Zurück durch die Wüste

Der Tag in Nouadhibou beginnt mal wieder mit Routine. Aufstehen, Frühstücken, Packen und los. Da wir uns gestern mit unserem Bier verkalkuliert haben, fehlen uns heute 280 Ouguiya, sprich 7 €, um die Hotelrechnung zu begleichen. An Kartenzahlung ist hier natürlich nicht zu denken. Aber gut, dass das Personal flexibel ist und wir passend 7€ da haben, sodass wir unsere letzten Ouguiya los werden, ohne nochmal extra zur Bank laufen zu müssen.

Dann kommen wir zur Grenze. Die Ausreise aus Mauretanien läuft mal wieder problemlos. Dann passieren wir erneut das Niemandsland und schließlich sind wir an der marokkanischen Grenze. Hier ist wieder das übliche Chaos angesagt. Man meint sogar die Marokkaner seien die Spezialisten des Chaotismus. Robert muss zweimal zu einem Zollbüro, wo es auch schön chaotisch zugeht, inklusive Rumgeschreie und -geschubse zwischen Zöllner und anderen Kunden, um einen Wisch zu bekommen, diesen dann auszufüllen, und dann abstempeln zu lassen. Wir stehen schon kurz vor dem Scanner, da fällt den Grenzbeamten ein, dass vorher doch nochmal wer anders das Auto checken muss. Also muss ich irgendwie meinen weit vorne ergatterten Platz aufgeben, zig Lastwagen hinter mir müssen rumrangieren, damit ich wieder rausfahren kann, um 50 Meter weiter hinten mit den werten Herren vom Zoll unsere Ladung zu inspizieren. Gut, dass ich mich danach gleich wieder weiter vorne einreihen kann. Allerdings muss Robert jetzt nochmal zum Zoll, um einen Stempel zu bekommen. Dieses Mal dauert es. Dann kommt endlich Robert zurück, muss den Wisch erneut vorzeigen und abschreiben lassen, und wir können endlich durch den Scanner. Danach gibt’s den Wisch nochmal ausgefüllt zurück, und damit müssen wir dann nochmal zum Zoll, aber diesmal in ein anderes Büro. Stempel drauf und am Schluss die Kontrolle, ob wir auch alles erledigt haben und endlich haben wir es geschafft.

Es liegen 370 km Wüste vor uns bis Dakhla. Da wenig Verkehr herrscht und die Straße gut ist, stellt das soweit keine Herausforderung dar. Dank ordentlichem Gegenwind verbrauchen wir allerdings über 18l/100km. Sportlich…

In Dakhla angekommen wollen wir zunächst zum 25er und überlegen uns dort zu übernachten. Irgendwie ist es uns dann aber doch zu voll und zu windig, sodass wir weiterfahren. Am West-Point ist es uns definitiv zu windig und das dort gelegene Hotel zu teuer, sodass wir uns über das lokale WiFi doch noch ein anderes Hotel in der Stadt buchen. Abends gehen wir, weil es letztes Mal so gut war, nochmal in die Villa Dakhla und essen ebenfalls wie letztes Mal Permentier de Chameau.

Campingplatz 25 km vor Dakhla

Beim Essen unterhalten wir uns darüber, wie westlich alles hier erscheint. Als wir zuletzt hier waren, kam einem alles exotisch vor, jetzt scheint es schon fast wie daheim. Es fahren verhältnismäßig ordentliche Autos rum, die Straßen sind zum Großteil geteert, die Hotels sind ordentlich, es gibt warmes Wasser, in Restaurants sind die Tische frisch eingedeckt und es sieht irgendwie gepflegt aus, das Angebot an Waren im Supermarkt ist deutlich größer und der Verkehr schon fast so zivilisiert wie bei uns – man hält an roten Ampeln, blinkt, wenn man abbiegt, macht Nachts das Licht an, etc.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Norden. Ich versuche mich strikt an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten, aber natürlich übersehe ich dann doch einmal das 60er Schild und bin in Vorfreude auf eine Toilette und eine nahende Tankstelle stattdessen mit 69km/h unterwegs. Wir werden angehalten, dumm stellen bringt leider nix – dank LTE wird mir mein Vergehen mittels Google-Translate ins Englische übersetzt. Ich sehe meine Vermutung, dass das Netz nur für die Polizei eingerichtet wurde, durchaus bestärkt. Also mal wieder 150 MAD gegen Quittung abdrücken und weiter geht’s.

