Matschgruben, Sanddünen, Strand

Aus Tinghir fahren wir über eine Nebenstraße heraus – am Straßenrand sehe ich eine kleine Furt und dahinter eingestürzte Lehmhäuser. Wir fahren hin und laufen durch die Lehmhäuser, alles verlaseesn. Fabi dreht um und holt das Auto, ich laufe noch ein bißchen weiter. Wir fahren durch eine Matschgrube, aber nach ein paar hundert Metern müssen wir umdrehen. Auf dem Rückweg bleiben wir in der Matschgrube hängen. Es schaut schlecht aus, aber der Pajero lässt uns nicht im Stich, alle Sperren rein, ein bißchen rangieren und wir sind wieder auf Fahrt.

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Ruinen bei Tinghir

Die Fahrt führt uns über Alnif und Tazzerine nach Zagora, dann weiter Richtung Mhamid. Unterwegs halten wir noch bei den Dünen von Tinfou an, dort war ich vor 12 Jahren auch schon. Leider kommt gerade ein Sandsturm auf, von daher ist die Aussicht nicht besonders, und auch sonst sind keine anderen Touristen da, denen man beim Kamelreiten zusehen kann. Das hält den lokalen Kamelvermieter aber nicht davon ab, uns zwei Kamele zum Auto zu bringen und nachzufragen, ob wir reiten wollen, was wir angesichts des Sandsturmes dankend ablehnen.

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Blick von der Düne von Tinfou

In Mhamid checken wir in die Kasbah eines Belgiers ein. Der Holländer, auf dessen Campingplatz wir das letzte mal waren, ist laut Internet nicht mehr vor Ort. Die Kasbah ist aber auch gut, der Pool ist etwas sandig wegen des Sandsturms, aber baden kann man trotzdem. Zum Abendessen gibt es Truthahnspieße und Pommes, dazu Bier. Abends betrachten wir noch den Sternenhimmel, der unglaublich klar scheint.

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Sandiger Pool in Mhamid

Der belgische Kasbahbesitzer gibt uns noch ein paar Tipps für unsere Route – es hat in den vergangenen Tagen stark geregnet, daher gibt es einige Matschstellen in der Wüste, die es zu vermeiden gilt. Wir fahren durch den Ortskern von Mhamid, die Kasbah, wo wir übernachtet hatten, lag vor dem Ort. Der Ort erscheint mir wesentlich belebter als das letzte mal. Ein Mopedfahrer versucht uns noch zu überreden, bei seiner Agentur ein Begleitfahrzeug zu mieten, alleine sei das ja viel zu gefährlich. Ich stelle mir vor, dass der Mopedfahrer einer der „Kasbah“-schreiend hinter uns her rennenden Jungs von vor 12 Jahren ist.

Die Piste hinter dem Ort ist sandig, die Matschpfützen finden sich wie angekündigt, aber nichts wo wir nicht durchkämen. Wir verfahren uns einmal, aber finden dann zurück auf die Piste. Bei der Oase Sacrée biegen wir ab zum Erg Chigaga, den großen Sanddünen. Auf der Karte sind am Erg ziemlich viele Camps eingezeichnet, ich vermute zuerst, dass das halt mal temporäre Zeltbehausungen waren, die jedes Jahr woanders stehen. Vor Ort stellt sich aber heraus, das da tatsächlich viele Camps zwischen den Dünen stehen. Auch sind wir dort mitnichten alleine, in der Ferne erkennt man diverse Geländewägen, die auch von oder zu den Dünen untewegs sind.

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Wo der Defender hängen blieb kommt man mit dem Pajero noch weiter

Wir müssen wieder zurück zur Oase Sacrée fahren, da die Piste in die andere Richtung überschwemmt ist, und da wollen wir nicht drin steckenbleiben.

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Die steinige Piste lädt nicht unbedingt zum Rasen ein

Ab der Oase fahren wir weiter Richtung Westen, die Piste wird steinig und schwerer zu befahren. Aber ab diesem Zeitpunkt herrscht kaum noch Verkehr, auch in der Entfernung sieht man keine anderen Fahrzeuge. Auf den folgenden 150km kommen uns insgesamt 5 Fahrzeuge und 3 Mopeds entgegen. Abends um 6 sind wir dann endlich in Foum Zguid, wo wir uns über den Hotelpool und die leckere Tajine mit Lammfleisch freuen.

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Tajine mit Lammfleisch und Kartoffeln

Der nächste Tag beginnt mit Routine: Frühstück, Zimmer räumen, Reifen aufpumpen, Tanken. Fabi fährt und wird alsbald der Raserei überführt: 67 statt 60km/h. Fabis Weigerung, französisch zu sprechen stellt sich als Zielführend hinaus, das Thema ist nach ca. 1 Minute kostenfrei geklärt und wir können weiterfahren.

Wir fahren bis nach Sidi Ifni und checken dort in ein Hotel mit einem tollen Meeresblick ein. Wir gehen auch noch kurz vor Sonnenuntergang im Meer baden.

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Blick aus unserem Hotelzimmer in Sidi Ifni

Wir essen in einem leckeren Restaurant um die Ecke sehr gut zu Abend: gegrillter Oktopus, Zucchinisuppe und dann Pastillas, die lokale Spezialität, das sind Blätterteigtaschen mit Fleisch oder Fisch. Leider schaffen wir unsere Portionen nicht annäherungsweise. Den ganzen Tag im Auto zu sitzen ist nicht besonders förderlich für den Hunger.

Am nächsten Tag entscheiden wir beim Frühstück, noch ein Tag zu bleiben. So können wir mal Wäsche waschen lassen und uns von der ganzen Fahrerei erholen. Ich bringe auch das Auto ins Auto-Hammam, der ganze Wüstensand und -matsch kann wieder runter. Danach kann man endlich das Kennzeichen vorne wieder erkennen.

Wir fahren später noch zum Strand bei Legzira, wenige Kilometer nördlich. Dort gibt es eine Naturbrücke über den Strand. Früher gab es zwei, aber die andere ist irgendwann über Nacht eingestürzt.

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Naturbrücke bei Legzira

Abends gehen wir nochmal ins selbe Restaurant. Fabi bekommt eine Meeresfrüchtetajine, und ich eine gemischte Fischplatte.

Abends spielt sich unterhalb unseres Hotelfensters noch eine Hochzeit ab, die wir von dort beobachten. Die Musik spielt bis 5 Uhr morgens, was uns aber nicht von unserem wohlverdienten Schlaf abhält.

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Im Hinterland von Erfoud

Unser erstes Camping-Frühstück besteht aus Kaffee, Keksen aus Italien und schwarzem Tee, den ich 2014 in Russland gekauft habe.

Danach fahren wir weiter nach Erfoud, wo wir den lokalen Scheich kontaktieren, um uns die Voth-Bauwerke anzusehen. Wir verabreden uns konspirativ an einer Tankstelle ein paar Kilometer hinter Erfoud, trinken einen Kaffee, und ein paar Handytelefonate später steht der Plan: eine Tankstelle weiter räumen wir unser Gepäck ein bißchen um, um Platz auf der Rückbank zu schaffen, und nehmen unseren Führer mit. Der spricht zwar nur Arabisch, aber mit dem Finger kann er uns den Weg zeigen, und so leitet er uns zu einer Abzweigung, wo eine Piste ins Hinterland geht. Zuerst müssen wir einen Fluß überqueren, der sogar gut Wasser führt, dann geht es ein paar Kilometer durch die Wüste.

