, die heute um 09:20h vorhergesagt ist. Wir kommen dafür gerade noch rechtzeitig los.

Wir müssen zuerst die Dünen vor dem Strand überqueren, was anspruchsvoll ist, aber klappt. Dann geht es los, auf dem schmalen Streifen zwischen dem trockenen Sand, der zu weich zum fahren ist, und dem Wasser. Dazwischen kann man gut mit 60-80km/h fahren.

Fahrt am Strand entlang

Bei Kayar, einem Ort am Meer, müssen wir den Strand verlassen, da hier gerade die Fischer ihre Boote slippen und der Strand dadurch blockiert ist. Wir fahren durch den Ort. Hinter dem Ort gibt es keinen Weg direkt auf den Strand, nur eine Piste durch einen angrenzenden Pinienwald. Von dort gibt es kein Durchkommen zum Strand, die Bäume stehen zu dicht. Nach ein paar hundert Metern finden wir jedoch eine Stelle, wo wir über ein paar Dünen an den Strand kommen.

Durch einen Fahrfehler bleiben wir aber am Übergang von Dünen zum Strand stecken. Schaufeln ist angesagt, außerdem Sandblech und Hebesack ausladen. Zum Glück kommen recht bald ein paar Jungs, die im Wald Holz gesammelt haben, vorbei und helfen uns beim Schaufeln und Schieben. Es dauert trotzdem über eine Stunde, bis das Auto wieder frei ist.

Gegenverkehr am Strand

Wir fahren weiter am Strand, doch merkt man, dass die Flut im Anrollen ist. Der befahrbare Streifen wird immer schmaler, gelegentlich schwappen die Wellen bis vor das Auto. Weiter rechts wird es schnell zu weich, weiter links zu nass. Wir verlassen daher bei Mboro den Strand und fahren über die Straße im Hinterland weiter.

Wir finden auch eine neu geteerte Straße (auf der noch die Baumaschinen rumstehen), die auch noch in keiner Landkarte eingezeichnet ist. Die Bauarbeiter sagen uns, die neue Straße wäre eine Abkürzung Richtung Saint Louis. Die ersten 13km sind auch geteert und super befahrbar, danach wird es dann leider eine Piste, aber selbst da kommen wir zügig durch.

In Saint Louis angekommen checken wir in ein Hotel ein, dann fahre ich zu einer Tankstelle und lasse das Auto reinigen – das Auto hat einiges an Salzwasser abbekommen. An der Tankstelle steht auf der Preisliste auch „Pulverisation“, da wird irgendein Rostschutz gegen das Salz aufgetragen. Ich lasse also alles machen, incl. Motorwäsche, Pulverisation und Abschmieren.

Da das Hotel unter spanischer Leitung steht gibt es zum Abendessen Paella mit Meeresobst.

Paella

Am folgenden Tag laufen wir nochmal zu Fuß durch Saint Louis und schauen uns Dinge an, die wir das letzte mal noch nicht gesehen haben, z.B. zwei Museen. Außerdem besuchen wir unzählige Geschäfte und kaufen diverse Souvenirs.

Fischerboote in Saint Louis

Zum Abendessen gehen wir ins La Kora. Wir essen Mille Feule mit Blutwurst und einen sehr leckeren Fisch.

Fisch mit Zubehör

Anschließend gehen wir noch ins Institute Français, wo es ein Konzert von Alias Diallo gibt (der nächstes Jahr auch als Präsidentschaftskandidat im Senegal antreten will).

Konzert mit Alias Dallo

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