Casamance

Wir checken aus unserem Hotel aus und wollen wieder zurück in den Senegal, genauer gesagt in die Casamance. Gambia ist nicht so groß, das wichtigste haben wir gesehen.

An der Grenze läuft die Ausreise aus Gambia zügig und problemlos. Auf senegalesischer Seite jedoch will man das Auto nicht einreisen lassen, weil unsere Genehmigung abgelaufen sei. Man könne auch keine neue ausstellen. Man bietet uns an, das Auto an der Grenze zu parken und mit dem Taxi weiterzufahren. Das lehnen wir ab.

Wir fahren also zurück nach Gambia und reisen wieder ein, zumindest das klappt problemlos. Dann fahren wir die ganze Strecke, die wir gekommen sind, wieder Richtung Osten, bis nach Soma. Dort wieder raus aus Gambia. Beim Zoll auf senegalesischer Seite ist dann von Problemen gar keine Rede mehr, wir bekommen zügig einen neuen Wisch für das Auto ausgestellt, diesmal sogar mit einer Quittung über die Gebühren, also alles ganz korrekt. Wir fragen uns, warum im Senegal jede Grenze ihre eigenen Zollvorschriften zu haben scheint.

Wir schaffen es trotz des Umweges noch bei Tageslicht nach Ziguinchor. Dort checken wir ins Hotel ein und essen auch dort zu Abend.

Reste kolonialer Architektur in Ziguinchor

Treiben am Fluss in Ziguinchor

Am nächsten Tag gehen wir zu Fuß zum Konsulat von Guinea-Bissau und holen uns dort ein Visum – das kostet hier deutlich weniger als bei uns zu Hause, und geht auch in 5 Minuten ganz fix. Wir spazieren noch weiter durch die Stadt, runter zum Fluss, zur Post und wieder zurück zum Hotel. Dort geht Fabi nochmal ins Zimmer, ich fahre mit dem Auto kurz vor zum Kreisverkehr, denn dort gibt es zwei Tankstellen mit Autowäsche, welche das Auto mal wieder verdient hat.

Während ich warte, dass das Auto gewaschen wird, kommt ein Zollbeamter, erkennbar an seiner Uniform, zu mir. Er möchte die Fahrzeugdokumente sehen. Ich habe die gar nicht dabei, die sind in Fabis Handtasche im Hotel. Er meint, ich müsse sofort zum Hotel fahren, um sie zu holen, was ich aber ablehne, da das Auto noch gewaschen wird. Aber das Hotel ist nur 3 Minuten zu Fuß entfernt, wir könnten ja hinlaufen – darauf lässt er sich erst ein, als ein zufällig herumstehender Passant auf ihn einredet. Im Hotel bekommt er die Papiere, die er will. Ein kurzer Blick reicht ihm, er mag unseren Passavant nicht. Wir müssten sofort mit ihm mitkommen zur Zollstation.

Die Zollstation ist nicht weit, keine 3 Minuten Fahrt. Dort will der Zöllner als erstes den Autoschlüssel haben, den ich ihm aber nicht gebe. Das Zollbüro ist noch abgesperrt, der Wärter sperrt auf. Wir sollen im Vorraum warten. Etwas später kommt auch ein Typ mit Bubu und Hut rein und geht ins Büro, das scheint der Chef zu sein. Irgendwann werden wir dann rein gerufen. Der Chef spricht sogar ein paar Worte deutsch, sein Vater sei Deutschlehrer, und er war auch selber schon mal in Deutschland. Er muss aber nochmal mit seinem Chef reden, den er noch nicht erreicht hat. Wir sollen warten. Ich frage, ob wir auch im Hotel warten können, was er nach kurzem Zögern erlaubt. Wir tauschen Handynummern aus, er wird uns anrufen wenn er seinen Chef erreicht hat.