Als erstes erreichen wir die Goldene Spirale. Dort kommt uns gleich der Wächter entgegen, und erklärt uns, dass die Bauwerke seit 2016 wegen Beschädigungen gesperrt sind, man kann sie nur von außen betrachten und nicht betreten. Wir laufen einmal um die Spirale, dann fahren wir weiter.

Nächster Stop ist die Stadt des Orion: auch hier gibt es einen Wächter, und wir dürfen nichtmal näher als ca. 100m ran. Schade, aber trotzdem ein beeindruckendes Bauwerk mitten in der Wüste.

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Stadt des Orion

Als letztes kommen wir zur Himmelstreppe. Der Wächter dort erzählt uns, dass ein Spanier mit einem Motorrad die Treppe herauf gefahren sei. Außerdem hält er uns einen Zettel mit einer Erklärung hin, die auch im Internet so zu finden ist.

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Himmelstreppe

Nach der Besichtigung fahren wir wieder zurück zur Hauptstraße und bringen unseren Führer zurück zu seinem Ausgangsort. Währenddessen regnet es ordentlich, zum Glück haben wir die Besichtigungen alle noch bei Sonnenschein machen können.

Wir fahren weiter bis nach Tinghir und fahren dort ein paar Kilometer in die Todgha-Schlucht rein. Das schaut alles noch so aus wie bei meinem letzten Besuch wie vor 12 Jahren. In Tinghir bleiben wir dann auch über Nacht.

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Todgha-Schlucht

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Blick über die Oase bei Tinghir

Guilin, Jangshuo, Longsheng

Nachtrag geschrieben auf der Fahrt Richtung Kerch (Krim). Bilder folgen irgendwann, genauso wie die Texte zu Krim etc.
In Guilin angekommen suchen wir erstmal ein Taxi, das uns in unser gebuchtes Hotel bringen soll. Das getaltet sich jedoch schwierig, da das Hotel relativ nah am Bahnhof liegt, und die Fahrer uns daher nur zu einem hohen Festpreis fahren wollen. Nach einigem hin und her finden wir jedoch eine Fahrerin, die uns für 15 Yuan fährt. Das Taxometer zeigt am Hotel angekommen 7 Yuan, also noch der Startpreis. (Anmerkung am Rande, um es mal festzuhalten: ein Liter Sprit kostet an den Tankstellen üblicherweise 6-7 Yuan)
Im Hotel treffen wir einen anderen Gast aus Hongkong, der uns von seinen Schwierigkeiten als Tourist berichtet, da er kein chinesisch spricht (nur kantonesisch), aber halt aussieht wie ein Chinese und die Leute ihm die mangelnden Sprachkentnisse nicht abkaufen wollen.
Helen, die Wirtin unseres Hotels fährt uns freundlicherweise mit dem Auto ins Stadtzentrum und hilft uns, Tickets für zwei Schiffsfahrten zu besorgen. Wir laufen dann ein bißchen durch die Stadt, essen auf einem Markt. Danach beginnt die erste Bootsfahrt durch Guilin. Diese stellt sich eher als Show mit viel Beleuchtung, Lichteffekten und sogar Tanzeinlagen dar denn als Stadtrundfahrt. Für unseren Geschmack etwas zu touristisch, aber trotzdem ganz interessant und lustig. Nach der Rundfahrt fahren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel.
Am nächsten Morgen werden wir von einem Reisebus abgeholt und zum Schiff gebracht, mit dem wir nach Jangshuo weiterfahren. Auf dem Boot sind außer uns auch ein Haufen chinesische Touristen. Die Fahrt führt durch eine wirklich reizvolle Landschaft, aber vor, hinter und neben uns fahren jede Menge ander Schiffe und Boote mit vielen weiteren Touristen. In Jangshuo angekommen laufne wir zu Fuß zu unserem Hotel, was sich im Nachhinein als etwas längere Strecke herausstellt, insbesondere mit dem Gepäck. Abends fahren wir nochmal mit dem Hotelshuttle in die Stadt um zu Abend zu Essen (nach einem Hofbräu-Bier im dortigen deutschen Restaurant als Aperitiv, welches aber nicht ganz original schmeckt). Danach müssen wir wieder zum Hotel laufen, weil das Shuttle nicht mehr fährt.
Am folgenden Tag leihen wir uns Fahrräder vom Hotel und machen eine längere Tour, über 50km. Dabei wird uns mehrfach auch eine weitere Bootstour angedreht. Abends essen wir im Hotel.
Weiter geht es am darauffolgenden Tag mit dem gebuchten Bus nach Longsheng, wir werden um 7:10 Uhr abgeholt. Kurz vor Longsheng müssen wir in lokale Minibusse umsteigen. Doch nach kurzer Fahrt müssen wir wieder aussteigen und etwa 20 Minuten zu Fuß durch irgendwelche Dörfer laufen, weil ein Erdrutsch die Straße komplett verschüttet hat. Man sieht von der anderen Talseite nur noch einen Teil der Brücke aus der Erde hervorschauen. Auf der anderen Seite wartet dann ein weiterer Minibus, der uns dann final nach Longsheng hochfährt. Dort kann man dann die Reisterassen bewundern, echt schön, aber das ganze ist wieder sehr massentouristisch aufgebaut. Der ganze Weg durchs Dorf, der sich dank der Steigung schon eine gute halbe Stunde zieht, ist gepfastert mit Buden, die Souvernirs und Imbisse verkaufen. Als wir wieder unten am Parkplatz angekommen sind fahren wir gleich mit dem Minibus ab, da alle anderen schon vorher am Parkplatz waren. Doch auf halbem Weg wird unser Reiseleiter am Telefon angerufen weil wir offensichtlich ein paar Miterisende vergessen haben, stattdessen haben sich irgendwelche anderen Leute in die Gruppe geschmuggelt und so auch die Kontrolle durch durchzählen durcheinander gebracht. Auch die Weiterfahrt im großen Bus nach Guilin zieht sich in die Länge, da wir wegen eines Unfalls auf der Hauptstraße einen größeren Umweg fahren. Zudem ist die Umgehungsstraße ziemlich eng, so dass es mehrmals Rangierfahrten benötigt, wenn unserem Bus ein LKW entgegen kommt. In Guilin essen wir noch im Hotel zu Abend und machen noch einen kleinen Spaziergang durch die Seen in der Stadt, dabei sehen wir viele der Kulissen von der Bootsfahrt nochmal von hinten.
Tags darauf fahren wir früh morgens mit dem Taxi zum Flughafen und fliegen von dort weiter…

