Casamance

Wir checken aus unserem Hotel aus und wollen wieder zurück in den Senegal, genauer gesagt in die Casamance. Gambia ist nicht so groß, das wichtigste haben wir gesehen.

An der Grenze läuft die Ausreise aus Gambia zügig und problemlos. Auf senegalesischer Seite jedoch will man das Auto nicht einreisen lassen, weil unsere Genehmigung abgelaufen sei. Man könne auch keine neue ausstellen. Man bietet uns an, das Auto an der Grenze zu parken und mit dem Taxi weiterzufahren. Das lehnen wir ab.

Wir fahren also zurück nach Gambia und reisen wieder ein, zumindest das klappt problemlos. Dann fahren wir die ganze Strecke, die wir gekommen sind, wieder Richtung Osten, bis nach Soma. Dort wieder raus aus Gambia. Beim Zoll auf senegalesischer Seite ist dann von Problemen gar keine Rede mehr, wir bekommen zügig einen neuen Wisch für das Auto ausgestellt, diesmal sogar mit einer Quittung über die Gebühren, also alles ganz korrekt. Wir fragen uns, warum im Senegal jede Grenze ihre eigenen Zollvorschriften zu haben scheint.

Wir schaffen es trotz des Umweges noch bei Tageslicht nach Ziguinchor. Dort checken wir ins Hotel ein und essen auch dort zu Abend.

Reste kolonialer Architektur in Ziguinchor

Treiben am Fluss in Ziguinchor

Am nächsten Tag gehen wir zu Fuß zum Konsulat von Guinea-Bissau und holen uns dort ein Visum – das kostet hier deutlich weniger als bei uns zu Hause, und geht auch in 5 Minuten ganz fix. Wir spazieren noch weiter durch die Stadt, runter zum Fluss, zur Post und wieder zurück zum Hotel. Dort geht Fabi nochmal ins Zimmer, ich fahre mit dem Auto kurz vor zum Kreisverkehr, denn dort gibt es zwei Tankstellen mit Autowäsche, welche das Auto mal wieder verdient hat.

Während ich warte, dass das Auto gewaschen wird, kommt ein Zollbeamter, erkennbar an seiner Uniform, zu mir. Er möchte die Fahrzeugdokumente sehen. Ich habe die gar nicht dabei, die sind in Fabis Handtasche im Hotel. Er meint, ich müsse sofort zum Hotel fahren, um sie zu holen, was ich aber ablehne, da das Auto noch gewaschen wird. Aber das Hotel ist nur 3 Minuten zu Fuß entfernt, wir könnten ja hinlaufen – darauf lässt er sich erst ein, als ein zufällig herumstehender Passant auf ihn einredet. Im Hotel bekommt er die Papiere, die er will. Ein kurzer Blick reicht ihm, er mag unseren Passavant nicht. Wir müssten sofort mit ihm mitkommen zur Zollstation.

Die Zollstation ist nicht weit, keine 3 Minuten Fahrt. Dort will der Zöllner als erstes den Autoschlüssel haben, den ich ihm aber nicht gebe. Das Zollbüro ist noch abgesperrt, der Wärter sperrt auf. Wir sollen im Vorraum warten. Etwas später kommt auch ein Typ mit Bubu und Hut rein und geht ins Büro, das scheint der Chef zu sein. Irgendwann werden wir dann rein gerufen. Der Chef spricht sogar ein paar Worte deutsch, sein Vater sei Deutschlehrer, und er war auch selber schon mal in Deutschland. Er muss aber nochmal mit seinem Chef reden, den er noch nicht erreicht hat. Wir sollen warten. Ich frage, ob wir auch im Hotel warten können, was er nach kurzem Zögern erlaubt. Wir tauschen Handynummern aus, er wird uns anrufen wenn er seinen Chef erreicht hat.

Wir sind noch auf dem Weg zum Hotel (zu Fuß, das Auto mussten wir stehenlassen), da bekommen wir einen Anruf mit der Ansage „OK, problem finish„. Wir laufen zurück. Das Büro ist gerade geschlossen, also setzen wir uns nochmal ins Vorzimmer. Ein paar Minuten später werden wir ins Büro gebeten, dann erklärt uns der Zöllner, er sei erst seit einem Jahr auf der Position und wisse noch nicht genau wie das laufe, auf jeden Fall hätten wir kein Problem mehr und könnten gehen. Er gibt uns noch seine Karte, wir sollen ihn anrufen, wenn wir nochmal Probleme in seinem Zollbezirk haben.

Wir gehen zurück ins Hotel, freundlicherweise dürfen wir uns noch eine Stunde länger im Zimmer aufhalten und nutzen die Zeit, um nochmal in den Pool zu springen.

Tankstelle in Ziguinchor

Anschließend fahren nach Cap Skirring. Dort gehen wir in eine recht einfach Unterkunft direkt oberhalb vom Strand. Wir gehen noch im Meer baden, trinken noch Bier und Orangensaft am Strand und essen dann Fisch und Crevetten bei unserer Unterkunft. Abends laufe ich nochmal alleine am Strand entlang, irgendwo in der Ferne hört man Trommelgeräusche, sonst ist der Strand wie verlassen.

Blick aus unserem Zimmer in Cap Skirring

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Gambia

Heute heißt es schon wieder früh aufstehen. Zum Frühstück gibt es Omelett mit baked beans. Was die Briten nicht alles hinterlassen haben…

Abfahrt ist um 8.00Uhr mit der Piroge in die Bao Bolong Wetlands. Zuerst fahren wir an der Erdnussfabrik und Ladestelle vorbei, dann queren wir den Fluss, bevor wir in den Bao Bolong einbiegen, einen Zufluss des Gambia. Obwohl wir über 100km von der Küste entfernt sind, gibt es hier immer noch Gezeiten und daher auch viele Salzwasserfische. Der Besitzer des Camps meint sogar, dass er im Januar schon mit Delfinen im Gambia geschwommen ist. In dieser Gegend haben sich Mangrovenwälder gebildet, die gerade bei Ebbe toll aussehen:

Mangrovenwälder

Der Park ist ein Paradies für Vögel und somit auch für Ornithologen. Die Fahrt dauert knapp 3 Stunden und wir sehen viele tolle Vögel: diverse Störche, Pelikane, Kormorane, den Hammerkopf, einen Fischadler, viele Reiher und viele mehr, die wir nicht benennen können. Zudem gibt es ganz viele Krebse am Ufer. Wirklich ein schöner Trip. Hier ein paar Bilder:

Gelber Vogel

Schöner Vogel

Hammerkopf

Reiher

Tauchender Vogel mit erbeutetem Fisch

Pelikan beim Abflug

Krebse

Kormorane

Auf der Rückfahrt wird es dann schon ordentlich heiß. Wir entscheiden uns, am Abend noch die Safari zu machen und erst am nächsten Tag weiter nach Banjul zu fahren.

Den Nachmittag verbringen wir am Pool. Um 16h fahren wir dann mit Omar, einem Nationalparkranger, in den Kiang West National Park. Der Weg in den Park und im Park ist eher spektakulär, da wir offensichtlich die ersten Touristen sind, die seit der Regenzeit hier her kommen. Das Gestrüpp, über das wir fahren ist z. T. Höher als unser Auto.

Dann heißt es aussteigen. Um uns rum lauter Fliegen und Bremsen. Ich frage unseren Guide ob das auch wirklich ernst gemeint ist, er sagt, dass es OK ist, wenn wir Anti-Mücken-Spray drauf haben, dann tun sie uns nichts. Er soll recht behalten und ich werde zunehmender Fan von no bite. Zu Fuß geht es durchs Gestrüpp weiter. Gleich zu Beginn hören wir schon die Paviane bellen, und kurz drauf sehen wir sie auch. In freier Wildbahn. Schon cool. Sie halten sich im Gestrüpp auf, aber nicht zu weit weg. Sie beobachten uns aus der Ferne, sie sind offensichtlich genauso neugierig wie wir.

Pavian beobachtet uns

Kleiner Pavian

Und noch ein großer Pavian

Wir laufen runter zum Wasserloch. Aktuell ist es ein See, aber Omar sagt uns, dass in wenigen Wochen das Wasser zurück geht und sich erst später die Tiere dort sammeln. Momentan finden die Tiere noch an vielen anderen Stellen genug Wasser, deshalb hält es momentan kein Tier für nötig, hier vorbei zu schauen.

Das Wasserloch, das aktuell ein See ist

Im Park gibt es Hyänen, Antilopen, Warzenschweine, Affen, Schlangen und natürlich viele Vögel. Abgesehen von ein paar Vögeln und Affen, viel Gestrüpp und den See sehen wir leider nichts, obwohl wir sowohl an eine zweite Stelle des Sees fahren, als auch versuchen, auf die andere Seite des Sees zu gelangen. Letzteres scheitert daran, dass sie Straße kaum noch auffindbar ist und zudem umgestürzte Bäume den Weg versperren. Also drehen wir um.

Am Abend gibt es nochmal Essen im Restaurant. Danach folgt noch eine live Darbietung afrikanischer Tänze. Immer wieder holen sie mich zum tanzen und sagen dann: nice try. Anscheinend liegt mir die Art von Tanz nicht ganz so.

Das Frühstück am nächsten Morgen besteht aus baked beans und Pasta mit Sardellen. Danach machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Ufer entlang. Wir quatschen nochmal mit Omar, packen zusammen, zahlen und fahren weiter Richtung Banjul. Auf dem Weg dorthin passieren wir ca. 12 Kontrollstellen. Bei den meisten werden wir allerdings durchgewunken. Alle sind sehr freundlich und keiner fragt nach einem Präsent oder ähnlich.

Gleichzeitig ist eine große Horde von Kleinbussen unterwegs. Alle massiv überladen, geschmückt mit grünen Zweigen, fast alle Passagiere tragen grün.

Überladene (Party-)Busse

Zwischendurch fährt immer mal wieder ein Pick-up, der Boxen geladen hat, die den ganzen Konvoi beschallen. Alle Dörfer am Rande haben auch grüne Flaggen gehisst und die Bewohner wirken den Vorbeifahrenden zu. Wir wissen nicht, was es zu bedeuten hat. Eine Polizistin erklärt auf unsere Nachfrage hin, es sei eine Rallye.