Wir sind noch auf dem Weg zum Hotel (zu Fuß, das Auto mussten wir stehenlassen), da bekommen wir einen Anruf mit der Ansage „OK, problem finish„. Wir laufen zurück. Das Büro ist gerade geschlossen, also setzen wir uns nochmal ins Vorzimmer. Ein paar Minuten später werden wir ins Büro gebeten, dann erklärt uns der Zöllner, er sei erst seit einem Jahr auf der Position und wisse noch nicht genau wie das laufe, auf jeden Fall hätten wir kein Problem mehr und könnten gehen. Er gibt uns noch seine Karte, wir sollen ihn anrufen, wenn wir nochmal Probleme in seinem Zollbezirk haben.

Wir gehen zurück ins Hotel, freundlicherweise dürfen wir uns noch eine Stunde länger im Zimmer aufhalten und nutzen die Zeit, um nochmal in den Pool zu springen.

Tankstelle in Ziguinchor

Anschließend fahren nach Cap Skirring. Dort gehen wir in eine recht einfach Unterkunft direkt oberhalb vom Strand. Wir gehen noch im Meer baden, trinken noch Bier und Orangensaft am Strand und essen dann Fisch und Crevetten bei unserer Unterkunft. Abends laufe ich nochmal alleine am Strand entlang, irgendwo in der Ferne hört man Trommelgeräusche, sonst ist der Strand wie verlassen.

Blick aus unserem Zimmer in Cap Skirring

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Gambia

Heute heißt es schon wieder früh aufstehen. Zum Frühstück gibt es Omelett mit baked beans. Was die Briten nicht alles hinterlassen haben…

Abfahrt ist um 8.00Uhr mit der Piroge in die Bao Bolong Wetlands. Zuerst fahren wir an der Erdnussfabrik und Ladestelle vorbei, dann queren wir den Fluss, bevor wir in den Bao Bolong einbiegen, einen Zufluss des Gambia. Obwohl wir über 100km von der Küste entfernt sind, gibt es hier immer noch Gezeiten und daher auch viele Salzwasserfische. Der Besitzer des Camps meint sogar, dass er im Januar schon mit Delfinen im Gambia geschwommen ist. In dieser Gegend haben sich Mangrovenwälder gebildet, die gerade bei Ebbe toll aussehen:

Mangrovenwälder

Der Park ist ein Paradies für Vögel und somit auch für Ornithologen. Die Fahrt dauert knapp 3 Stunden und wir sehen viele tolle Vögel: diverse Störche, Pelikane, Kormorane, den Hammerkopf, einen Fischadler, viele Reiher und viele mehr, die wir nicht benennen können. Zudem gibt es ganz viele Krebse am Ufer. Wirklich ein schöner Trip. Hier ein paar Bilder:

Gelber Vogel

Schöner Vogel

Hammerkopf

Reiher

Tauchender Vogel mit erbeutetem Fisch

Pelikan beim Abflug

Krebse

Kormorane

Auf der Rückfahrt wird es dann schon ordentlich heiß. Wir entscheiden uns, am Abend noch die Safari zu machen und erst am nächsten Tag weiter nach Banjul zu fahren.

Den Nachmittag verbringen wir am Pool. Um 16h fahren wir dann mit Omar, einem Nationalparkranger, in den Kiang West National Park. Der Weg in den Park und im Park ist eher spektakulär, da wir offensichtlich die ersten Touristen sind, die seit der Regenzeit hier her kommen. Das Gestrüpp, über das wir fahren ist z. T. Höher als unser Auto.

Dann heißt es aussteigen. Um uns rum lauter Fliegen und Bremsen. Ich frage unseren Guide ob das auch wirklich ernst gemeint ist, er sagt, dass es OK ist, wenn wir Anti-Mücken-Spray drauf haben, dann tun sie uns nichts. Er soll recht behalten und ich werde zunehmender Fan von no bite. Zu Fuß geht es durchs Gestrüpp weiter. Gleich zu Beginn hören wir schon die Paviane bellen, und kurz drauf sehen wir sie auch. In freier Wildbahn. Schon cool. Sie halten sich im Gestrüpp auf, aber nicht zu weit weg. Sie beobachten uns aus der Ferne, sie sind offensichtlich genauso neugierig wie wir.