Peking II

Mal wieder ein älterer Eintrag, den ich gerade im Auto auf der Krim von Stichpunkten zu Fließtext umwandle. Bilder gibt’s daher vorerst nicht, da diese auf einer gerade nicht zur Hand stehenden Festplatte liegen. Vielleicht folgen die Bilder irgendwann…
Nach der Landung in Peking stehen wir erstmal 20 Minuten auf dem Rollfeld rum, bevor wir aussteigen können. Flüge aus Nordkorea scheinen nicht unbedingt Priorität zu haben. Die Einreise nach China verläuft unproblematisch. Vom Flughafen fahre ich mit der Metro in die Stadt und suche mein Hotel, was mir aber nicht gelingt, da es in meiner App mal wieder an einer falschen Stelle eingetragen ist.
Nachdem ich mich dann, endlich im Hotel angekommen, von dem längeren Spaziergang mit dem Gepäck ausgeruth habe gehe ich Abends nochmal auf die Straße. Auch hier werde ich wieder von Touristenfängern angesprochen, diesmal von einer Frau die mir unbedingt ihre Telefonnummer aufdrängen will, um mich nach dem Essen zu treffen. Ich esse nicht in einem Restaurant, sondern kaufe mir an verschiedenen Ständen auf der Straße erst mal zwei verschieden Knödel und danach 3 Skorpione am Spieß, welche hauptsächlich nach Fritteuse schmecken. Zum runterspülen stze ich mich danach in eine Kinepe un trinke ein Bier, nacdem ich den Preis auf ein bezahlbares Niveau reuntergehandelt habe.
Abends im Hotel nervt das Internet, da man sich irgendwie komisch mit der Passnummer authentifizieren muss, dauernd rausfliegt, und das Internet saulahm und kastriert ist.
Fabi kommt in der früh an, während ich gerade Dusche. Wir packen zunächst unser Gepäck ein bißchen m und machen dann einne Spaziergang zum Tianmenplatz, durch die Hutons (traditionelle Viertel), trinken ein überteuertes Bier und essen danach Hot Pot in einem muslimischen Restaurant.
Am nächsten Tag treffen wir Duo und fahren mit ihr zusammen mit der U-Bahn zum „Duftenden Berg“. Hoch fahren wir mit der Sesselbahn, runter laufen wir. Abends essen wir in der Nähe vom Tianmenplatz Pekingente. Danach trinken wir noch ein Bier in einer Gasse, wo ich auch schon am Abend zuvor ein Bier getrunken habe. Irgendwie findet in dieser Gasse auch auf einer kleinen Bühne eine Art kleine Pekingoper statt.
Tags darauf fahren wir zum Frühstück zu Thomas, wo wir auch einen Teil des frisch umgepackten Gepäcks deponieren. Von dort fahren wir zum Himmelstempel und besichtigen diesen samt dem umliegenden Park. Danach fahren wir zurück ins Hotel, holen unser Gepäck und fahren mit dem Taxi zum Bahnhof.
Unser Zug ist relativ modern, Schlafwagen vom Grundriss wie auch die ganzen russischen Wagen, aber klimatisiert und mit LCD-Bildschirm an jedem Bett. Auch fährt er im Vergleich zu den anderen Zügen relativ schnell, bis zu 160 km/h zeigt das GPS an. Mit uns im Abteil ist ein älterer Chinese (von dem wir zuerst beführchten, dass er nachts schnarcht, sich aber als vollkomen ruhig herausstellt), der die ganze Zeit auf seinem uralten Handy SMS tippt (mit angeschalteten, nervenden Tastentönen). Zu Abend essen wir im Speisewagen, die Speisenwahl gestaltet sich trotz hinzugezogener Übersetzungsprogramme auf diversen Handys schwierig. Aber wir bekommen trotzdem was leckeres am Ende.

Fazit Nordkorea

Tja, wie letztes mal ist die Motivation, noch Blogeinträge nach meiner Rückkehr zu verfassen, irgendwie verschwunden. Zum Glück habe ich eigentlich für alles noch Notizen, deswegen kommt es halt mit Verspätung.

In diesem Beitrag will ich nochmal ein paar Punkte hervorheben, die in den anderen Beiträgen zu kurz kamen, bzw. ein generelles Fazit zum Thema Nordkorea ziehen. Danach folgen dann noch die Artikel über die anschließenden Wochen in China.

Generell kann man sehr deutlich sehen, dass Nordkorea sich rapide entwickelt. Wenn man Reiseberichte liest, die ein paar Jahre alt sind, liest man vieles, was heute einfach nicht mehr zutrifft. Oft liest man, es führen weder in Pjöngjang noch auf der Autobahn andere Autos – das ist überholt: zwar hat der Verkehr noch lange nicht solche Dimensionen wie in Deutschland, oder sogar wie in China, aber man sieht trotzdem Autos. In Pjöngjang gibt es jetzt auch Ampeln (und nicht nur die berühmten Politessen), und wenn man da bei rot stehen bleiben muss, dann sammelt sich da meistens schon eine Hand voll Autos während einer Ampelphase an. Und auch auf der Autobahn wird man regelmäßig überholt, bzw. man überholt LKWs, und Gegenverkehr gibt es auch.

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Morgendlicher Berufsverkehr in Pjöngjang

Auch gibt es viele Dinge, die es vor wenigen Jahre noch nicht gab: Mobiltelefone sind allgegenwärtig, überall sieht man Leute mit Handy am Ohr oder in der Hand. Und zwar nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land – bei Fußgängern und Fahrradfahrern. Wiederum nicht in dem Maße wie bei uns, aber eben doch so dass es einem auffällt. Auch neu sind Taxis, laut meinen Reiseführern gibt es die in Pjöngjang seit ungefähr zwei Jahren. Mr. Jong erzählt mir sogar, dass er manchmal das Taxi zur Uni nimmt, wenn er zu Faul ist die U-Bahn zu nehmen.

Taxi in Pjöngjang wartet an einer Ampel

Taxi in Pjöngjang wartet an einer Ampel

Meine beiden Reiseführer erzählen mir, dass sie ihre Fremdsprachen erst an der Universität gelernt haben, in der Schule gab es das nicht. Allerdings soll sich das mittlerweile auch geändert haben, heute lernen die Kinder angeblich Englisch in der Schule.

All das mag jetzt vielleicht banal erscheinen, aber man muss das glaube ich schon in dem Kontext sehen, dass das Land eigentlich sehr isoliert arbeitet und solche modischen Erscheinungen wie Handys, Taxis und Fremdsprachen sonst eher kaum ins Land gelassen werden.

An der Infrastruktur im Land merkt man ganz deutlich, dass es dem Land an Ressourcen fehlt, aber nicht an Arbeitskraft. Die Autobahn ist voll mit Schlaglöchern, aber trotzdem ist der Mittelstreifen (wo vorhanden) schön bepflanzt und die Steine zur Straßenbegrenzung akkurat gestrichen. Offensichtlich fehlt es an Teer oder Beton. Die Eisenbahn fährt meistens nur um die 30km/h (um Energie zu sparen), aber man sieht überall Arbeitskommandos die etwas reparieren.

Das führt gleich zum nächsten Thema, denn es wird ganz offen gesagt, dass es dem Land an Devisen mangelt. Deshalb auch die Sache mit dem Tourismus. Und auch der scheint sich in den letzten Jahren ziemlich gut entwickelt zu haben, an den typischen Sehenswürdigkeiten trifft man überall auf Busladungen chinesischer Touristen. Ansonsten scheint die Entsendung von Arbeitskräften ins Ausland eine gute Devisenquelle zu sein: sowohl auf der Hinfahrt mit dem Zug als auch auf dem Rückflug nach Peking sind die Mitreisenden hauptsächlich Koreaner, die in China arbeiten. Das Bildungssystem scheint noch zu den am besten funktionierenden Institutionen in Nordkorea zu zählen, von daher sind Koreanische Softwareentwickler und andere Arbeiter in China anscheinend gerne gesehen.

Als Tourist wird man schon angeglotzt, ich vermute vor allem wenn man nicht asiatisch aussieht. Man merkt dabei aber deutlich, dass sich viele gar nicht trauen, den Kopf zu verdrehen, die meisten Menschen sind schon schüchtern. Aber trotzdem wurde ich einmal sogar von einer Gruppe junger Koreaner in der Nähe eines Wasserfalls gefragt, ob sie ein Foto mit mir zusammen machen könnten (mit ihrer Digitalkamera), was ich natürlich gerne gemacht habe, im Gegenzug für ein Foto mit meiner Kamera.