Angekommen in Serekunda suchen wir uns erst mal ein Café. Im Reiseführer steht, dort gäbe es guten Kaffee und WLAN. Damit wollen wir uns ein Hotel suchen. Leider funktioniert das WLAN eher schlecht. Trotzdem finden wir was nettes, wollen aber vorher nochmal bei dem Campingplatz vorbeischauen, der von einem Deutschen geleitet wird, der auch beim Autoverkauf behilflich sein soll. Er ist super nett, erzählt uns viel, sagt aber auch, dass wir den Preis, den wir uns vorstellen wahrscheinlich vergessen können. Vielleicht bekämen wir ein Viertel davon. OK, das ist eine klare Ansage, dann verkaufen wir eben nicht – zumindest nicht in Gambia.

Wir fahren weiter in das Hotel und beziehen dort unser Zimmer. Wir werden bereits gewarnt, dass hier heute ein Shooting stattfindet, denken uns aber nicht viel dabei. Nach kurzem Ausruhen gehen wir an den Strand und danach noch in den Pool. Anscheinend wird das Shooting eine größere Angelegenheit, da sich wirklich viele Menschen im Außenbereich aufhalten. Als wir in unser Zimmer gehen wird in der Lobby bereits gedreht. Es scheint so eine Art Gangster-Rap-Video zu werden, die Musik dröhnt von überall. Einige Kerle schauen auch echt aus wie der prototypische Gangsterrapper in Musikvideos, voll behangen mit Goldketten. Die Besitzerin (eine Britin) erklärt uns, dass es sich um einen Britisch-Jamaikanischen Star handelt, die dezent 4 Stunden nach offiziellem Drehbeginn auftaucht.

Wir essen zu Abend und schauen dem Spektakel zu. Die Röcke der Mädels gehen kaum kürzer, alles Nigerianerinnen, wie uns die Besitzerin erzählt – die Gambianerinnen seien zu prüde für so etwas.

Gegen 22.30 Uhr gehen wir ins Bett, die Musik geht noch ein bisschen weiter, aber um Mitternacht ist Schluss.

Es ist Montag, wir sind nun schon 4 Wochen unterwegs. Wir entscheiden uns, eine weitere Nacht hier zu bleiben. Nach dem Frühstück wollen wir zuerst zur Botschaft von Guinea und dort ein Passavant beantragen, was die Einreise mit unserem Auto erheblich vereinfachen soll. Zuerst finden wir die Botschaft ewig nicht, aber dann stehen wir auf einmal davor. Gleichzeitig klopft einer an die Scheibe und will was von uns. Robert bleibt stehen. Der Typ meint, ob wir ihn denn nicht wiedererkennen würden. Er wäre doch der vom Hotel. Wir seien so nette Weiße, alle würden über uns sprechen, weil wir so nett wären. Ob wir ihm nicht den Gefallen tun könnten und ihn mitnehmen? Wir müssen erst mal in die Botschaft, sagen wir ihm. Dort ist das alles kein Problem, der Sekretär kopiert unsere Unterlagen, kassiert die Gebühren, und wir sollen am Nachmittag wieder vorbeikommen und alles abholen. Zwischenzeitlich haben wir festgestellt, dass wir den Typ beide nicht kennen und wir ihn auf keinen Fall irgendwo hin mitnehmen. Wir wimmeln ihn erfolgreich ab und fahren weiter nach Banjul.

Zunächst fahren wir zur großen Moschee, die wir besuchen und sogar fotografieren dürfen. Wir sind ganz erstaunt. Danach fahren wir zum Fährterminal, wo schon viele LKW warten – gut das wir da nicht über den Fluss müssen. Dann zum großen Markt. Auto abgestellt und schon wieder kommt einer, der unser Auto kaufen will. Das ist vermutlich der 8. oder so. Aber keiner will unseren Preis zahlen. Wir tauschen mal Nummern aus, vielleicht entscheiden wir uns ja noch anders.

Am Markt angekommen werden wir von einem Bumpster zugequatscht, der einfach nicht weggehen will. Es kommt ein anderer der uns fragt, ob wir ihn kennen würden, und ihn dann wegschickt, und einen Ausweis zeigt und meint er arbeite hier um Touristen von Bumpstern fern zu halten, damit sie einen besseren Eindruck haben und wiederkommen. Wir laufen mit ihm zum Markt und sagen ihm dann, dass wir alleine gehen möchten. Er lässt uns allein und keine 2 Meter später ist der andere Typ wieder da und labert uns zu. Wir sagen ihm, wir wollen ohne ihn gehen und da kommt schon wieder der andere und schickt ihn weg. Vermutlich ist es das kleinere Übel einfach mit ihm zu laufen. Er zeigt uns den Markt, und wir erstehen ein paar Kleinigkeiten. Als wir wieder aus dem Markt rausgehen geben wir ihm ein Trinkgeld.

Wir fahren zum Museum und laufen durch. Die Geschichte von Gambia ist ganz nett dargestellt, natürlich eher mit einfachen Mitteln, aber gut gemacht. Interessant sind vor allem die historischen Fotos. Danach gehen wir noch auf den Arch 22. Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt.

Museum in Banjul

Blick über Banjul vom Arch 22

Auf dem Rückweg ins Hotel halten wir noch bei der Botschaft von Guinea und holen unser Passavant ab.

Danach gehen wir baden, zuerst im Meer, dann im Pool, wobei am Meer uns gleich schon wieder der Barbesitzer nahelegt, wir mögen doch zu ihm kommen (auf dem Hin- und Rückweg). Langsam nervt es. Wir haben glaube ich in den letzten 10 Tagen 100 Menschen erzählt wer wir sind, wo wir herkommen und alle sagen wie schön und wie toll, aber eigentlich wollen sie einem nur irgendwas andrehen. Und sei es, dass man sie mitnimmt und sie einem die Sehenswürdigkeiten zeigen. Robert sieht es noch entspannt, mir geht’s langsam ziemlich auf den Senkel.

Abends essen wir nochmal im Hotel, Robert Burger und ich Rinder-Domoda – eine Art gambisches Gulasch. Selbst der Security vom Hotel quatscht uns dann noch voll wie toll doch Deutschland ist und gerade Bayern München, das ist sein Team. Ich kann es nicht mehr hören.

Réserve de Bandia und Einreise Gambia

Wir haben genug von Dakar, heute geht es weiter. Wie immer Richtung Süden.
Wir fahren zuerst zum Nationalpark Réserve de Bandia. Gegen Mittag sind wir dort. Der Ticketverkäufer sagt uns, wir könnten mit unserem eigenen Auto reinfahren, aber  bräuchten einen Führer. Für uns zwei plus Auto macht das dann knapp 60€. Nicht gerade wenig, aber damit hatten wir schon gerechnet. Allerdings sind wir zur falschen Zeit da, denn am besten wäre es morgens um 8 Uhr oder nachmittags ab 16 Uhr, weil dann mehr Tiere zu sehen sind. Wir entscheiden uns ein Hotel zu buchen, denn Nachmittag über zu entspannen und am nächsten Morgen früh besagte Tour zu machen.

Wir fahren zum Babao Camp und werden von einer sehr netten Französin begrüßt. Nette Zimmer, leider keine Klimaanlage, dafür ein Pool. Wir verbringen den Nachmittag dort, gehen abends in das zugehörige Restaurant. Das Essen soweit gut, nachdem ich mal wieder Lust auf Pasta habe, und seit Wochen auf jeder Karte Spaghetti Bolognese steht, wage ich den Versuch. Schmeckt so lálá, aber man erkennt was es sein soll. Vermutlich werde ich den Versuch in nächster Zeit nicht nochmal starten. Die Nacht wird schwül heiß.

Wir lernen: vorerst keine Unterkunft mehr ohne Klima. Mein Kissen ist am nächsten Morgen pitschnass, mein frisch gewaschener Schlafanzug durchgeschwitzt und meine Haare waren glaube ich seit dem Schwimmen gestern Mittag (!!!) nicht mehr trocken. Ich freue mich auf die Klimaanlage im Auto.

Wir stehen früh auf, duschen, machen uns fertig und fahren zum Reservat Bandia. Dort bekommen wir eine Führerin, die sogar deutsch spricht.

Zuerst kommen wir zu den Hyänen, die eingezäunt sind, weil das Reservat mit 2000ha zu klein ist und sonst alle anderen Tiere schnell als Mittagessen für die Hyänen enden würden.

Auf unserer Tour sehen wir sehr viel: Giraffen, Zebras, viele tolle Vögel, Büffel, Antilopen, Meerkatzen und andere Affen, einen Waran und zuletzt nach langem Suchen und Pirsch zu Fuß (angeblich illegal, aber in diesem Fall auf Anweisung unserer Führerin) noch zwei Einhörner. Super interessant und wirklich cool. Man kann also entspannt in 3 Wochen Fahrzeit von München auf Safari gehen. Hier ein paar Bilder:

Hyäne

Meerkatze

Waran

Riesenschildkröte

Blauer Glanzstar

Babyzebra mit Mutter

Toko

Antilopen

Nashorn

Giraffen

Am Ende der Tour kann man noch ganz viele Krokodile in einem Tümpel bestaunen. Wirklich ein schönes Reservat, und außer den Zebras sind alle Tiere dort auch heimisch.

Danach gehen wir kurz einkaufen und fahren dann zurück in unsere Unterkunft, um noch die gewaschene Wäsche und unsere Koffer einzuladen, bevor wir Richtung Gambia weiterfahren. Mal sehen wie wir durchkommen. Die gute Frau vom Hotel meint, dass wir mindestens 5 Stunden brauchen würden, wegen der Touba-Magal dieses Wochenende. Letztlich brauchen wir 3 Stunden 30 Minuten (was auch der Information des Navis nahe kommt), dann sind wir an der Grenze.

Die Ausreise aus dem Senegal läuft einfach, nervig sind die ganzen Kinder. Alle wollen was haben, und man muss aufpassen dass sie nichts aus dem Auto nehmen. Die Einreise nach Gambia ist auch recht entspannt. Ein Polizist kommt direkt zu uns ans Auto und quatscht uns an – super freundlich. Außerdem: endlich Französischpause! Hier wird englisch gesprochen! Wir sollen es uns gemütlich machen, aber lang wird es nicht dauern. Es war gerade Gebetszeit, irgendeiner mit dem Stempel ist deswegen noch unterwegs. Als er zurück ist geht es recht zügig. Zuletzt wird noch gefragt: so normally this is for free, but if you feel like it, maybe you could give us something? Wie zucken mit den Schultern und sagen sorry, but no und es wird uns freundlich geantwortet: ok no worries, good bye. Beim Zoll geht es auch schnell, dann wird eine Gebühr verlangt. Da auch alle anderen zahlen und es nicht viel ist, zahlen wir auch. Dann will ein anderer Zollbeamte auch noch das Auto von innen sehen und irgendwas haben, er verlangt 10€. Wir sagen dass wir die Kofferraumdurchsuchung dem Schmiergeld vorziehen würden. Daraufhin wendet er sich ab. Wir warten kurz, dann fragen wir ihn, was jetzt los sei, er meint dann, wir können fahren.