Pavian beobachtet uns

Kleiner Pavian

Und noch ein großer Pavian

Wir laufen runter zum Wasserloch. Aktuell ist es ein See, aber Omar sagt uns, dass in wenigen Wochen das Wasser zurück geht und sich erst später die Tiere dort sammeln. Momentan finden die Tiere noch an vielen anderen Stellen genug Wasser, deshalb hält es momentan kein Tier für nötig, hier vorbei zu schauen.

Das Wasserloch, das aktuell ein See ist

Im Park gibt es Hyänen, Antilopen, Warzenschweine, Affen, Schlangen und natürlich viele Vögel. Abgesehen von ein paar Vögeln und Affen, viel Gestrüpp und den See sehen wir leider nichts, obwohl wir sowohl an eine zweite Stelle des Sees fahren, als auch versuchen, auf die andere Seite des Sees zu gelangen. Letzteres scheitert daran, dass sie Straße kaum noch auffindbar ist und zudem umgestürzte Bäume den Weg versperren. Also drehen wir um.

Am Abend gibt es nochmal Essen im Restaurant. Danach folgt noch eine live Darbietung afrikanischer Tänze. Immer wieder holen sie mich zum tanzen und sagen dann: nice try. Anscheinend liegt mir die Art von Tanz nicht ganz so.

Das Frühstück am nächsten Morgen besteht aus baked beans und Pasta mit Sardellen. Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Ufer entlang. Wir quatschen nochmal mit Omar, packen zusammen, zahlen und fahren weiter Richtung Banjul. Auf dem Weg dorthin passieren wir ca. 12 Kontrollstellen. Bei den meisten werden wir allerdings durchgewunken. Alle sind sehr freundlich und keiner fragt nach einem Präsent oder ähnlich.

Gleichzeitig ist eine große Horde von Kleinbussen unterwegs. Alle massiv überladen, geschmückt mit grünen Zweigen, fast alle Passagiere tragen grün.

Überladene (Party-)Busse

Zwischendurch fährt immer mal wieder ein Pick-up, der Boxen geladen hat, die den ganzen Konvoi beschallen. Alle Dörfer am Rande haben auch grüne Flaggen gehisst und die Bewohner wirken den Vorbeifahrenden zu. Wir wissen nicht, was es zu bedeuten hat. Eine Polizistin erklärt auf unsere Nachfrage hin, es sei eine Rallye.

Angekommen in Serekunda suchen wir uns erst mal ein Café. Im Reiseführer steht, dort gäbe es guten Kaffee und WLAN. Damit wollen wir uns ein Hotel suchen. Leider funktioniert das WLAN eher schlecht. Trotzdem finden wir was nettes, wollen aber vorher nochmal bei dem Campingplatz vorbeischauen, der von einem Deutschen geleitet wird, der auch beim Autoverkauf behilflich sein soll. Er ist super nett, erzählt uns viel, sagt aber auch, dass wir den Preis, den wir uns vorstellen wahrscheinlich vergessen können. Vielleicht bekämen wir ein Viertel davon. OK, das ist eine klare Ansage, dann verkaufen wir eben nicht – zumindest nicht in Gambia.

Wir fahren weiter in das Hotel und beziehen dort unser Zimmer. Wir werden bereits gewarnt, dass hier heute ein Shooting stattfindet, denken uns aber nicht viel dabei. Nach kurzem Ausruhen gehen wir an den Strand und danach noch in den Pool. Anscheinend wird das Shooting eine größere Angelegenheit, da sich wirklich viele Menschen im Außenbereich aufhalten. Als wir in unser Zimmer gehen wird in der Lobby bereits gedreht. Es scheint so eine Art Gangster-Rap-Video zu werden, die Musik dröhnt von überall. Einige Kerle schauen auch echt aus wie der prototypische Gangsterrapper in Musikvideos, voll behangen mit Goldketten. Die Besitzerin (eine Britin) erklärt uns, dass es sich um einen Britisch-Jamaikanischen Star handelt, die dezent 4 Stunden nach offiziellem Drehbeginn auftaucht.

Wir essen zu Abend und schauen dem Spektakel zu. Die Röcke der Mädels gehen kaum kürzer, alles Nigerianerinnen, wie uns die Besitzerin erzählt – die Gambianerinnen seien zu prüde für so etwas.