Was mich auch erstaunt hat ist das Unwissen der Koreaner über ihren Anführer Kim Jong-Un. Weder das im Westen geschätzte Alter von ungefähr 31 Jahren, noch dass er anscheinend in der Schweiz auf das Internat ging, war meinen Reiseführern bekannt. Interessant fand ich auch das Thema Atombombe und -energie (wobei ich hier nicht weiß, ob mir das nur so erzählt wurde, um mir zu schmeicheln): Nordkorea hat nach Aussage meiner Reiseleitung eine Atombombe (um gegen die amerikanischen Imperialisten gewappnet zu sein) und strebt natürlich auch Atomenergie an – aber eigentlich nur, weil man die Energie braucht, eigentlich sei man ja kritisch gegenüber Atomenergie wegen deren Gefahren, aber man habe halt momentan keine große Wahl, und das Volk wünscht Strom.

Auch interessiert hat mich natürlich, wie die Einstellung der Koreaner gegenüber Deutschland ist. Hier wurde ausschließlich positiv geantwortet, einerseits schätzt man die deutschen wegen ihrer Disziplin und Wirtschaftskraft und weil sie auf diplomatischen Wege auch versuchen, Beziehungen zu Nordkorea aufrecht zu erhalten. Andererseits ist Deutschland in gewisser Weise Vorbild, weil es ja auch mal ein in kapitalistisch und kommunistisch geteiltes Land war und die Wiedervereinigung geschafft hat.

Zum Thema Wiedervereinigung wurde mir auch einiges erklärt: Nordkorea strebt natürlich eine Wiedervereinigung mit Südkorea an. Die soll so aussehen, dass Gesamtkorea ein föderatives System erhält, in dem der Norden kommunistisch und der Süden kapitalistisch bleibt, nach einem Plan, der von Kim Il-Sung entworfen wurde. Einzige Bedingung für die Wiedervereinigung soll der Abzug der Amerikaner aus Südkorea sein. Das ist natürlich beides verkürzt und vereinfacht dargestellt, und ich kann mir nur sehr schwer vorstellen wie ein solches föderatives System funktionieren soll – aber gut, immerhin haben sie einen Plan. Und solange die Bedingung mit den Amerikanern bestehen bleibt glaube ich eh nicht, dass es so schnell geht mit der Wiedervereinigung, andererseits muss man nur in die Geschichtsbücher schauen und sieht, dass es in Deutschland auch mehr oder weniger von heute auf morgen geschah, ohne dass jemand auch nur wenige Monate vorher damit rechnete. Auf die Frage, wann sich Korea denn wiedervereinige haben sich die meisten nicht auf einen Termin festlegen wollen, aber ich habe Antworten gehört wie „in 5 bis 10 Jahren“, oder „noch zur Amtszeiten von Kim Jong-Un“.

Zum Schluß noch zwei kleine Themen: in Korea wird überall geraucht, viele Männer und auch manche Frauen haben oft eine Zigarette zwischen den Fingern, und auch Kim Jong-Un hat ja eigentlich auf jedem Foto eine Zigarette in der Hand (sogar im Schlafzimmer eines Waisenhauses). Und laut meinen Reiseführern wird der Tabak sogar in Korea angebaut, was ich erst gar nicht glauben konnte, irgendwie kommt mir das Klima dort nicht so vor als wüchse dort Tabak. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich aber, dass der Tabak tatsächlich dort angebaut wird, denn wenn er gegen teure Devisen importiert werden müsste würde man sicherlich nicht so viele Raucher sehen. Interessant ist daran noch, dass Kim Jong-Uns Vater Kim Jong-Il Raucher als die Narren des 21. Jahrhunderts sah, neben den umusikalischen und denjenigen, die nicht mit Computern umgehen können.

Zuletzt noch etwas zu Autos: der Minibus mit dem wir umher fuhren sah ja ein bißchen so aus wie ein Toyota Hiace, aber eher wie eine chinesische Kopie davon. Auf die Frage, ob unser Auto ein chinesischer Import wäre, wurde mir wiedersprochen, es sei in Nordkorea hergestellt. Und tatsächlich, im Markenzeichen befinden sich koreanische Zeichen. Recherchen daheim ergaben dann, dass es sich dabei um ein Samcheonri der Firma Pyeonghwa Motors handelt. Dies ist jedoch ein Lizenzbau des chinesischen Jinbei Haise – und der ist dann wiederum eine Kopie des Toyota Hiace. Also lag ich ja eigentlich gar nicht so schlecht mit meiner Einschätzung.

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Unser nordkoreanischer  Samcheonri von Pyeonghwa

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Ein chinesischer Jinbei Haise

Pjöngjang III

Zurück in Pjöngjang geht es erstmal in einen Souvenirladen wegen diverser Besorgungen. Der Laden liegt gegenüber des Triumphbogens, der sich am Pariser Vorbild orientiert, aber ein paar Meter größer ist als sein Vorbild.

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Triumphbogen in Pjöngjang

Der Fahrer ist in der Zwischenzeit angeblich Tanken gefahren und taucht nicht mehr auf. Also laufen wir ein bißchen rum. Auf den Parkplätzen spielen Leute Volleyball während Autos rangieren. Man kann auch den Fernsehturm von Pjöngjang sehen, aber den kann man seit ein paar Jahren nicht mehr besteigen, vermutlich weil er zu marode ist. Auch von außen sieht er nicht mehr ganz neu aus.

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Fernsehturm von Pjöngjang

Als der Fahrer dann endlich kommt ist es schon zu spät um vor dem Essen noch ins Hotel zu fahren, also geht es direkt zum Restaurant. Unter dem Restaurant ist auch noch ein Geschäft, in dem ich den Eichelschnaps kaufen kann, den ich wollte, welcher aber im Souvenirladen nicht vorhanden war. Das Lokal ist randvoll mit Touristen, wir essen diesmal alle (also die beiden Führer, der Fahrer und ich) zusammen. Es ist ja der letzte Abend.

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O-Bus in Pjöngjang

Nach dem Essen fahren wir ins Hotel. Wir Trinken zusammen (aber ohne den Fahrer) noch ein paar Bier. Außerdem versuchen wir, die Bilder, auf denen die Führer mit drauf sind, von meiner Kamera auf den Laptop von Herrn Kim zu kopieren. Das klappt aber irgendwie nicht: sowohl mein Handy als auch meine Kamera werden über USB nicht vom Laptop erkannt. Und per Bluetooth kann man die Bilder zwar auf sein Handy kopieren, aber dort werden sie nicht gespeichert. Und der letzte Versuch, die SD-Karte im Laptop auszulesen klappt auch nicht, die Karte wird als unformatiert angezeigt. Die Koreaner haben also gut vorgesorgt, dass Dateien nicht so einfach ins Land kopiert werden können. Dass das Android auf dem Handy angepasst ist, ist mir klar. Die WLAN-Funktion bei dem Arirang-Handy ist komplett deaktiviert, obwohl ein Chip verbaut ist, was in den Systeminformationen ersichtlich ist. Aber wie sie das Windows XP auf dem Laptop so kastriert haben ist mir schleierhaft.