Es ist ca. 18Uhr. Bis dato der schnellste Grenzübergang in Afrika. Wir fahren weiter nach Farafenni, holen Geld am Automaten und fahren dann zur Fähre. Mal sehen wie gut das klappt. Vorne angekommen heißt es: hello my friend, you do not have ticket yet, that’s a shame… You did not see the ticket office? Well, maybe we can help you. Wir ahnen schon, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht und sagen: no thanks, we will find the ticket office. Wieder 4km zurück und dann haben wir nach mehrfachem Fragen das Büro gefunden, um die Tickets gekauft und fahren wieder vor zur Fähre. Nach etwas Chaos schaffen wir es und sind gleich beim ersten Schwung auf der Fähre dabei! Es hieß im Vorfeld, man müsse oft sehr lange warten, bis man endlich auf eine Fähre kommt. Wie perfekt ist das denn?

Auf der Fähre darf man leider kaum Fotos machen, allgemein sind die Gambier keine Freunde von Fotos. Über den Fluss wird gerade eine Brücke gebaut, lange kann das nicht mehr dauern:

Brücke im Bau über den Gambiafluss

Das wäre dann die erste Brücke in dem Land, das ca. 300km lang, durchschnittlich 35km breit ist und der Länge nach vollständig von einem Fluss getrennt ist. Sobald die Brücke fertig ist, was noch dieses Jahr passieren soll, wird die Verbindung wohl deutlich besser sein und der Trans-Gambian-Highway seinen Namen auch verdienen. Spätestens dann werden wohl die Grenzübergänge jeweils in und vom Senegal wieder das Nadelöhr.

Wir entscheiden uns, noch bei fast Dunkelheit bis zum Tendaba Camp zu fahren. Das sind ca. 30 Kilometer. Auf dem Weg dahin ein paar Polizeistopps. Nur einer fragt nach: so what do you have for me? Ich versuche den Dialog ungefähr wiederzugeben: wir antworten: you would like to see passport, driver licence or what do you mean?nono, not that. you should have brought something for me… but what do you want?what is in that bag?a lot of clothes, we are travelling for 3 months, we need a lot of clothes. – hm OK, so you come all the way to Africa and have nothing for me? – No. – Well then, thanks and bye. Alles verhältnismäßig harmlos. Wir sind gespannt was noch kommt.

Die Straßen sind erstaunlich gut – mal wieder. Im Camp angekommen werden uns 3 Zimmer gezeigt, wir entscheiden uns für eins mit Klimaanlage, essen leckeren Butterfisch mit Reis zu Abend (die andere Alternative wäre Hühnchen gewesen).
Die Leute sind sehr freundlich, aufmerksam und zuvorkommend. Wirklich angenehm.

Von Saint-Louis bis Dakar

Der Tag beginnt mal wieder mit Routine: Aufstehen, frühstücken, packen und losfahren. Heutiges Ziel: Saint-Louis, Senegal.

Die Straße bis zum Damm von Diama ist eher schlecht, zumindest im Verhältnis zu dem, was wir bis dato erlebt haben. Es schüttelt uns ordentlich durch. Dafür wird langsam die Landschaft grüner und wir kommen bald an den Senegal Fluss. Dort sehen wir Warzenschweine, Babykrokodile und ganz viele Vögel.

Babykrokodil im Diawling Nationalpark

Am Ende des Parks müssen wir noch zahlen. 10€, mal wieder stattlich, aber mit Eintrittskarte. Der Kassierer erzählt uns, dass kurz vor uns auch andere Deutsche durchgefahren seien und er Deutschland ja so cool findet, weil die GIZ ja mit ihnen arbeitet. Gut zu wissen, wir verabschieden uns und fahren weiter.

Die Ausreise aus Mauretanien verläuft problemlos. Die Einreise in den Senegal gestaltet sich hingegen schwieriger: der Einreisestempel ist schnell geholt, dann geht es um den Zoll. Er fragt nach dem carnet de passage, weil unser Auto älter als 8 Jahre ist. Dieses haben wir aber nicht, denn laut Internet geht es auch ohne. Daraufhin bietet uns der nette Zöllner zwei Optionen an: entweder wir werden direkt zur nächsten Grenze, also nach Gambia, eskortiert, kostet ca. 250€, oder wir zahlen einem Typen 250€, der erledigt das für uns. Der Gruppe neben uns geht es ähnlich. Die sind eine gemischte Gruppe (2 Deutsche und 3 Slowenen), später finden wir heraus, dass es auch dem Franzosen, der sein Auto nach Mali bringen möchte, so geht. Wir versuchen den Zöllner auf jede mögliche Art und Weise zu überreden und zu feilschen, aber es ist nichts zu machen. Nach 2h hin und her, entscheiden wir uns alle, den Typen zu bezahlen. Der Zollbeamte schickt unsere Papiere als Foto per WhatsApp und dann heißt es warten – Stunden. Wir unterhalten uns nett mit der anderen Gruppe, trinken Kaffee, alles genau beobachtet von lauter Kindern, die ständig nach cadeaux fragen.

Gegen 19.30 Uhr (es ist schon dunkel) erscheint der mysteriöse Mann dann endlich. Wir dürfen 7 Tage im Land bleiben, können aber immer wieder einreisen ohne noch mal zu bezahlen – wir sollen ihn vorher anrufen, er regelt das dann. Hoffen wir es mal. Wir bekommen von ihm einen Wisch, wo sein Name drauf steht, und dass er das Zollamt für uns bittet, die Passage zu gewähren. Außerdem gibt es einen zweiten Zettel, unterschrieben vom Zollamt in Saint Louis. Damit bekommen wir dann vom Zollbeamten den Passavant, den wir für die Weiterfahrt brauchen.

Endlich können wir fahren. Wir beschließen, gemeinsam mit der anderen Gruppe eine Unterkunft in St Louis zu suchen und danach essen zu gehen.

Die Straße nach Saint Louis ist zum Glück sehr gut, also auch trotz Dunkelheit gut zu fahren. Wir checken im Sunu Ekur ein. Ein paar Straßen weiter gibt es ein gutes Restaurant, dort essen wir alle plat du jour, bestehend aus Kapitänsfisch, und trinken ein Bier dazu. Bevor wir ins Bett gehen gönnen wir uns noch einen Cocktail mit den anderen zwei Deutschen, Ronny und Martina, auf der Dachterrasse.

Da wir uns Saint Louis noch bei Tag anschauen wollen, planen wir eine weitere Nacht zu bleiben. Leider spielt das Hotel bei unserem Plan nicht mit, da für die folgende Nacht ausgebucht ist. Wir packen zusammen, beladen das Auto, aber laufen erst mal durch die Stadt. Wir laufen zur Post, dann über die berühmte Brücke Pont Faidherbe zum alten Bahnhof, der heute nur noch ein Markt ist.

Alter Bahnhof von Saint – Louis

Dann zurück über die Brücke, und wir gönnen uns erst mal einen Drink im schönen Hotel de la Poste. Danach laufen wir weiter durch die Stadt über den Place Faidherbe Richtung Guet Nadar. Zwischen der Île St. Louis und Guet Nadar sind wieder zig Fischerboote geparkt.

Fischerboote am Strand von Saint – Louis

Wir laufen zurück zum Auto und fahren in unser neues Hotel am Strand. Das Ambiente ist top, es gibt einen Pool, das Zimmer ist schön, abgesehen von der Dusche, aber auch das ist nicht so schlimm. Wir gehen baden, überall sind Krebse. Der Strand ist sogar relativ sauber, was etwas überrascht, da ich noch nie so eine dreckige Stadt gesehen habe. Überall liegt Müll. Man kann teilweise kaum drum rum gehen, aber ich ahne schon, dass sich das so schnell nicht ändern wird. Danach gehen wir noch an den Pool und finden dort eine Riesenschildkröte! Sie dreht dort fröhlich ihre Runden.

Riesenschildkröte im Hotel

Nach dem Duschen gehen wir Abendessen im Restaurant. Auf dem weg dahin noch mehr und größere Krabben. Überall!

Wir essen lecker zu Abend und danach müssen wir aufpassen, dass wir ohne Krabbenbegleitung zurück in unser Zimmer kommen, da die Terrasse vor unserem Zimmer förmlich belagert wird.

Krabbe auf unserer Terrasse

Am nächsten Tag erledigen wir zuerst ein paar Besorgungen und frühstücken in einer Crêperie. Währenddessen wird ungewollt unser Auto geputzt, ist aber nicht ganz unnötig, wir schimpfen den Jungen erst, geben ihm dann aber doch was, da wir eh vorhatten, die Scheiben mal saubermachen zu lassen. Danach noch tanken und Warndreieck kaufen. Unseres hatten wir immer noch nicht gefunden, und angeblich ist sie Polizei hier ganz scharf drauf. An der Straße springe ich raus und der Typ sagt gleich, dass wir 2 brauchen würden. Da ich online auch schon davon gehört habe, kaufe ich ihm 2 ab. Dafür macht er einen guten Preis. Besser als der Laden am Tag zuvor für eins. Wir sind gespannt, wie oft wir kontrolliert werden…

Die Landschaft wird immer grüner. Wir sehen viele Baobabs, und fahren immer wieder durch Dörfer, in denen sich rechts und links lauter kleine Stände befinden, die Obst (eingeschweißt in Plastik, aber bei den Abgasen und dem Staub, die hier in der Luft liegen, auch irgendwie sinnvoll), Korbwaren, und vieles mehr verkaufen. Gerne sammeln sie sich an den zahlreichen, überdurchschnittlich hohen Straßenschwellen, denn da muss jeder abbremsen.

Langsam nähern wir uns Dakar. Und auf einmal gibt es eine Autobahn, mit Maut. Unfassbar! Das hatten wir seit Frankreich nicht mehr! Und dazu auch gar nicht mal so billig: Für die ca 30km zahlen wir umgerechnet 3 Euro. Dafür kommen wir verhältnismäßig gut voran, obwohl die Maut an drei verschiedenen Posten eingesammelt wird. Als wir dann von der Autobahn runter fahren und in den Stadtverkehr kommen geht es plötzlich kaum mehr voran. Hier ist einfach nur Stau. Und am Ende jedes Staus steht ein wild fuchtelnder Verkehrspolizist, der beliebig sein Pfeifferl einsetzt, um seinen Stau ja nicht aufzulösen. Für die letzten 3km brauchen wir eine halbe Stunde. Dazu kommt eine ordentliche Feinstaubbelastung.