Gegen 22.30 Uhr gehen wir ins Bett, die Musik geht noch ein bisschen weiter, aber um Mitternacht ist Schluss.

Es ist Montag, wir sind nun schon 4 Wochen unterwegs. Wir entscheiden uns, eine weitere Nacht hier zu bleiben. Nach dem Frühstück wollen wir zuerst zur Botschaft von Guinea und dort ein Passavant beantragen, was die Einreise mit unserem Auto erheblich vereinfachen soll. Zuerst finden wir die Botschaft ewig nicht, aber dann stehen wir auf einmal davor. Gleichzeitig klopft einer an die Scheibe und will was von uns. Robert bleibt stehen. Der Typ meint, ob wir ihn denn nicht wiedererkennen würden. Er wäre doch der vom Hotel. Wir seien so nette Weiße, alle würden über uns sprechen, weil wir so nett wären. Ob wir ihm nicht den Gefallen tun könnten und ihn mitnehmen? Wir müssen erst mal in die Botschaft, sagen wir ihm. Dort ist das alles kein Problem, der Sekretär kopiert unsere Unterlagen, kassiert die Gebühren, und wir sollen am Nachmittag wieder vorbeikommen und alles abholen. Zwischenzeitlich haben wir festgestellt, dass wir den Typ beide nicht kennen und wir ihn auf keinen Fall irgendwo hin mitnehmen. Wir wimmeln ihn erfolgreich ab und fahren weiter nach Banjul.

Zunächst fahren wir zur großen Moschee, die wir besuchen und sogar fotografieren dürfen. Wir sind ganz erstaunt. Danach fahren wir zum Fährterminal, wo schon viele LKW warten – gut das wir da nicht über den Fluss müssen. Dann zum großen Markt. Auto abgestellt und schon wieder kommt einer, der unser Auto kaufen will. Das ist vermutlich der 8. oder so. Aber keiner will unseren Preis zahlen. Wir tauschen mal Nummern aus, vielleicht entscheiden wir uns ja noch anders.

Am Markt angekommen werden wir von einem Bumpster zugequatscht, der einfach nicht weggehen will. Es kommt ein anderer der uns fragt, ob wir ihn kennen würden, und ihn dann wegschickt, und einen Ausweis zeigt und meint er arbeite hier um Touristen von Bumpstern fern zu halten, damit sie einen besseren Eindruck haben und wiederkommen. Wir laufen mit ihm zum Markt und sagen ihm dann, dass wir alleine gehen möchten. Er lässt uns allein und keine 2 Meter später ist der andere Typ wieder da und labert uns zu. Wir sagen ihm, wir wollen ohne ihn gehen und da kommt schon wieder der andere und schickt ihn weg. Vermutlich ist es das kleinere Übel einfach mit ihm zu laufen. Er zeigt uns den Markt, und wir erstehen ein paar Kleinigkeiten. Als wir wieder aus dem Markt rausgehen geben wir ihm ein Trinkgeld.

Wir fahren zum Museum und laufen durch. Die Geschichte von Gambia ist ganz nett dargestellt, natürlich eher mit einfachen Mitteln, aber gut gemacht. Interessant sind vor allem die historischen Fotos. Danach gehen wir noch auf den Arch 22. Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt.

Museum in Banjul

Blick über Banjul vom Arch 22

Auf dem Rückweg ins Hotel halten wir noch bei der Botschaft von Guinea und holen unser Passavant ab.

Danach gehen wir baden, zuerst im Meer, dann im Pool, wobei am Meer uns gleich schon wieder der Barbesitzer nahelegt, wir mögen doch zu ihm kommen (auf dem Hin- und Rückweg). Langsam nervt es. Wir haben glaube ich in den letzten 10 Tagen 100 Menschen erzählt wer wir sind, wo wir herkommen und alle sagen wie schön und wie toll, aber eigentlich wollen sie einem nur irgendwas andrehen. Und sei es, dass man sie mitnimmt und sie einem die Sehenswürdigkeiten zeigen. Robert sieht es noch entspannt, mir geht’s langsam ziemlich auf den Senkel.