Nach den Kopierversuchen gehen wir in einen anderen Raum wo zwei Billardtische stehen und spielen noch ein paar Runden – wir sind alle ungefähr gleich schlecht. Um Mitternacht gehen wir auf unsere Zimmer.

Am nächsten Morgen wurde im Hotel extra das Postamt früher aufgemacht, damit ich noch Briefmarken für meine Postkarten kaufen kann. Der Buchladen im Hotel hat aber leider noch zu, also kann ich aber keine Postkarten kaufen (vorher hatte ich schon ein paar gekauft, aber halt nicht genug). Nach dem Frühstück fahren wir dann los Richtung Flughafen. Wir sind  schon spät dran weil der Zoll angeblich schon eine Stunde vor Abflug schließt. Trotzdem halten wir unterwegs nochmal und versuchen Postkarten zu kaufen – aber ohne Erfolg, die meisten Läden machen anscheinend erst um 10 Uhr auf (auch der Laden im Flughafen).

Am Flughafen gehe ich dann nach der Verabschiedung von meinen Aufpassern durch den Sicherheitscheck, dann zum Checkin. Im Sicherheitsbereich hat dann aber schon ein Souvenirstand auf, der mir meine heiß ersehnten Postkarten verkaufen kann. Ich setze mich danach auf das Gepäckband (Ankunft und Abflug finden hier in der selben, einzigen Halle statt, deswegen kann das auch nicht gleichzeitig stattfinden) und schreibe die Karten. Die Briefmarken halten nur mit viel Mühe. Leider will danach niemand im Sicherheitsbereich die Postkarten annehmen. Einer Polizistin mache ich dann mein Problem klar, und sie schafft es meine Aufpasser nochmal zurück zu holen, die waren anscheinend noch vor dem Flughafen. Ich gebe Herrn Kim meine Karten durch die Sicherheitsschleuse und gehe danach in die andere Richtung zur Passkontrolle.

Von dort geht es auch relativ bald weiter mit dem Bus zum Flugzeug. Auf dem selben Flug sind hauptsächlich Koreaner, erkennbar an ihren Kim-Ansteckern, und wenige Touristen. Viele von den Koreanern sind relativ jung, vermutlich Studenten im Ausland.

Das wars dann aus Nordkorea. Der Flug verläuft ohne Vorkommnisse, wir fliegen in einer Tupolev 204, relativ neu. In Peking stehen wir dann noch über 20 Minuten auf dem Rollfeld herum, bevor wir aussteigen können.

Chongchon

In Pjöngjang am Flughafen gibt es erstmal Mittagessen. Da es im Flugzeug nur Getränke gab wird hier das Essen anscheinend nachgeholt, denn es wir auf Flugzeugtabletts und -geschirr serviert. Dazu gibt es Plastikbesteck. Ich sitze nochmal zusammen mit der deutschen Botschaftsgruppe.

Vom Flughafen fahren wir weiter mit unserem alten Auto und der Stammbesatzung Richtung Myohyang-Gebirge, ca. zwei Stunden nördlich von Pjöngjang. Dort bekomme ich das Fahrrad und darf eine sehr Steile Strecke bis zum Ende der Straße fahren. Ich werde darauf hingewiesen, hier nicht zu fotografieren, weil sehr viele Soldaten unterwegs sind. Man hört auch öfters Knallgeräusche, vermutlich Schießübungen irgendwo in der Nähe. Am Ende der Straße gibt es eine kurze Pause, dann geht es mit Herrn Jong eine steile Treppe nach oben, ca. 1 km bis zu einem Wasserfall. Dann wieder zurück zum Parkplatz und weiter mit dem Fahrrad. Herr Jong hat sich überreden lassen, wieder mit dem Fahrrad zu fahren, aber man muss eigentlich fast nicht treten weil es eh nur bergab geht. Nach ein paar Kilometern laden wir die Fahrräder wieder ein und Fahren zum Hotel in einer nahen Stadt, ich glaube sie heißt Chongchon. Ab sieben gibt es Wasser, ich dusche also erstmal. Dann geht es zum Abendessen, welches ich allein zu mir nehmen darf (an einem anderen Tisch sitzen aber ein paar Koreaner). Die anderen drei essen im Nebenzimmer. Nach dem Abendessen falle ich sofort hundemüde ins Bett.

Auch beim Frühstück darf ich wieder allein am Tisch sitzen. Danach fahren wir mit dem Auto zu einem buddhistischen Tempel, den wir besichtigen. Dann geht es weiter zur nahegelegenen internationalen Freundschaftsausstellung. Dort sind alle Geschenke ausgestellt, die Kim Il Sung, Kim Jong Il und Kim Jong Un erhalten haben. Ich besuche die Ausstellung zusammen mit einer vierköpfigen Gruppe aus England.

Am Eingang muss man zunächst alles abgeben, fotografieren ist verboten. Man darf nur einen Geldbeutel mitnehmen. Es gibt eine LED-Anzeige, die die Anzahl der Geschänke und die Anzahl der Länder, aus denen diese stammen, zählt. Momentan sind es über 100.000 Geschenke aus 184 Ländern. Außerdem gibt es eine Weltkarte mit einer LED an Stelle jeder Hauptstadt. Brennt die LED bedeutet dies, dass es mindestens ein Geschenk aus dem betreffenden Land gibt. Welche Länder haben noch nichts geschickt? Hauptsächlich ein paar europäische Kleinstaaaten (Andorra, Monaco, Liechtenstein, Vatikan) sowie diverse pazifische Inselstaaten. Die Karte ist jedoch schon etwas älter, manche erst neuerdings eingerichteten Länder wie Kosovo oder Südsudan sind noch gar nicht eingezeichnet.

Und was steht so im Museum herum? Hauptsächlich natürlich Gegenstände wie Vasen, Teller, Bilder, ausgestopfte Tiere, Waffen, aber auch Alltagsgegenstände wie Digitalkameras und Laptops. Aus Russland gibt es drei Autos (nie benutzt). Außerdem gibt es zwei Eisenbahn-Salonwagen (einen aus Russland, einen aus China, beide unbenutzt). Größtes Ausstellungsstück ist eine Ilyuschin 114 (?) aus Russland, die nur einmal für einen Flug nach Moskau benutzt wurde. Wir sehen natürlich lange nicht alles, es heißt, man bräuchte zwei Jahre um alle Geschenke zu sehen. Die kleineren Geschenke sind nach Kontinenten und Ländern in Räume sortiert, wir dürfen uns einen aussuchen und gehen dementsprechend in den Raum für Westeuropa. Deutsche Geschenke stammen hauptsächlich aus der DDR, aber auch aus dem Westen wurden hauptsächlich von Chefs irgendwelcher Import-/Exportfirmen Geschenke geschickt. Interessant auch die Galerie von lebenden Tieren, die verschenkt wurden. Diese befinden sich zum Glück nicht in dem Museum, sondern hauptsächlich im Zoo von Pjöngjang. Äthiopien hat ziemlich viele verschiedene Tiere hier abgeliefert. Ältestes Geschenk ist ein Mantel aus China von 1945, den wir aber nicht gesehen haben.

Ein Highlight sind außerdem drei Wachsfiguren, die jeweils in eigenen Räumen stehen. Sie stellen jeweils Kim Il Sung, dessen Frau und Kim Jong Il dar. Man muss sich jedes mal verbeugen vor den Figuren. Interessant auch die Umgebung, die um die Figuren herum gestaltet ist: eine steht an der Spitze des Paekdu, eine am See am Fuß des Berges, wo ich auch das Großmonument besucht habe. Zum Abschluss der Ausstellung gibt es Tee, man wird durch den Souvenirshop geschoben, und ich trage mich in das Gästebuch ein.