Gegen 17:30 Uhr und 530km später erreichen wir dann Laâyoune. Wir checken in ein Hotel ein und gehen abends in der Stadt essen – leider finden wir das gesuchte Lokal nicht, aber trotzdem essen wir nicht schlecht zu Abend.

Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt haben, fahren wir über die Küstenstraße nach Tarfaya. Schließlich hatten wir noch nicht genug Meer, Strand, Sand und Wüste. Kurz vor dem Ort liegt im Meer ein Schiffswrack, die alte Fähre zwischen Tarfaya und den Kanaren. Sie liegt seit ca. 10 Jahren dort und rostet munter vor sich hin. Stört anscheinend weiter niemand, und Fährverkehr gibt es seitdem halt auch nicht mehr auf der Strecke.

Wrack der alten Fähre zwischen Tarfaya und den Kanaren

In Tarfaya selbst gibt es einen schönen Strand und im Meer ein Haus, welches man anscheinend bei Ebbe trockenen Fußes erreichen kann. Robert geht ins Wasser und schwimmt zum Haus, da gerade Flut ist. Ich genieße in der Zwischenzeit die Sonne. Danach gehen wir noch Kaffee trinken und Reifen aufpumpen, da der hinten rechts mal wieder nicht so gut aussieht.

Casa del Mar

Weiter an der Straße ist irgendwo ein Loch, das vom Meer ausgehöhlt wurde. Sieht spektakulär aus.

Gouffre d’Akhfeni

Ansonsten bleiben wir auf der Straße und fahren bis hinter Tan-Tan, dort biegen wir dann auf eine Piste ab, da wir heute im Ksar Tafnidilt übernachten wollen. Dort angekommen packen wir aus und kochen danach Pasta. Noch bevor wir uns ein zweites Bier gönnen können, geht der Generator aus und es wird stockfinster, es ist Schlafenszeit.

Ksar Tafnidilt

Die Nacht ist kühl, es war heute vermutlich doch das letzte mal Camping angesagt. 15°C ist dann leider doch zu frisch. Morgens ist unser Zelt demzufolge außen ziemlich feucht, leider scheint auch erst mal weder die Sonne, noch geht Wind. Wäre nicht so schlimm, wenn wir wüssten, wann das Zelt das nächste mal geöffnet wird. Zuerst frühstücken wir, und dann kommt doch noch die Sonne raus, sodass wir noch ein wenig in der Kasbah entspannen, die Fähre buchen und paar Dinge online organisieren, bevor wir zusammenpacken. Gegen Mittag ist das Zelt dann trocken und wir machen uns auf den Weg nach Agadir, über den Anti-Atlas. Die Straße ist schön, und es wird zunehmend grüner. Wir haben die Wüste hinter uns gelassen.

Endlich grün

Auf in den Antiatlas

Auf 1000 Höhenmetern haben wir nur noch 14°C, und der Verkehr nimmt deutlich zu. Wir fühlen uns ein wenig zurück in der Zivilisation angekommen. Gleichzeitig nehmen auch die Radarkontrollen extrem zu, aber wir schaffen es heute, ohne zahlen zu müssen. Auf 350km gab es mindestens 5 Kontrollen und immer wieder hat es Leute erwischt. Es scheint zu funktionieren, das System.

In Agadir angekommen, checken wir in unserem Hotel ein und Robert fährt gleich mit dem Auto in die Waschanlage. Nach dem ganzen Salz und Sand ist das mal wieder notwendig. Abends gehen wir in ein Restaurant und essen Tajine. Es schmeckt mal wieder fantastisch, auch die kleinen Vorspeisen sind köstlich. Danach laufen wir noch ans Ufer, fahren Riesenrad und spazieren noch ein bisschen umher, bevor wir müde ins Bett fallen.

Tajine

Agadir bei Nacht

Riesenrad in Agadir

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