Mauretanien 2.0

Nach dem Frühstück gibt’s mal wieder die Neuigkeit, dass die Wäsche natürlich nicht trocken geworden ist. Ausrede: gestern schien keine Sonne und heute Nacht hat es geregnet. Stimmt, aber die Wettervorhersage war dementsprechend und trotzdem wurde mir am Tag vorher versichert, dass sie ganz sicher trocken sein wird. Aber gut, inzwischen sind wir das ja fast gewöhnt.

Dann geht’s zur Grenze. Die Ausreise aus dem Senegal verläuft problemlos, aber die Einreise nach Mauretanien zieht sich mal wieder, da die Verbindung zur Datenbank, in der unsere Fingerabdrücke, Fotos und Daten gespeichert sind, heute sehr instabil ist. Wir werden schon gewarnt, dass wir gegebenenfalls über Rosso fahren sollen, was wir ablehnen, da wir uns nicht sicher sind, ob wir nochmals in den Senegal einreisen können, da uns das Passavant dort nämlich abgenommen wurde.

Nach einer halben Stunde ist zumindest mein Visum fertig und es dauert nochmal so lange, dann hat auch Robert sein Visum. Danach folgen noch die Stempel, und frecherweise fragt der Chef dann noch nach Geld. Nach kurzer Diskussion ist jedoch eine kostenlose Weiterfahrt möglich. Danach erhalten wir noch das Passavant, und als Strafe fürs nicht-zahlen wird unser Auto noch gründlich durchsucht. Die Koffer werden geöffnet, nach Alkohol und Drogen gefragt und dann ist auch gut. Die Einreise nach Mauretanien haben wir erledigt, los geht’s auf der schlechten Straße / Piste. Heute sehen wir wenig Krokodile, dafür um so mehr Warzenschweine.

Warzenschweine

Leguan

Warzenschwein

Nach 4 Stunden Fahrt, unzähligen Schlaglöchern und 250 km sind wir dann endlich in Nouakschott. Wir checken ins Jeloua ein und gehen Abends mit meiner Freundin was essen.

Am nächsten Morgen machen wir uns nach dem Frühstück auf die Suche nach dem Büro des Nationalparks Banc d’Arguin. Leider ohne Erfolg.

Wir fahren zu den beiden schönen Moscheen, besichtigen können wir sie aber nicht. Danach schlendern wir über den Marché Capital, bevor wir wieder zurück zum Hotel fahren.

Marokkanische Moschee in Nouakchott

Marché Capital

Irgendwie landen wir auf Grund des chaotischen Verkehrs falschherum in einer Einbahnstraße, aber vor uns fahren auch viele in unsere Richtnug. Ampeln sind auch eher zur Zierde da, also fahren wir weiter in die falsche Richtung. Irgendwann schimpft einer auf der Gegenspur und zeigt, dass wir umdrehen sollen. Wir bleiben stehen, und auf einmal fährt uns hinten einer drauf. Bis wir ausgestiegen sind, hat er aber schon halb umgedreht und fährt in die andere Richtung weg. Anscheinend hat er nur unsere Anhängerkupplung erwischt, seine Motorhaube ist aber etwas eingedrückt.

Im Hotel angekommen besuchen wir endlich die Touareg, die einen Stand vor dem Hotel haben und uns schon beim letzten mal ihre Kunstwerke zeigen wollten. Wir werden auch fündig, allerdings ist das verhandeln hier deutlich mühsamer als im Senegal. Wir brauchen 1 Stunde und 3 Tee, bis wir sie da haben, wo wir sie haben wollen. Abends essen wir nochmals mit meiner Freundin gemeinsam im Hotel – heute gibt es fantastisches Kamel mit Gemüse bzw. Reis.

Am nächsten Morgen fahren wir gegen 9.30 Uhr los. Ziel: Parc National de Banc d’Arguin. Nach 150 km biegen wir ab und fahren zunächst auf einer Teerstraße in den Park. Einige Kilometer später biegen wir ab auf die Piste und folgen ziemlich der Route auf unserem Navi. Diese ist allerdings irgendwann zu Ende und wir fahren nach Gefühl und Himmelsrichtung nach Iwik. Die Piste ist streckenweise sehr sandig und anspruchsvoll, sonst aber großteils gut befahrbar.

Piste nach Iwik

In Iwik steuern wir ein Campement an. Die Chefin lädt uns zum Essen ein, es gibt anlässlich des Feiertages ein Festmahl. Wir bekommen Reis, ein Stück Fleisch und eine Zitrone. Ist nicht schlecht.

Danach laufen wir nochmal in den Ort, Robert geht baden, auf dem Rückweg quatschen wir mit ein Mitarbeitern des Nationalparks, die Boule spielen. Es gibt dort sogar WiFi, die GIZ baut gerade neue Gebäude für sie und da freuen sie sich schon drauf. Ein großes Skelett eines Wals ziert den zentralen Platz.