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LKW mit Kohlevergaser

Von der Ausstellung fahren wir nochmal zurück ins Hotel, dort gibt es Mittagessen. Ich sitze wieder allein, aber der Speisesaal ist sonst randvoll mit einer chinesischen Reisegruppe.

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Baustelle auf dem Weg nach Pjöngjang

Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zurück nach Pjöngjang.

Paekdu-Berg

Um kurz vor 6 Uhr früh geht der Wecker, damit ich um Punkt 6 beim Frühstück bin. Wir fahren um halb 7 los und sind wie gewünscht eine Stunde vor Abflug, also um 7 am Flughafen. Der Flug geht dann leider doch erst um 9:10 Uhr, wir hätten also eine Stunde länger schlafen können. Am Flughafen ist viel los, viele Chinesen warten auf den Flug nach Peking. Nachdem deren Flugzeug abgeflogen ist sind wir dran. Es fliegen nur Herr Kim und ich, die anderen beiden bleiben in Pjöngjang. Im selben Flugzeug sind neben mir drei Reisegruppen, eine deutsche, eine russische und eine große gemischte. Die Bordkarten werden einfach in der Halle durch rufen der Namen verteilt. Dann geht es auch schon los mit dem Bus zum Flugzeug. Die Landebahn vor der Abflughalle wird gerade neu gebaut, die Flugzeuge stehen deswegen weit weg bei einer anderen Landebahn, man muss also ein gutes Stück fahren.

Es stellt sich heraus, dass die große gemischte Reisegruppe unter dem Namen Aviation Enthusiasts läuft, lauter Flugzeugfans aus allen möglichen Ländern, 49 an der Zahl. Und deren Hauptziel ist es, Flugzeuge zu fotografieren, wozu sie auf der Busfahrt auch ausgiebig Gelegenheit haben, da wir an einigen vorbeikommen. Auch beim Einsteigen in unser Flugzeug wird alles sorgfältig abgelichtet, die meisten aus der Gruppe haben zwei oder drei, manche vier Kameras dabei, dazu oft noch eine Videokamera. Immer wenn wir an einem Flugzeug vorbeifahren wird laut der Typ ausgerufen, gefolgt von  Freidenschreien und einem Gewitter aus Kamerageklacker. Im Flugzeug sitze ich dann direkt neben einem Kerl aus der Gruppe. Er erzählt mir einige lustige Dinge über die Gruppe. Sie sind für zehn Tage in Nordkorea, an den meisten Tagen wird geflogen. Entweder auf Linienflügen, so wie heute, oder auf sogenannten Joy Flights, bei denen das Flugzeug nur startet, ein paar Runden dreht und wieder landet. Und einmal werden sie mit dem Helikopter ins Hotel gebracht. So können sie fast alle zivilen Maschinen der Nordkoreaner einmal fliegen. Während dem Flug laufen alle wild umher um alle Winkel des Flugzeugs abzulichten. Mein Platz ist besonders beliebt, von hier aus kann man die Propeller am besten sehen. Die Sitze vor uns werden umgeklappt und alle klettern drauf herum für das beste Bild.

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Hauptsache Flugzeuge fotografieren

Mir wird (mit leichtem Stolz) erzählt, dass auf einem der letzten Flüge einmal der Pilot wütend aus dem Cockpit gerannt kam, weil das Flugzeug nicht mehr gerade in der Luft zu halten war weil alle nach vorne kamen um zu fotografieren. Außerdem gibt es anscheinend Ärger, weil vorher während der Busfahrt auch das auf dem Rollfeld stehende Flugzeug von Kim Jong Un abgelichtet wurde, was anscheinend verboten ist. Naja, vielleicht ein bißchen naiv von den Koreanern zu denken, man könnte eine Busladung Flugzeugfanatiker an dieser Maschine vorbeichauffieren ohne dass es fotografiert wird.

Wir landen in Samjyon, einem sehr kleinen Flughafen, von dem man bereits den Paekdu sieht. Alle rennen nachdem Aussteigen auf dem Flugplatz umher, die Flugzeugfans dürfen auch das Cockipt besichtigen. Unsere Fahrräder haben wir auch dabei, sie werden einfach neben dem Flugzeug abgestellt. Kurz nach uns landet ein anderes Flugzeug, was lautstark ausgerufen wird, damit die Flugzeuggruppe das auch sicher mitbekommt. Dann rennen alle sofort los auf die Landebahn um Fotos von der ankommenden Antonov zu machen. Es gibt gedränge, manche rennen so weit auf die Bahn dass sie vom Personal zurückgepfiffen werden müssen.

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Unser Flugzeug, eine Ilyuschin 62

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Warten auf die Antonov 24

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Radeln auf dem Rollfeld

Wir fahren kurz darauf mit einem Bus weiter, der auch einen eigenen Fahrer hat. Der Bus ist größer als derjenige, den wir in Pjöngjang hatten, allerdings nicht für den Fahrradtransport vorbereitet. Deswegen stehen die Fahrräder einfach hinten im Gang. Die Fahrt führt erst durch dichten Mischwald, viele Laubbäume haben schon herbstliche Farben. Es erinnert ein bißchen an Indian Summer in den USA. Je näher wir an den Paekdu kommen und je höher wir henauf fahren desto dünner wird die Vegetation, oben gibt es nur Vulkangestein.

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Berg Paekdu vom Flughafen aus

Am Ende der Straße fährt eine Standseilbahn an den Rand des Kraters. Mir werden 10 Euro für die Seilbahn abgeknüpft, dann fahren wir hoch. Wir haben leider nicht  viel Zeit, weil die letzte Seilbahn um 14 Uhr fahren soll, weil es danach keinen Strom mehr gibt. Wir können also entweder zum Kratersee herabsteigen oder zum Gipfel hoch. Ich entscheide mich für letzteres, es geht nochmal ein paar hundert Meter bergauf.

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Kratersee von der Bergspitze aus gesehen

Der Paekdu ist ein seit Millionen von Jahren stillgelegter Vulkan und mit 2750m der höchste Berg (Gesamt-)Koreas. Er markiert gleichzeitig die Grenze zu China. Auf der anderen Seite des Kratersees gibt es auch Gebäude, die angeblich den Chinesen gehören. Auf dem Gipfel treffen wir die deutsche Reisegruppe aus dem Flugzeug wieder, sie gehören zur deutschen Botschaft in Pjöngjang. Wir steigen zum allerhöchsten Punkt Koreas auf, der durch eine kleine Stele markiert ist. Danach müssen wir schnell runter, weil die letzte Bahn wartet.

An der Talstation fahren wir nochmal ein Stück mit dem Auto Bergab, und dann holen wir die Fahrrädder raus und fahren damit, der Bus folgt. Wir kommen weiter unten wieder in den Wald, der auch hier schon schön bunt ist. Die Landschaft ist echt sehr schön. Irgendwo im Wald machen wir dann Picknick an einem kleinen Aussichtspunkt, wo auch gerade die deutsche Gruppe Pause macht. Von dort kann man über eine kleine Schlucht, durch welche der Grenzfluß fließt, nach China rübersehen.