Am Hotel, das wir anvisiert hatten angekommen, gibt es nur noch 1 Zimmer, das ist mal wieder für 4 Personen und kostet 45000CFA. Das nächste, das wir ansteuern kostet 59000 ohne Frühstück und das letzte 47000 auch ohne Frühstück. Alle drei sind das Geld nicht wert, wir fahren also doch wieder ins erste zurück, checken ein, baden und gehen am Abend essen. Wir laufen ein wenig durch die schlecht beleuchteten sandigen Hintergassen. Laut unserem Führer sind wir in einer der besten Gegenden unterwegs. Die Häuser sehen auch sehr wohnlich aus und es sind überall Wächter vor den Einfahrt. Einige der Gebäude sind Botschaften. Trotzdem ist es etwas dunkel. Das Restaurant, in das wir wollen, hat leider zu, daraufhin gehen wir ins Alkimia. Eher schick und preislich weiter oben angesiedelt. Wir essen beide Rindermedaillons mit Pommes. Wieder mal vorzüglich. Danach jeder eine Kugel Sorbet. Alles recht westlich, aber gut!

Am nächsten Morgen fahren wir zuerst zum Cap Almandie, dem westlichsten Punkt Afrikas.

(fast) der westlichste Punkt Afrikas

Danach fahren wir weiter Richtung Stadtzentrum, zuerst zum Leuchtturm. Dort gibt’s eine kleine Führung und wir dürfen ganz oben rauf. Eine kleine Birne kann Dank Spiegelung 53km weit leuchten. Erstaunlich. Oben wird es extrem warm, daher sind tagsüber Vorhänge zugezogen, sonst würde es sich auf Grund des vielen Glases zu stark erhitzen. Schöner Ausblick von oben, aber leider ist es aktuell sehr diesig, weil der Wind von der Sahara her weht und viel Sand mitbringt.

Leuchtturm von Dakar

Danach fahren wir zum Monument der afrikanischen Renaissance. Ca. 200 Stufen geht es hinauf, bevor wir das klimatisierte Museum im Fuße der 52m hohen Statue betreten. Das Denkmal wurde zwischen 2002 und 2010 von Nordkoreanern gebaut wurde und pünktlich zum 50. Jubiläum der Unabhängigkeit Senegals fertig wurde. Der Anblick rechtfertigt meiner Meinung nach durchaus die Kritik der Afrikaner als „zu stalinistisch“, aber das ist vermutlich Geschmackssache.

Monument de la Renaissance africaine

Blick von der Spitze das Monuments auf den Kopf der Frau und Dakar

Danach fahren wir zu einem Autoteilehändler. Zu finden auf Grund einer kleinen Tafel mit circa 30 Autohersteller Logos (und 3x nachfragen auf 20m Strecke) an der Ecke einer Sackgasse weg von einer kleinen, sandigen Nebenstraße. Dort sitzen 3 Männlein vor verhältnismäßig neuen PCs und arbeiten vor sich hin. Der eine nimmt die Daten gleich auf. Leider sind aber weder die Dieselpumpe noch die Bremssattel auf Lager. Er schickt uns kurz später per WhatsApp Preise und Lieferzeiten. Zudem nennt er uns eine gute Werkstatt, wo der Inhaber wohl auch ganz gut gebrauchte Teile herbekommt. Wir fahren dann gleich dort hin, und die Mechaniker meinen, wenn wir Glück haben kommen wir ohne eine neue Dieselpumpe aus. Wir fahren zuerst zum Motorwaschen, dann wird geprüft, wo es leckt. Nach 3 Stunden Schrauberei schaut es gut aus, zumindest tropft nichts mehr. Dazwischen bekommen wir zwei mal Tee auf senegalesische Art – Stamperlgläser halb voll mit aufgeschäumtem, zuckersüßem Tee. Wir hoffen mal, dass das Problem jetzt gelöst ist. 10.000 CFA für ca. 3h Arbeit ist auch kein schlechter Preis.

Danach fahren wir ins Stadtzentrum und checken ins Hotel ein und freuen uns erst mal auf eine Dusche. Abends gehen wir ins Institut français. Dort gibt es ein gutes Restaurant. Robert isst einen Rinderfiletspieß und ich einen Burger.

Anschließend nehmen wir noch ein Drink in einem Pub, das von einer Französin geleitet wird. Sie erzählt uns über ihr Leben hier und dass sie eigentlich keine Lust mehr hat, denn man muss ständig hier und da jemanden bezahlen bzw. bestechen, damit nichts passiert. Es funktioniert nur so. Darauf hat sie keine Lust mehr. Gut verständlich…

Zurück im Hotel legen wir uns schlafen. Ohne Klimaanlage zu schlafen unmöglich, mit Klimaanlage ist es laut, da diese schon etwas in die Jahre gekommen ist. Wir schlafen trotzdem relativ gut.

Am nächsten Morgen frühstücken wir zur Abwechslung mal woanders. Wir wählen das Café de Rome mit schönem Innenhof. Zuerst wollen wir auf die Terrasse, entscheiden uns aber auf Grund der schwülen Hitze bereits um 10h auf den klimatisierten Innenhof. Danach laufen wir Richtung Museum Théodore Monod. Laut unserem Führer das wichtigste Museum Westafrikas. Nur das Erdgeschoss ist geöffnet und es sind vor allem zahlreiche Masken aus verschieden Ländern ausgestellt. Interessant, aber für das angeblich wichtigste Museum Westafrikas doch eher überschaubar.

Museum

Dann laufen wir weiter Richtung Präsidentenpalast, den wir überraschenderweise fotografieren dürfen, und danach zum Place de l’indépendance. Hier ist viel los, aber die Parkanlage hat schon bessere Zeiten gesehen (oder auch nicht?). Weiter geht es Richtung Bahnhof, der leider gerade renoviert wird. Aber man erkennt, dass es ein schönes Bauwerk war bzw. wird.

Bahnhof Dakar

Wir laufen zum Hafen und nehmen die Fähre auf die Ìle de Goree, auch bekannt als die Sklaveninsel. Sie liegt sehr schön, und es ist trotz der Touristen und vielen Händlern ein angenehmer Ort, da kein Verkehr herrscht. Wir erkunden die Insel. Überall Händler, die ihre Kunstwerke verkaufen wollen. Es gäbe sogar ein paar ganz schöne Sachen, aber nach dem hundertsten please come and look for one minute only oder ce n’est pas chèr nervt es.

Gasse auf der Île de Goree

Gebäude auf der Île de Goree

Unterhalb der Kanonen hat einer eine kleine Galerie aufgemacht und bemüht sich sehr, den Menschen etwas zu zeigen und etwas zu schaffen, das die Geschichte der Insel greifbarer macht. Er ist der einzige, der uns nichts andrehen will. Wir laufen weiter zum Sklavenhaus. Interessantes Gebäude – es ist das Haus mit der Tür ohne Wiederkehr. Ebenerdig wurden die Menschen getrennt eingesperrt, bevor sie durch eine Tür Richtung Meer auf ein großes Schiff geschickt und nach Amerika gebracht wurden.

Sklavenhaus

Danach trinken wir noch einen jus de bissau und laufen noch kurz ans andere Ende der Insel, bevor es Retoure Richtung Festland geht.

Am Hafen angekommen wollen wir noch Richtung Medina und große Moschee. Kurz hinter dem Hafengelände wollen zwei Kerle Roberts Handy und Geldbeutel klauen. Sie starten wie alle das Gespräch mit: quelle nationalité ? dann bückt sich einer vor Roberts linken Schuh und zupft ihn am Hosenbein, der andere steckt seine Hand währenddessen in die linke Hosentasche. Robert merkt es sofort, packt die Hand des einen und haut dem anderen auf die Schulter. Weg sind sie, zum Glück ohne Roberts Sachen.

Wir laufen weiter zur Moschee durch das Marktviertel. Autos und Busse quetschen sich durch Menschenmassen, alle wollen irgendwas verkaufen, Marktschreier nutzen Lautsprecher, die alle bis aufs Maximum aufgedreht sind, dazwischen Bettler und falls man keinen Stand hat, werden Kleiderwühltische auf den dreckigen Boden verlagert. Irgendwie beeindruckend, aber auch anstrengend. Dann laufen wir zur Moschee. Die ist ganz nett, rein kann man nicht, aber der Platz davor ist etwas ruhiger.

Große Moschee in Dakar

Der Rückweg zum Hotel wird wieder anstrengend. Die Stadt hat einfach zu viel Verkehr, zu viele Menschen und keine Bürgersteige, bzw. wenn, dann sind diese so zugeparkt, dass man nicht mehr durch kommt.

Mal wieder freuen wir uns auf die Dusche. Auf dem Weg zum Restaurant Chez Loutcha versuchen wieder zwei Typen mit derselben Masche Roberts Handy und Geldbeutel zu ergattern. Aber er reagiert schnell genug, wir kennen das Spiel ja schon. Im Restaurant bestelle ich Maffé, eigentlich nichts anderes als Gulasch und schmeckt sehr gut. Robert isst Fisch mit Hirse, auch sehr lecker. Müde fallen wir ins Bett.

Mauretanien

Der Tag beginnt mit Routine: Frühstücken, packen, auschecken, los. Es ist 10 Uhr. Ab Richtung Mauretanien.

Wir fahren am berühmten 25er vobei: der Langzeit-Überwinterungs-Campingplatz für Europäer schlechthin. Es sind viele Fahrzeuge da, aber wir kennen schlimmere Bilder aus dem Netz. Mal sehen wie es auf der Rückfahrt dort aussieht…

Dann nehmen wir die Abzweigung Richtung Süden. Am Kreisverkehr steht ein Polizist und wir sollen anhalten. Schnell stellt sich heraus: ich bin mal wieder zu schnell gefahren. 70 statt erlaubten 60 km/h. Irgendwo auf dem Weg wurden wir fotografiert und dann wurde das Bild per WhatsApp dem Kollegen am Kreisverkehr geschickt – jetzt ist mir auch klar, warum es mitten in der Wüste überall Netz gibt… Naja 150 Dirham: viel aber nicht der Weltuntergang. Robert will handeln, ich fahren. Der Polizist schreibt alles ab, wir erhalten immerhin eine Quittung mit dem Betrag, und weiter geht’s.