Abends essen wir nochmal im Hotel, Robert Burger und ich Rinder-Domoda – eine Art gambisches Gulasch. Selbst der Security vom Hotel quatscht uns dann noch voll wie toll doch Deutschland ist und gerade Bayern München, das ist sein Team. Ich kann es nicht mehr hören.

Réserve de Bandia und Einreise Gambia

Wir haben genug von Dakar, heute geht es weiter. Wie immer Richtung Süden.
Wir fahren zuerst zum Nationalpark Réserve de Bandia. Gegen Mittag sind wir dort. Der Ticketverkäufer sagt uns, wir könnten mit unserem eigenen Auto reinfahren, aber  bräuchten einen Führer. Für uns zwei plus Auto macht das dann knapp 60€. Nicht gerade wenig, aber damit hatten wir schon gerechnet. Allerdings sind wir zur falschen Zeit da, denn am besten wäre es morgens um 8 Uhr oder nachmittags ab 16 Uhr, weil dann mehr Tiere zu sehen sind. Wir entscheiden uns ein Hotel zu buchen, denn Nachmittag über zu entspannen und am nächsten Morgen früh besagte Tour zu machen.

Wir fahren zum Babao Camp und werden von einer sehr netten Französin begrüßt. Nette Zimmer, leider keine Klimaanlage, dafür ein Pool. Wir verbringen den Nachmittag dort, gehen abends in das zugehörige Restaurant. Das Essen soweit gut, nachdem ich mal wieder Lust auf Pasta habe, und seit Wochen auf jeder Karte Spaghetti Bolognese steht, wage ich den Versuch. Schmeckt so lálá, aber man erkennt was es sein soll. Vermutlich werde ich den Versuch in nächster Zeit nicht nochmal starten. Die Nacht wird schwül heiß.

Wir lernen: vorerst keine Unterkunft mehr ohne Klima. Mein Kissen ist am nächsten Morgen pitschnass, mein frisch gewaschener Schlafanzug durchgeschwitzt und meine Haare waren glaube ich seit dem Schwimmen gestern Mittag (!!!) nicht mehr trocken. Ich freue mich auf die Klimaanlage im Auto.

Wir stehen früh auf, duschen, machen uns fertig und fahren zum Reservat Bandia. Dort bekommen wir eine Führerin, die sogar deutsch spricht.

Zuerst kommen wir zu den Hyänen, die eingezäunt sind, weil das Reservat mit 2000ha zu klein ist und sonst alle anderen Tiere schnell als Mittagessen für die Hyänen enden würden.

Auf unserer Tour sehen wir sehr viel: Giraffen, Zebras, viele tolle Vögel, Büffel, Antilopen, Meerkatzen und andere Affen, einen Waran und zuletzt nach langem Suchen und Pirsch zu Fuß (angeblich illegal, aber in diesem Fall auf Anweisung unserer Führerin) noch zwei Einhörner. Super interessant und wirklich cool. Man kann also entspannt in 3 Wochen Fahrzeit von München auf Safari gehen. Hier ein paar Bilder:

Hyäne

Meerkatze

Waran

Riesenschildkröte

Blauer Glanzstar

Babyzebra mit Mutter

Toko

Antilopen

Nashorn

Giraffen

Am Ende der Tour kann man noch ganz viele Krokodile in einem Tümpel bestaunen. Wirklich ein schönes Reservat, und außer den Zebras sind alle Tiere dort auch heimisch.

Danach gehen wir kurz einkaufen und fahren dann zurück in unsere Unterkunft, um noch die gewaschene Wäsche und unsere Koffer einzuladen, bevor wir Richtung Gambia weiterfahren. Mal sehen wie wir durchkommen. Die gute Frau vom Hotel meint, dass wir mindestens 5 Stunden brauchen würden, wegen der Touba-Magal dieses Wochenende. Letztlich brauchen wir 3 Stunden 30 Minuten (was auch der Information des Navis nahe kommt), dann sind wir an der Grenze.