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Blick nach China

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Der mir folgende Bus

Dann geht es weiter zum Paekdu Secret Camp, dem Geburtsort von Kim Jong Il. Es gibt dort ein paar renovierte (oder evtl. komplett neugebaute) Hütten, die Geburtshütte von Kim Jong Il und das Büro seines Vaters. Außerdem gibt es eine Quelle, aus der man trinken kann, die angeblich von Kim Jong Ils Mutter und Kim Il Sungs Mutter entdeckt wurde. Sie hat angeblich Wunderkräfte, also probiere ich. Das Camp ist deswegen secret, weil sich hier die Familie während der japanischen Besatzungszeit als Partisanenführer versteckt hielt und den Widerstand organisierte.

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Die heilige Familie am Secret Camp

Vom Camp aus geht es weiter mit dem Fahrrad. Die Straße ist hügelig, Herr Kim stellt sein Fahrrad bei einer Steigung in den Bus und fährt mit. Kurz bevor wir den Wasserfall erreichen steigt er wieder aus und fährt weiter, damit er vor den Reiseführern der anderen Gruppen auch angeben kann. Am Wasserfall kommt nach uns tatsächlich auch die Flugzeuggruppe an. Sie kommen direkt vom Berg, das Camp haben sie nicht besucht da sie mittags sehr lange am Flughafen mit Fotografieren beschäftigt waren. Mit dabei ist auch der Manager von KITC, der koreanischen staatlichen Reiseagentur. Er begrüßt mich und erzählt mir, dass ich der erste Deutsche sei, der mit dem Fahrrad durch Nordkorea fährt. Vor mir gab es auf dem Fahrrad auch bisher nur eine Reisegruppe, aus England. Da es schon dunkel wird fahren wir mit dem Bus weiter, aber nicht mehr weit, bis zu unserem Hotel. Dort sind auch alle Gruppen untergebracht, die sich zur Zeit in der Gegend aufhalten.

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Dorf

Als wir im Hotel ankommen ist es dort erstmal dunkel, Wasser gibt es auch nicht. Ich bringe kurz mein Gepäck ins Zimmer und gehe dann Abendessen. In einem großen Saal stehen viele Tische für die ganzen Gruppen. Ein Tisch ist für mich allein reserviert – die Reiseführer essen zusamnen in einem separaten Raum. Nachdem ich aufgegessen habe setze ich mir zur Flugzeuggruppe. Während dem Essen kommt dann auch irgendwann der Strom, und es wird angekündigt dass es jetzt auch warmes Wasser auf den Zimmern gibt, aber nur bis neun.

Nach dem Essen gehen wir noch zur Bar im ersten Stock und trinken zusammen irgendwelchen Schnaps, da das Bier alle ist.

In meinem Zimmer gibt es dann auch Wasser, und auch Strom, was ich insbesondere deswegen zu spüren bekomme, weil der Wasserhahn unter Strom steht. Mit trockenen Händen ist es erträglich, aber wenn man sich die Hände gewaschen hat und dann den Wasserhahn ausmachen möchte ist es schon unangenehm.

Um 8 Uhr gibt es Frühstück, dann darf ich weiterradeln (Fahrer und Kim sitzen hinter mir im Bus). Nach ein paar Kilometern werde ich in den Bus eingeladen, und wir fahren noch wenige Meter weiter zu einem Monument. Dort steht eine große Statue von Kim Il Sung, vor der ich auch wieder Blumen ablegen soll. Da es aber keine frischen gibt, bekomme ich Plastikblumen. Großzügigerweise muss ich aber nichts dafür bezahlen. Hinter dem Monument liegt ein kleiner See, schaut alles sehr schön aus. Außerdem marschieren irgendwelche Jugendgruppen über den Platz und singen, ich bekomme sogar ein Foto mit einer der Gruppen.

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Kim Il Sung mit Berg Paekdu im Hintergrund

Vom Monument fahren wir weiter zum Flughafen. Dort wird das Gepäck mit einem Handpiepser kontrolliert, weil das Röntgengerät zu klein ist. Dann wird es auf einer riesigen Wage gewogen (12kg). Ich stelle mich auch auf die Wage und wiege mit Klamotten 70kg.

Die Aviation Gruppe kommt kurz nach uns. Nachdem sie alle ihr Gepäck abgegeben haben gibt es ein kurzes Wettlaufen zum Flugzeug, da es diesmal freie Platzwahl gibt und alle am Fenster sitzen wollen.

Kaesong

Das Frühstück in Sariwon ist auch relativ einfach. Der Speisesaal ist zwar nicht leer, aber auch nicht komplett gefüllt. Trotzdem frühstücke ich allein, und die anderen an einem separaten Tisch hinter einer Trennwand. Dann fahren wir mit dem Auto nach Kaesong, zur Demilitarisierten Zone (DMZ) an der Grenze zu Südkorea.

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Reisebusse an der DMZ

Dort müssen wir zunächst kurz warten, während mehrere Reisebusse mit Chinesen und ein Kleinbus mit Russen ankommt. Dann dürfen wir in die DMZ. Dort fährt man erstmal durch einen Engen weg, an dessen Rand lauter Hindernisse in Form von Betonklötzen parat liegen, die bei Bedarf auf die Straße geschoben werden können, um diese bei Bedarf zu blockieren. Es gibt auch 2 Gräben, die mit Stahlplatten bedeckt sind, die sich bei Bedarf auch entfernen lassen um den Weg unpassierbar zu machen. Außerdem gibt es mehrere Falltore. Zunächst besichtigen wir ein paar Baracken, wo während des Krieges der Waffenstillstand verhandelt wurde. Das ganze geht relativ hektisch vonstatten, weil nach uns nämlich noch mehr Reisebusse mit Chinesen angekommen sind, die draußen schon warten. Dann geht es weiter zu der Stelle, an der sich die Nord- und Südkoreaner gegenüber stehen. Dazwischen stehen 7 Baracken, von denen 3 blau sind. Diese sind von den Amerikanern gebaut worden und werden auch von diesen verwaltet. Eine davon besichtigen wir. Dort wurde nach dem Krieg verhandelt, und auch hier wird von den anwesenden Soldaten gedrängelt, weil die nächste Gruppe kommt. Danach gibt es noch kurz vom Dach des Gebäudes hinter den Baracken einen Blick nach Südkorea. Dort ist kein Mensch zu sehen, dafür jede Menge Kameras. Aber angeblich sieht man auf der anderen Seite auch oft Touristen, die von Südkorea aus kommen. Außerdem darf man an der DMZ die Soldaten fotografieren, wovon auch reger Gebrauch gemacht wird.

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Blick nach Südkorea. Die Grenze verläuft zwischen den blauen Baracken

Nach dem Besuch der DMZ geht es mit dem Auto zurück nach Kaesong, und noch etwas weiter fahren wir von der Autobahn ab. Dort werden die Fahrräder abgeladen und Herr Kim und ich Fahren (Herr Jong war eh schon nicht so schnell mit dem Fahrrad und ist dann auch noch hingefallen, von daher nimmt er dankenswerterweise meine Kamera an sich um uns während der Fahrt zu fotografieren – ich tausche vorher sicherheitshalber noch die SD-Karte, nicht dass da noch aus Versehen Bilder gelöscht werden).