Es ist das gleiche Bild wie vor 2 Tagen: Wüste links, Meer rechts. Die Straße ist nicht mehr ganz so gut aber immer noch problemlos zu fahren. Es herrscht noch weniger Verkehr als zuvor, mit dem Unterschied, dass sich das Verhältnis Kamele zu Achtung Kamel Schildern umgedreht hat. Zunächst sehen wir rechts noch Dakhla auf der anderen Seite der Lagune und kurz drauf passieren wir das Schild: tropic de concer – nördlicher Wendekreis. Wir wenden aber nicht, sondern fahren weiter.

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Tropic de Concer – nördlicher Wendekreis

Gegen 14h Ortszeit sind wir an der Grenze. In Marokko brauchen wir ca. 45 min für die Ausreise: erst Passkontrolle, dann durch den Scanner, danach Zoll, dazwischen zig mal im Kreis fahren weil irgendwo irgendwas fehlt. Und immer wieder irgendwelche Grenzhelfer, die uns ihre Dienste anbieten. Wir lehnen dankend ab, trotzdem helfen sie uns und sind wirklich nett. Auch die Grenzpolizisten sind sehr nett. Ein Junger kommt irgendwann mich zu und meint, dass er eine Freundin in Deutschland hat, mit der er italienisch studiert hat. Daraufhin quatschen wir ca. 5 Minuten auf italienisch bis Robert mit irgendeinem fehlenden Wisch zurück zum Auto kommt…

So, Ausreise erledigt. Es folgen 3km Niemandsland, bzw. ein Gebiet, das von den Polisario kontrolliert wird. So stellt man sich die Apokalypse vor: keine Straßen mehr nur Buckel aus Sand, altem Asphalt und Steinen, rechts und links zig ausgeschlachtete Autos, und rundherum angeblich Minen. Irgendwie ein seltsames Gefühl. Wir überholen ein paar Autos, die langsam in Schlangenlinien Richtung Mauretanien fahren, unser Pajero ist ja Gelände gewohnt.

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Autowracks zwischen den Grenzen

In Mauretanien angekommen bieten wieder Grenzhelfer ihre Dienste an. Wir schaffen das aber allein. Die Passkontrolle geht schnell, dann Richtung Visastelle. Dort befinden sich zig wartende Holländer und ein paar Marokkaner. Wir sind etwas verwirrt und es wird uns konstant gesagt, wir sollen doch gleich zum Zoll. Dann hätten wir das schon hinter uns. Nach kurzem Zögern geht Robert dort hin und kommt nicht all zu lange später zurück mit dem Wisch und einem Stempel im Pass. Das Auto ist also schon in Mauretanien. Wir nicht…

Wir unterhalten uns mit dem Holländern. Sie sind eine große Gruppe und fahren eine Rallye von Antwerpen bis Banjul. Als wir ankommen sind noch ca. 60 vor uns, 30 haben die Prozedur hinter sich. Fun fact: die stehen schon 2 bis 3 Stunden länger da… Nun ja uns bleibt nichts anderes übrig als zu warten… Hin und wieder die ein oder andere Diskussion, Pässe gehen vor und zurück. Der Chef kaut auf seinem Holz herum und scannt hin und wieder ein paar Pässe ein. Der andere nimmt Fingerabdrücke, (rechte Hand, linke Hand, dann beide Daumen) und danach ein Foto. Die Pässe wandern danach zum Boss, der sie scannt, dann wieder zum anderen zurück. Der druckt dann das Visum mit einem Drucker, mit einem zweiten Drucker dann das Foto. Dann wird erst eingeklebt. Das dauert natürlich. Immerhin unterhalten wir uns nett mit den Holländern und erfragen gleich, wann sie nach Senegal einreisen und wo, damit nicht nochmal das gleiche passiert. Es stellt sich raus: Sonntag ist für uns die Grenze am Damm von Diama Richtung Senegalein No-Go 😉

Um kurz vor 21h Ortszeit haben wir endlich unsere Pässe zurück und können, nachdem der Pass gestempelt wurde, einreisen. 8h an der Grenze, welcome to Afrika.

Wir fahren hinter der letzten Holländergruppe hinterher, die fahren mit Begleitschutz. Ein paar Mauretanier versuchen regelmäßig, diesen zu überhole, aber werden ordnungsgemäß ausgebremst, trotz Warnblinker, Polizei-Kennzeichen und dem Polizisten, der ständig mit der Hand aus dem Fenster dem Drängler „langsam“ zeigt.

Noch bei Nacht fällt uns auf: die Autos, die hier rumfahren sind nochmal ein gutes Stück heruntergekommener als die in Marokko. Vermutlich werden die alten Autos aus Marokko hierher verkauft (oder verschenkt?), sobald sie in Marokko ihren zweiten wirtschaftlichen Totalschaden hinter sich haben und alle noch funktionierenden Teile wie Scheinwerfer und Scheiben demontiert wurden.

Wir finden das von einer Freundin empfohlene Hotel. Schnell frisch gemacht und endlich essen. Wir finden das Restaurant Monaco. Als wir es betreten, schauen uns 4 Chinesen inklusive dem oberkörperfreien Koch mit großen Augen an und schütteln den Kopf. Französisch: Fehlanzeige. Essen: ebenfalls. Wir laufen weiter und finden ein weiteres Lokal, in welchem sogar noch was los ist! Schaut irgendwie nach einem Expat-Restaurant aus und die Karte ist dreisprachig: französisch, englisch, spanisch. Wir essen frittierten Fisch mit Reis Pommes und Gemüse. Ist soweit ganz gut.

Müde fallen wir am Abend ins Bett.

Am nächsten Morgen fahren wir erst mal Richtung Süden zum Ende der Halbinsel, das Cap Blanche. Auf dem Weg dorthin, links hinter dem Hafen, der Schiffsfriedhof. Ähnlich zu den zahlreichen ausgeschlachteten Autos am Wegesrand liegen hier hunderte Schiffe. Es sieht so aus, als gingen sie dort hin um zu sterben. Ein trauriger Anblick. Wir fahren weiter. Pisten, die teilweise über die Grenze laufen, führen zu einem Visitors‘ Center, welches auch auf der anderen Seite der Grenze liegt. Dort wird uns erklärt, dass es weltweit nur noch 500 Mönchsrobben gibt, davon seien 150 in der Nähe, leider aber dauerhaft nur zwei davon genau hier. Die lassen sich für uns leider nicht blicken, aber dafür liegt die Bucht schön, draußen sind einige Fischerboote unterwegs.

Cap Blanche

Danach geht es weiter Richtung Nouakschott. Die Landschaft dahin wird fast noch eintöniger. Es ist einfach nur flach und sandig, rechts und links gelegentlich Hütten, ein paar Nomaden und Kamele. Es wird Zeit, dass wir durch sind. Ich kann keine Wüste mehr sehen.

Auf dem Weg werden wir ca. 12 Fiches los. Geht eigentlich. Einer will unseren Erste-Hilfe-Koffer, Feuerlöscher und Warndreieck sehen. Letzteres finden wir grade nicht, aber er lässt uns trotzdem fahren – und das sogar ohne Schmiergeld!

Als wir endlich in Nuakschott angekommen sind, ist es schon fast dunkel. Zufällig ist eine alte Freundin, mit der ich in Italien studiert habe, momentan beruflich dort. Sie hat für uns im Hotel, in dem sie auch wohnt, ein Zimmer reserviert. Das Maison de Hôtes Jeloua ist mal wieder eine schöne Oase mitten im eher trostlos wirkenden Viertel. Wir essen gemeinsam im sehr guten, hoteleigenen Restaurant zu Abend und verbringen einen sehr schönen Abend. Meine Freundin erzählt uns viel über Land und Leute und macht uns überraschender Weise durchaus Lust auf mehr.

Am nächsten Tag lassen wir es gemütlich angehen und fahren gegen Nachmittag Richtung Port de Pêche. Am Stand türmen sich wieder mal hunderte Fischerboote. Alle individuell bemalt – echt schön. Einige Fischer kommen gerade zurück, andere machen sich auf den Weg aufs Meer. Ein großer Traktor mit Winde ist im Einsatz um ein großes Boot aus der dritten Reihe ans Ufer zu ziehen. Wir blieben stehen und schauen gespannt zu. Es quatscht uns ein älterer Herr an und erklärt uns, dass das sein Traktor sei, seine Kinder ihn nun führen und das Ding aus Deutschland sei, aus dem 2. Weltkrieg und über hundert Jahre alt. Ich sage ihm, dass der 2. Weltkrieg aber so lang nicht her ist, daraufhin sagt er: stimmt, ist aus dem 1. Weltkrieg – ah ja. Sicherlich alt das Ding, aber so alt?

Slippen am Strand von Nuakschott

Wir fahren noch ein wenig durch die Stadt, essen nochmal mit meiner Freundin zu Abend, bevor sie zum Flughafen muss und gehen dann auch schlafen. Morgen steht eine weitere Grenze bevor, mal sehen was die so mit sich bringt, Geschichten gibt’s dazu auf jeden Fall genug im Netz.

Durch die Wüste

Heute geht es weiter Richtung Süden, wir sind nun 2 Wochen unterwegs. Wir packen zusammen, zahlen, die reizende Hotelbesitzerin wünscht uns alles Gute, erklärt uns noch welche Straßen wir fahren sollen und sagt, wir sollen wiederkommen. Vielleicht schauen wir sogar auf dem Rückweg nochmal vorbei.

Dann fahren wir Richtung Süden am Strand entlang. Zuerst zu einer alten Festung, die aber so alt nicht sein kann, da man an verschiedenen Stellen noch Reste von Wellblech erkennen kann. Trotzdem eine Ruine.

Festung Bou Jerif

Kurz danach der Campingplatz / Hotel Fort Bou Jerif. Top gepflegt, schön gelegen und sehr freundliches Personal. Wir trinken Tee und Kaffee und lassen es uns gut gehen. Wirklich eine schöne Oase im wahrsten Sinne des Wortes. Dann zurück auf die Hauptstraße und noch vor Tan Tan wieder auf die Piste Richtung Ksar Tafnidilt. Wieder eine Burgrunine und daneben ein traumhaftes Hotel / Campingplatz einfach so im Nichts.