Die Ausreise aus dem Senegal läuft einfach, nervig sind die ganzen Kinder. Alle wollen was haben, und man muss aufpassen dass sie nichts aus dem Auto nehmen. Die Einreise nach Gambia ist auch recht entspannt. Ein Polizist kommt direkt zu uns ans Auto und quatscht uns an – super freundlich. Außerdem: endlich Französischpause! Hier wird englisch gesprochen! Wir sollen es uns gemütlich machen, aber lang wird es nicht dauern. Es war gerade Gebetszeit, irgendeiner mit dem Stempel ist deswegen noch unterwegs. Als er zurück ist geht es recht zügig. Zuletzt wird noch gefragt: so normally this is for free, but if you feel like it, maybe you could give us something? Wie zucken mit den Schultern und sagen sorry, but no und es wird uns freundlich geantwortet: ok no worries, good bye. Beim Zoll geht es auch schnell, dann wird eine Gebühr verlangt. Da auch alle anderen zahlen und es nicht viel ist, zahlen wir auch. Dann will ein anderer Zollbeamte auch noch das Auto von innen sehen und irgendwas haben, er verlangt 10€. Wir sagen dass wir die Kofferraumdurchsuchung dem Schmiergeld vorziehen würden. Daraufhin wendet er sich ab. Wir warten kurz, dann fragen wir ihn, was jetzt los sei, er meint dann, wir können fahren.

Es ist ca. 18Uhr. Bis dato der schnellste Grenzübergang in Afrika. Wir fahren weiter nach Farafenni, holen Geld am Automaten und fahren dann zur Fähre. Mal sehen wie gut das klappt. Vorne angekommen heißt es: hello my friend, you do not have ticket yet, that’s a shame… You did not see the ticket office? Well, maybe we can help you. Wir ahnen schon, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht und sagen: no thanks, we will find the ticket office. Wieder 4km zurück und dann haben wir nach mehrfachem Fragen das Büro gefunden, um die Tickets gekauft und fahren wieder vor zur Fähre. Nach etwas Chaos schaffen wir es und sind gleich beim ersten Schwung auf der Fähre dabei! Es hieß im Vorfeld, man müsse oft sehr lange warten, bis man endlich auf eine Fähre kommt. Wie perfekt ist das denn?

Auf der Fähre darf man leider kaum Fotos machen, allgemein sind die Gambier keine Freunde von Fotos. Über den Fluss wird gerade eine Brücke gebaut, lange kann das nicht mehr dauern:

Brücke im Bau über den Gambiafluss

Das wäre dann die erste Brücke in dem Land, das ca. 300km lang, durchschnittlich 35km breit ist und der Länge nach vollständig von einem Fluss getrennt ist. Sobald die Brücke fertig ist, was noch dieses Jahr passieren soll, wird die Verbindung wohl deutlich besser sein und der Trans-Gambian-Highway seinen Namen auch verdienen. Spätestens dann werden wohl die Grenzübergänge jeweils in und vom Senegal wieder das Nadelöhr.

Wir entscheiden uns, noch bei fast Dunkelheit bis zum Tendaba Camp zu fahren. Das sind ca. 30 Kilometer. Auf dem Weg dahin ein paar Polizeistopps. Nur einer fragt nach: so what do you have for me? Ich versuche den Dialog ungefähr wiederzugeben: wir antworten: you would like to see passport, driver licence or what do you mean?nono, not that. you should have brought something for me… but what do you want?what is in that bag?a lot of clothes, we are travelling for 3 months, we need a lot of clothes. – hm OK, so you come all the way to Africa and have nothing for me? – No. – Well then, thanks and bye. Alles verhältnismäßig harmlos. Wir sind gespannt was noch kommt.

Die Straßen sind erstaunlich gut – mal wieder. Im Camp angekommen werden uns 3 Zimmer gezeigt, wir entscheiden uns für eins mit Klimaanlage, essen leckeren Butterfisch mit Reis zu Abend (die andere Alternative wäre Hühnchen gewesen).
Die Leute sind sehr freundlich, aufmerksam und zuvorkommend. Wirklich angenehm.