Walskelett

Als wir zurück sind, setze ich mich ein wenig in die Sonne, Robert läuft noch auf einen Hügel Richtung Meer. Wir stellen unser Zelt auf, machen uns Tee und Fertigsuppe. Schon ist es dunkel und wir gehen bald ins Bett. Der Mond scheint wirklich hell, sodass man fast keine Taschenlampe braucht. Robert gelingen noch ein paar tolle Bilder.

Nachts in Iwik

Ich wache bei Morgengrauen auf und wecke gleich Robert, da es toll aussieht. Leider verpassen wir wegen Müdigkeit die Chance, Fotos zu machen. Gegen 7.45 Uhr stehen wir auf. Zusammenpacken, Frühstück und dann los zum Ufer. Unser Segelboot wartet schon auf uns.

Unser Segelboot

Sehr gemütlich geht es dahin, wir bekommen wie üblich drei mal den gesüßten Tee. Irgendwann gegen Mittag herrscht allerdings dann Flaute, sodass wir ankern müssen. Kurz später kommt der Wind aber Gott sei Dank wieder und wir segeln weiter. Laut unserem Kapitän sind wir in 25 Minuten dort, wo es viele Vögel gibt – Inshallah. 50 Minuten später sieht man in der Ferne einige Vogelscharen. Aber wirklich noch sehr weit entfernt. Nach weiteren 20 Minuten sind wir dann noch etwas näher dran, mit der Zoomlinse kann man die Vögel auch sehr gut erkennen.

Viele Vögel

Flamingos

Dann drehen wir um. Inzwischen ist es 14 Uhr. Eigentlich wollten wir spätestens jetzt zurück sein. Aber gut, so ist es halt in Afrika. Wenigstens kommen wir gut voran, da der Wind gut steht. Zudem werden wir auch noch bekocht. Frischen Fisch haben wir leider nicht gefangen, also wird getrockneter Fisch eingelegt und Reis dazu gekocht. Gegessen wird dann aus einer Schale mit den Händen. Robert und ich stellen uns natürlich doof an, da wir das nicht so hinbekommen wie sie. Wieso muss man auch gerade Reis mit Händen essen? Können das nicht zumindest Nudeln sein? Danach erfolgt die übliche Teezeremonie. Erst wird der Tee aufgekocht, dann werden die ersten Gläser befüllt, danach der Zucker in die Kanne und dann zig mal umgießen, damit alles gut vermengt ist und das Schnapsglas zur Hälfte aus Schaum besteht. Zuerst bekommt Robert den Tee, danach wird sein Glas wieder aufgefüllt und ich bekomme es. Das andere Glas geht zuerst an den Kapitän und erst danach trinkt der Matrose.

Um 15:45 Uhr sind wir zurück und stellen fest, dass wir uns endlich einen guten Sonnenbrand geholt haben. Der erste nach 7 Wochen Reise. Wir entscheiden uns, heute nur noch nach Cap Tafarit zu fahren und dort eine weitere Nacht zu Campen. Bis Nouadhibou schaffen wir es bei Helligkeit nämlich nicht mehr. Cap Tafarit ist ein schöner Ort, wir campen direkt am Meer.

Camp in Cap Tafarit

Wir baden und freuen uns über eine Dusche. Danach kochen wir und es gibt lecker Pasta mit Trüffelpesto. Frei nach dem Motto: wer ko, der ko!

Wir wachen erneut bei Morgengrauen auf und dieses Mal gibt’s auch ein Bild davon.

Sonnenaufgang

Ist schon eine tolle Kulisse und dazu das Meeresrauschen. Wir bleiben noch etwas liegen, dann machen wir uns Tee, da der Kaffee inzwischen alle ist, und essen dazu Bananen und ein paar Kekse.

Abfahrt ist um 10.15Uhr. Quer durch die Wüste zur Hauptstraße und dann weiter Richtung Nouadhibou. Spannend mal wieder, wie wenig die Beschreibung der Route aus Sicht der Einheimischen mit unserer Wahrnehmung übereinstimmt. So sieht „bonne route, pas de sable“ aus:

Angeblich gute Straße ohne Sand

Gegen 14.30 Uhr kommen wir in Nouadhibou an und checken ins Hotel ein.

Nachmittags fahren wir dann nochmals zum Schiffsfriedhof, den wir nochmal aus der Nähe betrachten wollen. Wir laufen am Strand entlang und treffen einen Brasilianer. Wir unterhalten uns nett mit ihm, er erzählt uns, dass vor gar nicht all zu langer Zeit hier 300 Schiffe lagen, aber inzwischen sind die Chinesen fleißig am Altmetall sammeln, sodass es nicht mehr so viele sind.

Schiffsfriedhof in Nouadhibou

Der Strand Mal wieder ein einziges Drecksloch, davor die Wracks. Wirkt irgendwie gespenstisch.

Abends gehen wir in ein Restaurant und es gibt leckeren Fisch. Als wir nach Getränken fragen, wird uns zu unserer Überraschung Bier angeboten. Wir lassen uns gleich zwei bringen. Bei der Abrechnung staunen wir nicht schlecht: die zwei Bier haben zusammen fast 15€ gekostet! Naja, das ist wohl die gerechte Strafe, wenn man in einem Land, in dem Alkohol verboten ist, doch meint, Bier trinken zu müssen.

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