Ksar Tafnidilt

Geführt von einem französischen Pärchen. Es scheint als wäre dort absolute Nebensaison, da rein gar nichts los ist und außer uns kein Mensch zu sehen ist, dann erzählt mir der Besitzer, dass heute Abend noch 92 Gäste kommen, die alle zwischen 18h und 19h einfallen und alles belegt ist, sodass wir, selbst wenn wir wollten, nicht dort bleiben können. Unglaublich, das hätte man gar nicht erwartet, so abseits der Hauptstraße.

Nach lecker Tee und Kaffee mit süßen Teilchen dann wieder weiter auf die Piste Richtung Kap Draa. Wir sind nun so lange am Draa-Fluss (aktuell eher ein Rinnsal) im Draa-Tal entlang gefahren sind, da wollen wir auch die Mündung sehen. Pisten sind immer mal mit Abweichungen zu befahren, aber irgendwie finden wir dann doch wieder die geteerte Straße ans Kap. Dort geparkt kommen 5 Jungs ganz aufgeregt zu uns und wollen irgendwas von uns. Kurze Zeit später helfen wir ihnen, den platten selbstgeflickten Reifen wieder aufzupumpen. Das dauert etwas länger, aber am Schluss bedanken sie sich alle und fahren zurück. Ob die Reifen wirklich bis in den nächsten Ort hält ist fraglich, geflickt wurde das Loch mit einem Stück Plastikmüll und einem Schlüssel, aber gut. Der Platz ist nett, aber nicht ideal fürs Camping, wir fahren also weiter.

Mündung des Draa am Kap Draa

Irgendwann kommen wir von der Piste ab, da diese wegen einer Militäreinrichtung abgesperrt ist, und landen an einer Anhöhe in der Nähe der Küste, wo zwei weitere Autos stehen und zwei Franzosen mit Paraglidern vor sich hin laufen und üben. Wir steigen aus und sagen mal Hallo . Sie erzählen uns, dass sie beim Militär gefragt haben, ob sie hier schlafen können, und wenn wir auch hier blieben wäre das sicher kein Problem.

Also bleiben wir und packen zügig aus, damit wir vor Dunkelheit gekocht, gegessen und abgespült haben. Bei Dunkelheit gestaltet sich das nämlich wesentlich komplizierter. Gesagt getan. Es gibt nochmal lecker gebratene Nudeln. Während wir anschließend Tee trinken geht die Sonne unter.

Sonnenuntergang an der Küste kurz vor Tan-Tan Plage

Schöne Kulisse und durchgehend die Meeresbrandung. Wir liegen schon oben im Bett, da kommt doch noch das Militär vorbei und will Namen und Kennzeichen aufgeschrieben haben. Dann schlafen wir ein.

Um 2 Uhr wache ich auf, da auf einmal ein ordentlicher Wind geht. Die Dachplane peitscht an das Zelt und es wackelt ordentlich hin und her. Ich frage mich ob die Reling hält, ob die Stäbe die Dachplane halten, ob das Auto nicht umkippt und so weiter. Dann fängt es auch noch zu regnen an. Ich liege zwei Stunden wach. Danach schlafe ich immer wieder ein bisschen, bevor ich wieder aufwache. Ich wundere mich, dass es immer noch nicht hell wird. Ab 7.30 Uhr wird es endlich draußen heller. Gegen 8.15 Uhr beschließen wir, zusammenzupacken und zu fahren, bevor der Regen wieder anfängt und alles noch mal nass wird. Der Wind nervt, und das natürlich nicht nur im Zelt sondern auch beim Zusammenpacken. Anstrengend.

Wir fahren erst mal nach Tan-Tan Plage und frühstücken dort in einem Café. Dann nochmal Reifen aufpumpen und los. Immer nach Süden.

Die Straße ist sehr gut. Wirklich, top Zustand. Italienische Autobahnen sind teilweise deutlich schlechter, nur dass man dort dafür bezahlen muss. Die Landschaft ist dafür eintönig. Wüste. Einfach Wüste. Viele Achtung Kamel Schilder, kaum Kamele. Viel Wind, immer wieder Dünen, Sand, der im Wind auf der Straße spielt, Felsen und rechts der Atlantik. Stundenlang.

Wüstenstraße

Um 12.55 Uhr passieren wir die „Grenze“ zur Westsahara. Merken wir aber nur weil sie auf dem GPS eingezeichnet ist, sonst befindet sich dort nichts, kein Schild, kein ehemaliger Grenzposten.

Kurz später sind wir dann in El Aaiun oder Laâyoun. Keine kleine Stadt. Mitten in der Wüste, einfach so. Dort kurz Kaffee trinken und süße Teilchen essen in der Bäckerei, dann weiter. In Boujdour werden wir zum ersten Mal nach einem Fiche gefragt. Da es erst 16.30 Uhr ist und bis Dakhla rein gar nichts mehr kommt, entscheiden wir uns, weiterzufahren. Nochmal 4½ Stunden Wüste und sonst nichts. Gegen 21h und nach insgesamt ca. 800km sind wir in Dakhla. Ein zweiter Fiche wird fällig, dann fahren wir direkt ins Hotel. Wir haben den ganzen Tag quasi nichts gegessen und einen riesigen Hunger. Der Nachtwächter schickt uns zum Essen ins Villa Dakhla, ein schicker Laden, weniger für die Einheimischen gemacht. Nicht ganz was wir uns vorgestellt hatten, aber wir essen sehr gut. Robert bekommt Parmentier mit Kamelfleisch, ich einen Burger. Beides sehr lecker.

Am nächsten Tag ist ausschlafen und dann frühstücken mit Blick auf die Lagune angesagt. Danach fährt die Besitzerin mit uns in die Werkstatt, damit wir endlich das Thema Wastegate bzw. das ständig pfeifende Überdruckventil in den Griff bekommen.

Der Mechaniker hat zufällig einen alten Pajero Sport vor der Tür stehen, der gerade ausgeschlachtet wird, zudem steht exakt unseren Motor ausgebaut in der Werkstatt auf einem Wagen herum – Volltreffer. Die Kommunikation ist schwierig, aber es klappt. Zur Not zeigen sie uns an ihrem Motor, welches Teil gemeint ist… Dazu werden wir mit Tee bewirtet, als sie merken, dass es eine längere Angelegenheit wird.

Abwarten und Tee trinken

Es vergehen vier Stunden, aber am Schluss läuft der Motor wieder ohne seltsame Zischgeräusche und zieht gefühlt auch besser in höheren Drehzahlen.

Die Testfahrt verläuft gut und wir fahren bis ans Ende der Lagune. Dort liegen tausende Fischerboote auf dem Strand. In den kleinen Pfützen daneben lauter Vogelscharen – wir sehen sogar ein paar Flamingos.

Flamingos vor Fischerbooten in der Lagune vor Dakhla

Beim Rausfahren werden wir noch darauf hingewiesen, dass es verboten ist, da unterwegs zu sein, wir machen uns aber eh schon wieder auf den Rückweg. Der Pajero hat die Testfahrt gut überstanden. Jetzt wollen wir den Reifen hinten rechts checken lassen, weil der ja immer Luft verliert. Beim Reifenmechaniker (hier nicht der gleiche wie der erste Mechaniker, der nichts mit Reifen am Hut hat) bekommen wir gleich die Diagnose, dass ein kleines Loch drin ist. Aber zwei Radschrauben brechen bei der Demontage des Reifens. Naja, hilft nix. Man sagt uns, wir sollen zu einer Werkstatt fahren, um die Schrauben ersetzen zu lassen, aber auf Roberts Frage hin, ob man nicht einen Mechaniker holen kann wird ein Mechaniker geholt, der die Bremsscheiben abmontiert und die Schraubenreste herausnimmt. Einer der Reifenmechaniker fährt damit irgendwohin und kommt 20 Minuten mit zwei neuen Schrauben zurück. Der Mechaniker ist mittlerweile wieder verschwunden, aber irgendwie schrauben dann zwei weitere zufällig anwesende Typen dran rum, bis die Bremse wieder dran ist. Wir verstehen es nicht ganz, aber das waren LKW-Fahrer, die sind im Stress sind, weil sie weiter müssen nach Senegal / Mali. Er redet aber auch von uns, und davon, dass er nach Spanien und Frankreich muss… Keine leichte Kommunikation. Sein Dialekt war mehr oder weniger unverständlich…

Letztlich haben wir gegen 17 Uhr endlich wieder einen geflickten Reifen und alle Schrauben drauf und können tanken fahren, und dann ins Hotel… Erst mal kurz ausruhen.

Abends gehen wir nochmal in das gleiche Lokal wie gestern essen. Heute esse ich das Parmentier mit Kamelfleisch und Robert eine Fischtagine.

Matschgruben, Sanddünen, Strand

Aus Tinghir fahren wir über eine Nebenstraße heraus – am Straßenrand sehe ich eine kleine Furt und dahinter eingestürzte Lehmhäuser. Wir fahren hin und laufen durch die Lehmhäuser, alles verlaseesn. Fabi dreht um und holt das Auto, ich laufe noch ein bißchen weiter. Wir fahren durch eine Matschgrube, aber nach ein paar hundert Metern müssen wir umdrehen. Auf dem Rückweg bleiben wir in der Matschgrube hängen. Es schaut schlecht aus, aber der Pajero lässt uns nicht im Stich, alle Sperren rein, ein bißchen rangieren und wir sind wieder auf Fahrt.

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Ruinen bei Tinghir

Die Fahrt führt uns über Alnif und Tazzerine nach Zagora, dann weiter Richtung Mhamid. Unterwegs halten wir noch bei den Dünen von Tinfou an, dort war ich vor 12 Jahren auch schon. Leider kommt gerade ein Sandsturm auf, von daher ist die Aussicht nicht besonders, und auch sonst sind keine anderen Touristen da, denen man beim Kamelreiten zusehen kann. Das hält den lokalen Kamelvermieter aber nicht davon ab, uns zwei Kamele zum Auto zu bringen und nachzufragen, ob wir reiten wollen, was wir angesichts des Sandsturmes dankend ablehnen.

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Blick von der Düne von Tinfou

In Mhamid checken wir in die Kasbah eines Belgiers ein. Der Holländer, auf dessen Campingplatz wir das letzte mal waren, ist laut Internet nicht mehr vor Ort. Die Kasbah ist aber auch gut, der Pool ist etwas sandig wegen des Sandsturms, aber baden kann man trotzdem. Zum Abendessen gibt es Truthahnspieße und Pommes, dazu Bier. Abends betrachten wir noch den Sternenhimmel, der unglaublich klar scheint.