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Die Fahrräder in unserem Bus

Es geht erstmal ein schönes Stück bergauf, da hänge ich Herrn Kim ziemlich schnell ab, der auch schnell aufgibt und schiebt. Hinter dem Pass warten wir (die anderen sind mittlerweile mit dem Auto vorgefahren) auf ihn. Der Fahrer und Herr Jong sammeln Kastanien unter einem Baum, die man dort (roh) essen kann. Dann fahren wir noch ein paar Kilometer durch die Landschaft. Einerseits sehr schön, auch das Wetter, aber andererseits sieht man dort auch die extreme Armut auf dem Land: die Leute tragen Reisigbündel auf dem Rücken. Ab und zu fahren Ochsenkarren, die schon fast auseinanderfallen, sehr quietschen und die Räder alles andere als rund sind. Nach ein paar Kilometern kommen wir zu einem Wasserfall, an dem wir Picknick machen. Auch einige Koreaner sind dort und machen dort Picknick und tanzen (es ist ja Sonntag).

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Ich beim Radeln

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Ochsenkarren

Von dem Wasserfall sollten wir eigentlich zu einem nahe gelegenen Tempel fahren, allerdings ist die Straße gesperrt weil dort irgendeine politische Veranstaltung stattfindet. Stattdessen fahren wir mit dem Auto zurück nach Kaesong um den Tempel von der anderen Seite aus anzufahren. Die Straße von Kaesong zum Tempel ist nicht asphaltiert, sondern eine Staubstraße. Trotzdem ist diese gut in Schuss, mit akkuraten angeordneten Steinen am Rand. Auch hier wieder viele Fußgänger die Holz durch die Gegend schleppen.

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Buddhistischer Tempel

Der Tempel ist zwar fast 1000 Jahre alt, wurde aber vor 500 Jahren durch die Japaner (die wie die Amerikaner immer als Imperialisten bezeichnet werden) zerstört und erst 2005 wieder aufgebaut. Jetzt wohnen dort 6 buddhistische Mönche. Ich vermute mal, der Tempel wurde auch aus Devisengründen da hingestellt, damit man auch Pilger melken kann.

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Mais und Eicheln werden für die Schnapsproduktion auf der Straße getrocknet

Vom Tempel fahren wir wieder nach Kaesong, und dort ins Museum. Dort darf Herr Jong mal üben, Herr Kim beschreibt auf koreanisch die Exponate und Herr Jong muss auf Englisch übersetzen. Dort kaufe ich noch etwas Ginseng-Extrakt und ein paar Postkarten und Briefmarken, dann geht es mit dem Auto zurück nach Pjöngjang, wo wir in ein Grill-Restaurant gehen und Ente essen. Danach geht es ins Hotel vom ersten Tag. Ich bekomme dasselbe Zimmer wie das letzte mal. Die Betten sind zwar gemacht, aber nicht neu bezogen. Naja, zum Glück habe ich ja nicht so viel Schmutz gemacht.

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Bär hält Verkehrsschild

Pjöngjang II

Ich wache auf, weil ich bei offenem Fenster schlafe und es ziemlich stark regnet draußen. Zum Frühstück bin ich beim Essen zum ersten mal allein. Es gibt auch gar nichts besonderes, nur ein Omlette, etwas Toastbrot und Marmelade, dazu Kaffee (auch eher dünne Nescafe – Plörre). Auf jeden Fall nichts, was man in einem fünf Sterne-Hotel erwarten würde. Nach dem Frühstück treffe ich die anderen, die offenbar im Auto übernachtet haben. Wir schauen uns noch kurz hinter dem Hotel um, wo das Skigebiet zu finden ist. Der eine Lift wird gerade angeschmissen. Es handelt sich um Sessellifte, zwar nicht die neuesten Modelle, aber auch nicht antiquiert. Außerdem liegen in einer Ecke noch Teile rum für einen weiteren Lift, der noch aufgebaut werden soll. Und Schneekanonen stehen auch zu Genüge herum. Die meisten Gäste des Skigebiets und des Hotels sind anscheinend Chinesen, für welche die ganze Anlage letztes Jahr errichtet wurde. Das Ziel sind offensichtlich Devisen (zu welchen meine Führer auch ganz unumwunden sagen, dass Nordkorea diese dringend benötigt).

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Skilift hinter dem Hotel

Wir fahren dann weiter Richtung Pjöngjang. Kurz vor Pjöngjang fahren wir ab von der Autobahn und sehen uns ein Mausoleum eines alten koreanischen Königs an. Daneben ist ein buddhistischer Tempel, den wir uns auf meinen Wunsch hin auch ansehen. Drin ist ein Mönch, der den Tempel aufschließt. Dann geht es weiter nach Pjöngjang.

Dort geht es erstmal zum Essen in ein Restaurant. Kurz davor fotografiere ich eine Baustelle, an der gerade ein Wohnhaus errichtet wird. Ich werde umgehend dazu aufgefordert, das Bild zu löschen, weil Baustellen fotografieren verboten ist (neben Soldaten und Militäreinrichtungen, was mir aber schon ganz zu Anfang gesagt wurde, im Gegensatz zu den Baustellen). Ganz überrumpelt lösche ich das Bild auch brav, was mich danach etwas ärgert.

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Skyline von Pjöngjang

Nach dem Essen laufen wir zu Fuß über die Brücke zum Juche Turm. Dort werden mir erstmal 10 € Eintrittsgeld abgeknöpft, weil im Reisepreis nicht inbegriffen (und es steht tatsächlich nicht auf dem Programm). Aber von oben hat man dafür eine wirklich schöne Aussicht auf ganz Pjöngjang. Danach gibt für mich ein Eis neben dem Turm (zum Trost dann kostenfrei). Dann fahren wir mit dem Auto, welches in der Zwischenzeit nachgekommen ist, wieder auf die andere Flußseite und gehen in einem Park spazieren.

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Blick vom Juche - Turm

Von dort fahren wir mit dem Auto zu einer Bierhalle. Angeblich hat jedes Wohnviertel eine solche Bierhalle, die täglich von 17 bis 19 Uhr geöffnet ist. Drin gibt es, wie der Name schon ankündigt, Bier, und zwar sieben verschiedene Sorten: Gerstenbier, Reisbier, dann 3 verschiedene Mischungen aus Gersten- und Reisbier sowie zwei dunkle Biere, eines mit Schokoladen- und eines mit Kaffeegeschmack. Ich bestelle ein Gerstenbier und wir warten an einem Stehtisch auf das Bier. Es gibt nur Stehtische, angeblich damit die Leute nicht zu lange bleiben und zu viel trinken. Aber die Bierhalle füllt sich während unserer Anwesenheit trotzdem sehr gut, als wir gehen stehen an jedem Tisch viele Leute. Nach dem Gerstenbier probiere ich noch ein Reisbier und dann ein schwarzes Kaffee-Bier. Alle trinkbar, am besten ist das Gerstenbier. Als Snack dazu gibt es getrockneten Tintenfisch.

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Bierhalle in Pjöngjang

Nach den 3 Bier geht es weiter mit dem Auto nach Sariwon, einer Stadt südlich von Pjöngjang, auf dem Weg nach Kaesong. Dort ist es schon dunkel als wir ankommen und es gibt Essen im Hotel. Das Hotel ist relativ einfach, und andauernd fällt der Strom aus. Dann dauert es ein paar Sekunden bis der Generator angeht, und dann geht das Licht wieder an, aber nur halb so hell. Irgendwann wird das Licht dann wieder heller und der Generator geht aus (was man am fehlenden Geräusch merkt). Auf dem Zimmer ist der Wasserdruck sehr niedrig, wenn der Strom weg ist kommt gar nichts aus der Leitung. Dafür steht ein großes Fass mit Wasser im Bad, aus dem man sich bedienen kann um sich zu waschen.