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Sandiger Pool in Mhamid

Der belgische Kasbahbesitzer gibt uns noch ein paar Tipps für unsere Route – es hat in den vergangenen Tagen stark geregnet, daher gibt es einige Matschstellen in der Wüste, die es zu vermeiden gilt. Wir fahren durch den Ortskern von Mhamid, die Kasbah, wo wir übernachtet hatten, lag vor dem Ort. Der Ort erscheint mir wesentlich belebter als das letzte mal. Ein Mopedfahrer versucht uns noch zu überreden, bei seiner Agentur ein Begleitfahrzeug zu mieten, alleine sei das ja viel zu gefährlich. Ich stelle mir vor, dass der Mopedfahrer einer der „Kasbah“-schreiend hinter uns her rennenden Jungs von vor 12 Jahren ist.

Die Piste hinter dem Ort ist sandig, die Matschpfützen finden sich wie angekündigt, aber nichts wo wir nicht durchkämen. Wir verfahren uns einmal, aber finden dann zurück auf die Piste. Bei der Oase Sacrée biegen wir ab zum Erg Chigaga, den großen Sanddünen. Auf der Karte sind am Erg ziemlich viele Camps eingezeichnet, ich vermute zuerst, dass das halt mal temporäre Zeltbehausungen waren, die jedes Jahr woanders stehen. Vor Ort stellt sich aber heraus, das da tatsächlich viele Camps zwischen den Dünen stehen. Auch sind wir dort mitnichten alleine, in der Ferne erkennt man diverse Geländewägen, die auch von oder zu den Dünen untewegs sind.

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Wo der Defender hängen blieb kommt man mit dem Pajero noch weiter

Wir müssen wieder zurück zur Oase Sacrée fahren, da die Piste in die andere Richtung überschwemmt ist, und da wollen wir nicht drin steckenbleiben.

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Die steinige Piste lädt nicht unbedingt zum Rasen ein

Ab der Oase fahren wir weiter Richtung Westen, die Piste wird steinig und schwerer zu befahren. Aber ab diesem Zeitpunkt herrscht kaum noch Verkehr, auch in der Entfernung sieht man keine anderen Fahrzeuge. Auf den folgenden 150km kommen uns insgesamt 5 Fahrzeuge und 3 Mopeds entgegen. Abends um 6 sind wir dann endlich in Foum Zguid, wo wir uns über den Hotelpool und die leckere Tajine mit Lammfleisch freuen.

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Tajine mit Lammfleisch und Kartoffeln

Der nächste Tag beginnt mit Routine: Frühstück, Zimmer räumen, Reifen aufpumpen, Tanken. Fabi fährt und wird alsbald der Raserei überführt: 67 statt 60km/h. Fabis Weigerung, französisch zu sprechen stellt sich als Zielführend hinaus, das Thema ist nach ca. 1 Minute kostenfrei geklärt und wir können weiterfahren.

Wir fahren bis nach Sidi Ifni und checken dort in ein Hotel mit einem tollen Meeresblick ein. Wir gehen auch noch kurz vor Sonnenuntergang im Meer baden.

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Blick aus unserem Hotelzimmer in Sidi Ifni

Wir essen in einem leckeren Restaurant um die Ecke sehr gut zu Abend: gegrillter Oktopus, Zucchinisuppe und dann Pastillas, die lokale Spezialität, das sind Blätterteigtaschen mit Fleisch oder Fisch. Leider schaffen wir unsere Portionen nicht annäherungsweise. Den ganzen Tag im Auto zu sitzen ist nicht besonders förderlich für den Hunger.

Am nächsten Tag entscheiden wir beim Frühstück, noch ein Tag zu bleiben. So können wir mal Wäsche waschen lassen und uns von der ganzen Fahrerei erholen. Ich bringe auch das Auto ins Auto-Hammam, der ganze Wüstensand und -matsch kann wieder runter. Danach kann man endlich das Kennzeichen vorne wieder erkennen.

Wir fahren später noch zum Strand bei Legzira, wenige Kilometer nördlich. Dort gibt es eine Naturbrücke über den Strand. Früher gab es zwei, aber die andere ist irgendwann über Nacht eingestürzt.

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Naturbrücke bei Legzira

Abends gehen wir nochmal ins selbe Restaurant. Fabi bekommt eine Meeresfrüchtetajine, und ich eine gemischte Fischplatte.

Abends spielt sich unterhalb unseres Hotelfensters noch eine Hochzeit ab, die wir von dort beobachten. Die Musik spielt bis 5 Uhr morgens, was uns aber nicht von unserem wohlverdienten Schlaf abhält.

Im Hinterland von Erfoud

Unser erstes Camping-Frühstück besteht aus Kaffee, Keksen aus Italien und schwarzem Tee, den ich 2014 in Russland gekauft habe.

Danach fahren wir weiter nach Erfoud, wo wir den lokalen Scheich kontaktieren, um uns die Voth-Bauwerke anzusehen. Wir verabreden uns konspirativ an einer Tankstelle ein paar Kilometer hinter Erfoud, trinken einen Kaffee, und ein paar Handytelefonate später steht der Plan: eine Tankstelle weiter räumen wir unser Gepäck ein bißchen um, um Platz auf der Rückbank zu schaffen, und nehmen unseren Führer mit. Der spricht zwar nur Arabisch, aber mit dem Finger kann er uns den Weg zeigen, und so leitet er uns zu einer Abzweigung, wo eine Piste ins Hinterland geht. Zuerst müssen wir einen Fluß überqueren, der sogar gut Wasser führt, dann geht es ein paar Kilometer durch die Wüste.

Als erstes erreichen wir die Goldene Spirale. Dort kommt uns gleich der Wächter entgegen, und erklärt uns, dass die Bauwerke seit 2016 wegen Beschädigungen gesperrt sind, man kann sie nur von außen betrachten und nicht betreten. Wir laufen einmal um die Spirale, dann fahren wir weiter.

Nächster Stop ist die Stadt des Orion: auch hier gibt es einen Wächter, und wir dürfen nichtmal näher als ca. 100m ran. Schade, aber trotzdem ein beeindruckendes Bauwerk mitten in der Wüste.

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Stadt des Orion

Als letztes kommen wir zur Himmelstreppe. Der Wächter dort erzählt uns, dass ein Spanier mit einem Motorrad die Treppe herauf gefahren sei. Außerdem hält er uns einen Zettel mit einer Erklärung hin, die auch im Internet so zu finden ist.

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Himmelstreppe

Nach der Besichtigung fahren wir wieder zurück zur Hauptstraße und bringen unseren Führer zurück zu seinem Ausgangsort. Währenddessen regnet es ordentlich, zum Glück haben wir die Besichtigungen alle noch bei Sonnenschein machen können.

Wir fahren weiter bis nach Tinghir und fahren dort ein paar Kilometer in die Todgha-Schlucht rein. Das schaut alles noch so aus wie bei meinem letzten Besuch wie vor 12 Jahren. In Tinghir bleiben wir dann auch über Nacht.

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Todgha-Schlucht

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Blick über die Oase bei Tinghir

Von Fés über Meknès in das Atlasgebirge

Nach dem Frühstück nehmen wir uns auf Empfehlung des Chefs ein Taxi zum Place R’cif. Von dort aus starten wir unsere Stadttour. Zuerst verlieren wir in den engen Gassen ein wenig die Orientierung und wissen eigentlich gar nicht so genau wo wir hin wollen. Wir entscheiden uns für das Gerberviertel Chouara. Dort wird tatsächlich noch nach alter Tradition gearbeitet. Wir werden gleich angesprochen, ob wir vom Dach die Gerberei sehen möchten und stimmen zu. Zuerst bekommen wir Minze in die Hand gedrückt, gegen den Geruch. Oben angekommen wird uns erklärt, wie alles funktioniert und es riecht wirklich ziemlich stark. Naja, es wird nun mal eine Beize aus Taubenkot verwendet – die muss ja stinken… Danach werden wir natürlich obligatorisch durch den Laden gelotst. Wir entscheiden uns beide für einen Gürtel und ich mich zusätzlich für einen Geldbeutel. Das ist aber noch nicht genug, denn wir müssen uns unbedingt noch die Lederjacken ansehen, sonst lässt uns unser Verkäufer nicht gehen…Ich finde natürlich direkt eine tolle Jacke wie ich sie schon länger wollte (bilde ich mir zumindest ein) und Robert kann ich von einem Sakko auf eine Jacke umschwenken. So, dann die Frage nach dem Preis, wir handeln ordentlich und zahlen am Schluss nur die Hälfte. Wir werden danach noch zum Teppichladen und zum Schalladen gezerrt, können uns aber schnell losreißen. Genug Shopping für heute…

Weiter lassen wir uns durch die Gassen treiben und sind zwischen Kleidern, Gewürzen, Kaktusfeigenwägen, Elektronikshops, Juwelieren, Schreinern, Henna-Tattoo-Ständen und vielem mehr unterwegs. Danach gehen wir noch zum Nejjarine Brunnen und ins danebenliegende Holzmuseum. Letzteres nur weil uns der Reiseführer ein schönes Café auf dem Dach verspricht, was er auch hält. Es gibt zwar nur Pfefferminztee, aber gut. Langsam machen wir uns dann auf den Rückweg über die Talaa Kebira Richtung Bab Boujeloud. Immer wieder müssen wir bepackten Eseln und Maultieren ausweichen und kommen nur langsam voran. Mein kaputter Fuß hat aber nichts gegen langsames Laufen… Hier und da bleiben wir kurz stehen, am Tor angekommen entscheiden wir uns noch für einen Drink und eine Kleinigkeit zu essen auf einer Dachterrasse mit Blick über die Medina:

Blick über die Medina, Fés

Abendessen gibt’s im Restaurant Marrakesch, ca. 10 min zu Fuß von unserem Hotel. Robert isst Couscous Royale mit Würstl, Rind, Hühnchen und Gemüse, ich bestelle die empfohlene Pastilla, eine lokale Spezialität: Blätterteig gefüllt mit Hühnchen, Mandeln und Gemüse, darüber eine Schicht Puderzucker und Zimt. Klingt komisch, ist aber sehr lecker.

Am nächsten Tag packen wir in der Früh unsere Sachen, bevor es Richtung Meknès geht. Wir buchen nochmal ein schönes Riad mit Pool im Zentrum für eine Nacht und sobald wir eingecheckt und unsere Suite sowie die Dachterrasse ausgecheckt haben, machen wir uns zu Fuß auf in die Medina. Durch enge Gassen und den Souk in die Medrese Bou Inania, die ausnahmsweise zu besichtigen ist. Der Innenhof ist wirklich wunderschön mit Holzschnitzereien gemacht:

Medrese Bou Inania, Meknès

Weiter in Richtung Place Lahdim, dort Sandwiches gegessen mit Blick auf das angeblich schönste Tor Marokkos: das Bab Mansour. Davor wird ein Touribus nach dem nächsten ausgespuckt. Langsam freuen wir uns auf die Wüste mit weniger Menschen, wobei Meknès schon deutlich entspannter ist als Fés. Danach schlendern wir über den Lebensmittelmarkt und laufen dann Richtung das Mausoleum von Moulay Ismaïl. Das hat leider zu, und wir laufen weiter in Richtung Agdal, irgendwie scheint uns das aber dann zu weit und wir biegen links ab. Wir landen in einem schönen, ruhigen Viertel mit engen Gassen, wo nur ab und zu ein Roller vorbei düst. Keine unserer online Karten zeigt auch nur annäherungsweise Straßen oder Gassen an, aber sobald wir in eine Sackgasse kommen, werden wir von den Bewohnern mit den Worten c’est fermée darauf hingewiesen und wieder in eine andere Richtung geschickt. Passiert nicht nur einmal…

Zurück im Hotel ruhen wir uns aus und gehen in den Pool bevor wir auf der Dachterrasse unseres Hotels lecker zu Abend essen. Robert hat eine Tajine mit Rindfleisch, getrockneten Pflaumen und Aprikosen. Meine Tagine ist mit Rindfleisch, Zitrone und Kartoffeln gemacht.

Am nächsten Tag fahren wir morgens nach dem Frühstück los Richtung Süden. In Midelt suchen wir uns ein nettes Restaurant fürs Mittagessen. Dort bewirtet uns ein netter Herr vorzüglich, Robert isst einen Spieß mit Rindfleisch, ich einen mit Turkey. Der gute Mann zeichnet uns aus dem Kopf eine Karte über alle möglichen Orte mit Entfernungen im Umkreis von ca. 300km. Wo wir hinfahren sollen oder eher nicht. Sehr cool. Wir sollen als Gegenleistung doch eine gute Review schreiben.

Kurz später passieren wir den Tizi n’Talrhemt-Pass und die Landschaft wird zunehmend interessanter. Hinter Errachidia suchen wir die blaue Quelle, als wir sie gefunden haben werden wir von einem Campingplatzbesitzer zunehmend zugequatscht, dass wir doch da bleiben sollen. Wir fahren weiter finden einen tollen Aussichtspunkt über die Tafilalet-Oase und müssen für ein Foto anhalten:

Blick über die Tafilalet Oase

Kurz darauf finden wir den Campingplatz wieder, an dem Robert damals vor 12 Jahren bereits gecampt hat. Wir entscheiden und hier zu bleiben.

Meine erste Camping Erfahrung. Mitten in einer Oase in der Wüste in Marokko. Das Dachzelt ist recht schnell aufgebaut. Die Duschen sind soweit gut, dann geht’s ums Kochen. Das ist erst mal bisschen schwierig, da wir nicht gut gepackt haben. 4 Kisten müssen aus dem Auto bis wir alle benötigten Utensilien irgendwie alles zusammen haben. Es gibt gebratene Nudeln aus der Tüte. Schmeckt passabel und geht schnell. Dazu gibt’s Wasser und danach einen Tee. Unsere neuen Campingmöbel sind super: bequem, stabil, schnell aufgebaut und mega platzsparend. Wir gehen recht früh ins Bett und diskutieren erst noch ob wir wirklich beide Bettbezüge brauchen…

Im Laufe der Nacht sind beide Bettbezüge, plus beide Decken im Einsatz sowie 3 von 4 „Fenstern“ zu, da die Mückennetze dann komischerweise doch nicht so kälteabweisend waren. Zudem bellen fast konstant Hunde und bei jeder kleinsten Bewegung wackelt das Zelt ordentlich hin und her. Man merkt ich muss mit Camping erst noch warm werden. Mal sehen wie es das nächste Mal läuft. Die Bettdecken haben wir jetzt zumindest mal bezogen.

Überfahrt und Ankunft in Nador, weiter nach Al Hoceima und Fés

Nachdem wir auf dem Schiff kein Frühstück verpassen, schlafen wir erstmal gemütlich aus und gönnen uns gegen mittags Kaffee und Pain au Chocolat. Danach schlendern wir gemütlich über die Decks, es ist angenehm warm und wir sehen sogar Delfine im Wasser. Im Laufe des Tages holen wir uns auch die Einreisestempel, es gibt Grenzbeamte an Board, und dann sieht man auch schon die Küste Spaniens wieder. Ibiza auf der anderen Seite verschwindet langsam.

Wir verbringen den Nachmittag abwechselnd mit Internet (spanisches Netz und Roaming – wohooo!), Reiseführer und einfach nur aufs Meer schauen. Gegen Abend sind wir wieder nahe der spanischen Küste und sehen die Hochhäuser am Strand. Idylle sieht vom Meer aus schon anders aus. Wie es dort vor Ort wohl ist wollen wir uns gar nicht vorstellen. Dann Abendessen wieder im Restaurant, das heute immerhin besucht ist. Gnocchi sind lecker, Pizza leider eher mäßig. Dafür gibt’s Aglianico – eine faire Entschädigung.

Im nebenliegenden Selbstbedienungsbereich unterhält später ein Sänger das Publikum mit arabischen Klängen auf voller Lautstärke. Langsam geht’s dann ins Bett. Wir wundern uns, dass wir laut GPS gar nicht mehr weit von Nador entfernt sind und fragen uns was die Fähre wohl bis mittags am nächsten Tag macht, denn angeblich braucht sie ja 40h…

Am nächsten Tag wache ich um 5 Uhr auf – wohl weil mich vorhergehende Frage umtreibt und schaue aus dem Fenster: und siehe da, ich habe wieder spanisches Netz, wir sind vor Melilla. Um 5.30 Uhr (4.30 Uhr Ortszeit) dann des Rätsels Lösung: es ertönt die Durchsage, dass wir in Nador angekommen seien und gebeten werden die Zimmer zu räumen. Ernst nehmen tun wir das nicht, erst als das erste Autodeck zum unboarding aufgerufen wird, springt Robert in die Dusche und ich fange an zu packen. Wir sind noch nicht ganz fertig, schon wird unser Deck aufgerufen. So packen wir fertig und machen uns beim dritten Aufruf auf den Weg. Kaum sind wir 5 Minuten im Auto, geht es auch schon los und wir fahren raus.

Es ist 6 Uhr. Grenzkontrollen haben wir ja schon hinter uns, es gibt nur eine kurze Zollkontrolle mit Blick in den Kofferraum, in ca. 15 Minuten haben wir alles hinter uns gebracht (wow!). Zuerst mal Geld abheben und dann nach Nador Stadt evtl finden wir ja schon ein Café, das auf hat, langsam dämmert es. Das mit dem Café wird schwierig – die ganze Stadt schläft noch.

Um 7.20 dann endlich ein Café! Mit Parkplatz vor der Tür! Perfekt. Leckeres Croissant und 2 Espressi und die Welt schaut ganz anders auf.

Wir machen uns auf den Weg nach Al Hoceima. Wunderschöne Landschaft mit Blick aufs Meer. In Al Hoceima erst mal Tee trinken, Wasser kaufen, SIM Karte besorgen und Werkstatt aufsuchen. Irgendwie quietscht was, und es wurde zunehmend lauter. Von einer Werkstatt zur anderen geschickt, dann aber einen gefunden, der das Problem erkennt. Kurz den Wagenheber geholt, und schon ist der Reifen ab. Die Bremsbeläge sind durch. Der Laden im die Ecke hat sie nicht, also fährt Robert mit ihm in seinem Renault R4 mit Pistolenschaltung (hab ich von Robert gelernt) los und kommt kurz drauf wieder. 3 Läden abgeklappert und dann hatten sie die richtigen Beläge. Es stellt sich heraus, dass der eine Belag besonders abschleift, weil der Bremssattel hinüber ist. Das sollen wir aber besser in Casablanca versuchen. Momentan können wir problemlos weiterfahren…
Für Teile 25€ und Arbeit 10€ gezahlt, es kann weitergehen.

Robert hat Hunger, so finden wir auf Umwegen das Espace Miramar. Dort gibt es bei schönem Ausblick Paella und zuckersüßen Tee und hinterher noch Kaffee.

Ausblick vom Espace Miramar

Dann weiter Richtung Nationalpark gen Westen – die Geländegängkeit unseres Pajeros testen. Echt ganz schöne Landschaft hier.

Wir entscheiden uns in der Gegend ein Hotel zu suchen und landen am Schluss im Mercure, was traumhaft liegt, aber ein großer Kasten ist. Fun fact, dass booking.com deutlich günstiger ist als der Preis an der Rezeption. Wir buchen also an der Rezeption stehend über booking, und auch der Versuch dem Rezeptionisten zu erklären, dass das doch Quatsch ist, scheitert mangels Entscheidungskompetenz seinerseits. Wir beziehen unser Zimmer, gehen schwimmen und essen am Abend im Restaurant des Hotels. Müde fallen wir danach ins Bett und schlafen bei Wellenrauschen ein.

Am nächsten Tag stehen wir gemütlich auf und frühstücken erst mal im Hotel. Dann schwimmen im Mittelmeer – womöglich das letzte Mal auf dieser Reise. Danach noch kurz in den Pool, duschen, packen, auschecken und los Richtung Fés durch das Rif-Gebirge.

Kurvige Straße in mittelmäßigen Zustand, aber wunderschöne Landschaft.

Das Rif-Gebirge

Sobald es etwas weniger kurvig ist, fahre ich auch mal ein Stück und es geht trotz des Fußes sehr gut!

In Fès hat Robert ein schönes Riad in der Neustadt gebucht: Dar Ziryab mit Pool und perfekt deutschsprechendem Besitzer, der aber noch nie in Deutschland war. Dort essen wir auch zu Abend und es gibt original marokkanische Küche: zuerst eine Suppe, zu der Datteln sowie anderes Süßzeug gereicht werden, dann 7 verschiedene Vorspeisen, wobei diese getrennt voneinander, sowie die Karotten zuletzt gegessen werden sollten. Am besten schmeckt uns der weichgekochte Kürbis mit Mandeln, aber alles weitere ist ebenso gut. Danach entscheiden wir uns für Tagine mit Rindfleisch. Robert nimmt die Version mit doppelt gekochten Quitten und ich die mit Artischocken und Erbsen. Beides ein Gedicht.